Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/326/
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BAUZEITUNG 
Nr. 40 
kirclie hat am 29. August stattgefunden. Das am 
13. April 1908 durch Feuer zerstörte Gotteshaus, das 
völlig ausgebrannt war, ist in der alten Form wieder 
errichtet worden. 
Weißenfels a. Saale. Für das Krankenhaus in 
Weißenfels a. S. wurde vor kurzem eine eigne Wäscherei 
anlage eingebaut. Die Ausführung war der Förster 
Wäschereimaschinenfabrik Rumsch & Hammer, Forst i. L., 
übertragen. 
Paris. Zu einem ersten internationalen Hei- 
matschutzkongrefä lädt die Societe pour la protection 
des paysages de France für den 17. bis zum 20. Oktober 
nach Paris ein. Dem vorbereitenden Komitee gehören 
als Ehrenmitglieder der Präsident der Republik, der 
Minister für öffentlichen Unterricht und Kunst, der Land 
wirtschaftsminister und viele andre hervorragende Männer 
an. Der Deutsche Bund Heimatschutz wird 
durch ein Vorstandsmitglied auf dem Kongreß vertreten 
sein und über seine Erfolge und seine Tätigkeit Bericht 
geben. Anmeldungen zur Teilnahme an dem Kongreß 
sind für Deutschland und Oesterreich an die Geschäfts 
stelle des Bundes Heimatschutz in Meiningen zu richten. 
Bauteclmisclie Rundschau 
Neue Baumaterialien. In Nr. 15 des heurigen 
Jahrgangs konnten wir anläßlich der Ausstellungen über 
den hohen Aufschwung der Kunststeinfabrikation berichten, 
was wir heute durch die Mitteilung neuer Baumaterialien 
in dieser Branche ergänzen können. Zunächst handelt 
es sich um ein neues, wenigstens in Süddeutschland noch 
selten verwendetes Pflastermaterial, sog. Granitoid- 
platten, über welche die in der Kunststeinfabrikation 
wohlbekannte Firma E. Schwenk in Ulm einen sauber 
ausgearbeiteten Prospekt der Fachwelt vorlegt. Die Her 
stellung dieser Granitoidplatten erfolgt aus besonders 
gebrochenen Hartsteinmaterialien (wie Granit, Porphyr, 
Syenit, Quarzkies), welche nach Reinigung und Sortierung 
auf besonderen Mischmaschinen mit Zement vermengt und 
alsdann unter einem hydraulischem Druck von 300 Atm. 
gepreßt werden. Die in den verschiedensten Größen und 
Stärken hergestellten Granitoidplatten erlangen dadurch 
eine gleichmäßige und dichte Struktur sowie ausgeprägt 
scharfe Kanten, dank denen auch beim Verlegen die 
Fugen auf das geringste Maß beschränkt werden. Zu 
folge ihrer mancherlei Vorzüge haben die Granitoid 
platten schon in einer Reihe von Großstädten (wie z. B. 
Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg, Kiel, Leipzig, Düssel 
dorf u. s. w.) häufig Verwendung gefunden. Tatsächlich 
haben die Granitoidplatten, welche entsprechend dem ver 
wendeten Hartgestein in Farbe und Musterung große Aus 
wahl bieten, gerade bei großem Verkehr ihre Dauerhaftig 
keit gegen Abnützung und ihre Sicherheit bei Begehung 
gut bewährt, zumal ihre Oberfläche stets rau bleibt und 
nicht glatt wird, wie dies bei Naturgranitplatten oft der 
Fall ist. So eignen sich denn die Granitoidplatten vor 
allem als Belag für Trottoirs, Höfe, Markthallen, Schlacht 
häuser u. dgl. mehr. Hervorzuheben ist noch, daß auch 
ihr Preis im Verhältnis zu andern ähnlichen Belägen 
nur als mäßig bezeichnet werden kann. 
