Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

314 
BAUZEITUNG 
Nr. 40 
Anlage der Treppe. Ifa ihrer äußeren Erscheinung sind 
einzelne Partien recht hübsch, doch leidet das Ganze 
unter allzu großer Höhe. Baukosten 61747 M. 
Motto „So“: Der Grundriß ist in seiner äußeren 
Form gut. Das Ganze ist zu sehr in die Höhe getrieben 
und verliert dadurch den Chai’akter eines ländlichen 
Rathauses. Der Turm erscheint überflüssig, da das Haus 
selbst in seiner Höhe mächtiger wirkt als der Turm. 
Baukosten 57 000 M. 
Es dürfte nicht uninteressant sein, zur Beurteilung 
der Art und Weise, wie die betreffenden Bewerber ihre 
Aufgabe gelöst haben, einen Vergleich ihrer Entwürfe 
mit dem alten Rathaushau anzustellen, von dem wir auf 
der ersten Seite der Nummer eine Abbildung bringen. 
genieurverein, Danzig, den Oberschlesischeu Bezirksverein 
deutscher Ingenieure, Kattowitz. Wir zweifeln nicht, daß 
diese Liste, die ja nur einen kleinen Auszug bedeutet, 
bei der hervorragenden Bedeutung eines allseitigen festen 
Zusammenschlusses der Techniker in Bälde eine umfang 
reiche Ergänzung erfahren wird. Wir begrüßen das 
Zustandekommen einer solchen Vereinigung aufs freu 
digste, denn nur durch das solidarische gemeinsame Wirken 
derselben kann endlich dem Technikerstand die ihm schon 
längst gebührende soziale Stellung geschaffen werden. 
In nachstehendem geben wir den uns zugegangenen Auf 
ruf des Komitees zum Beitritt wieder: 
Der Stand der deutschen Techniker, soweit sie höhere 
technische Arbeit leisten, erstrebt seit langem eine tat- 
säi 
■TjSSffjljßä! 
Wettbewerb Rathaus Hedelfingen Archit.Friedr.Lang-Obertürkheim iuYerbindung mit Jul. Kocher-Stuttgart 
Zur sozialen Heltnng des Tecliniker- 
standes 
hat sich ein Komitee gebildet, bestehend aus hervorragen 
den Männern der Architekten- und Ingenieurwelt; wir 
nennen nur Oberbaudirektor und Professor E. Kummer, 
Mitglied der Kgl. Akademie des Bauwesens, Berlin, Ober 
baurat Professor Rehbock - Karlsruhe, Dr.-Ing. u. phil. 
v. Rieppel, Kgl. Baurat, Nürnberg, Mitglied der Kgl. Aka 
demie des Bauwesens, Generaldirktor Dr.-Ing, v. Oechel- 
häuser. Unter der Zahl der Förderer des Komitees fin 
den wir Namen wie Kgl. Baudirektor Dr.-Ing. v. Bach- 
Stuttgart, Stadtbaurat W. H. Bindley-Frankfurt a. M., 
Geh. Kommerzienrat Dr.-Ing. Voith-Heidenheim, Professor 
Nestle-Karlsruhe, Geh. Baurat Pfarr - Darmstadt, Geh. 
Regierungsrat Wilhelm v. Siemens-Berlin, dann von Kor 
porationen den Westpreußischen Architekten- und In 
kräftigere Förderung seiner sozialen Interessen. Immer 
wird der Wirkungskreis des höheren Technikers beengt 
und auf einseitige spezialtechnische Aufgaben beschränkt, 
sein Einfluß in staatlichen, städtischen und privaten Ver 
waltungen und Unternehmungen ist gering. Ja, man 
scheut sich mitunter, wie die Tatsachen lehren, Tech 
niker an die Spitze großer technischer Unternehmungen 
zu berufen. Selten findet man in deutschen Parlamenten 
einen Techniker, obwohl die volkswirtschaftlichen Auf 
gaben der Technik von Jahr zu Jahr in den Verhand 
lungen der Parlamente einen breiteren Spielraum ein 
nehmen. 
Die Hebung der sozialen Stellung der höheren 
Techniker ist ein Ziel, dessen Erreichung noch in weitem 
Felde zu stehen scheint. Noch wird die Technik als 
Kulturfaktor wenig in unserm Vaterlande gewürdigt. 
Nur durch unermüdliche Unterstützung der in erster 
Linie beteiligten Vereine und Verbände, ergänzt durch
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.