Gleichzeitig bringt dieselbe Firma, E. Schwenk, Ulm, 
eine weitere Neuerung auf den Kunststeinmarkt, näm 
lich sog. Steinkork platten, welche mit Deutschem 
Reichspatent und mit zahlreichen Deutschen Reichs 
gebrauchsmustern geschützt sind. Die Steinkorkplatten 
bestehen teils aus einer Korkmasse, dem sog. Korkstein, 
welcher seinerseits schon wärme- und wasserbeständig 
ist und in einem besonderen Verfahren geruchlos ge 
macht wird, teils aus Kunststeinmasse. Während das 
Korkmaterial, in der Form von Platten, auf der Rück 
seite eine feine dichte und deshalb gut schließende Kork 
schichte trägt, wird seine Oberfläche mit einer beliebigen, 
gleichfalls feinkörnigen Kunststeinmasse derart fest ver 
bunden, daß ein Loslösen des aufgepreßten Steinbelags 
unmöglich ist. Dieser Steinbelag selbst kann insbeson 
dere aus Kunstgranit oder sonstigem Hartgestein wie 
Syenit, Porphyr oder auch als Kunstmarmor in jeder 
Farbe und Körnung hergestellt und nach Wunsch ge 
schliffen oder glanzpoliert werden. Solcher Granit- oder 
Marmorsteinüberzug ist absolut wetterbeständig, so hart 
wie Naturstein, abwaschbar und gegen organische Säuren 
unempfindlich, besitzt große Isolierfähigkeit und hat zu 
folge seiner glatten Außenseite ein sauberes Aussehen. 
Bei Verwendung dieser patentierten Steinkorkplatten 
wird, dank ihres steinigen üeberzugs, das nachträgliche 
Aufsetzen einer Verkleidung durch Steingut- u. dgl. Platten 
völlig erspart und eine außerordentlich solide, reine 
Wandfläche erzielt, welche vollständig eben und glatt ist. 
Die Steinkorkplatten eignen sich hauptsächlich zur Her 
stellung von Kühlanlagen aller Art, zur Isolierung von 
Kellerräumen u. dgl. Da sonst auf die fertige Korklage 
die Steinplatten in besonderer Schichte nachträglich ver 
setzt werden müssen, so wird die Herstellung solcher 
Anlagen bei Verwendung von Steinkorkplatten auch 
wesentlich billiger. Auch als Fußbodenplatten mit Iso 
lierung gegen Feuchtigkeit find Schall, speziell unter- 
hohem Druck hergestellt, leisten sie gute Dienste. 
Ein ständiges Reinhalten und sicheres Begehen neben 
vornehmer äußerer Wirkung gewährleisten auch die im 
Schwenkschen Werke in Ulm hergestellten sog. Mann or- 
mosaikplatten, welche dem einzelnen Objekt in Zeich 
nung und Farbstimmung gut angepaßt werden können 
und darin den sonst nahestenden Gußterrazzoboden über 
treffen, zumal die Herstellung des letzteren im Bau selbst 
oft Schwierigkeiten bereitet. Das zu diesen Terrazzo 
platten verwendete Material sind dieselben bekannten 
Steinkörnungen, welche die Firma E. Schwenk zuerst 
fabrikmäßig aus eignen Brüchen gewonnen hat, und zwar 
werden die Terrazzoplatten aus einer gleichmäßigen 
feinen Spezialkörnung unter großem hydraulischen Druck 
hergestellt, so daß äußerst scharfe Kanten und beim 
Verlegen möglichst kleine Fugen entstehen. 
Personalien 
Württemberg. Uebertragen: die Stelle eines etatsmäßigen 
Regierungsbaumeisters bei der Kulturinspektion für den Jagstkreis 
in Ellwangen dem Regierungsbaumeister Linckb bei dieser In 
spektion, die Stelle eines technischen Oberbahnsekretärs bei der 
Generaldirektion der Staatseisenbahnen dem Brückeningenieur 
Nestle. 
Briefkasten 
Antwort auf Anfrage S. K. Anstreichmasohinen liefern: Carl 
Henrich-Mannheim, Wimperstr. 10, Gebr. Holder-Metzingen (Württ.). 
Anfrage. 1. Welches ist in einem Wohnhaus in Stuttgart die 
gesetzlich mindeste Abortbreite? 2. Wie weit dürfen in einem 
Lichthof von 25 qm Grundfläche, und der direkt an die Nachbar 
grenze anstößt, die Veranden, welche an den zwei gegenüber 
liegenden Seiten von 7,10 m Entfernung angebracht worden sind, 
ausladen? A. B. 
Anfrage. Wie werden Dampfabzüge, welche im Freien auf 
geführt werden müssen, am besten isoliert, und aus welchem 
Material sollen diese hergestellt werden? Bis zu welcher Höhe 
kommt der Dampf (bei guter Isolation), und wie soll der obere Ab 
gang konstruiert sein? Welcher Abzug ist am geeignetsten, und in 
welcher Höhe sollen die Abzüge im Trockenraum angebracht werden? 
Der Trockenraum selber ist 6/8 m groß und 2,10 m hoch. B. H. 
Anfrage. Welcher Ingenieur hat schon größere Sohwach- 
stromanlagen mit Erfolg geprüft? F. W. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutacheVerlags-Anstalt in Stuttgart.
        

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