Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

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BAÜZEITUNG 
Nr. 4 
genieurbureaus E. Meier. Auf die Einzelheiten kann hier 
nicht eingegangen werden, doch sei erwähnt, daß die 
Ausführungen den Eindruck wachriefen, als sei durch 
verschiedene der Entwürfe eine Anzahl neuer Gesichts 
punkte beleuchtet worden, die alle Beachtung verdienen, 
aber im Preisausschreiben anscheinend nicht enthalten 
waren. Erwähnt sei nur der Vorschlag, die Arbeits 
galerien an den Längs wänden der Halle nicht zum Auf 
oder Abklappen, sondern zum Verschieben einzurichten, 
wodurch das Herabfallen von Werkzeugen, Maschinen 
teilen u. s. w. von den zwei je 160 m langen Stegen 
verhütet würde. Hierauf besprach Dr.-Ing. Frank 
diejenigen Entwürfe, die von Eisenbetonfirmen herrühren. 
Er brachte zunächst hochinteressante allgemeine Aus 
führungen, aus denen hervorging, daß diese Firmen sich 
von vornherein bewußt waren, daß ihre Bauten erheblich 
teurer ausfallen würden als die vorher besprochenen, daß 
sie aber Wert auf gute architektonische Ausgestaltung 
gelegt hätten, weshalb es verwunderlich sei, daß ihre zum 
Teil bedeutenden Arbeiten, die nur durch Aufwendung 
erheblicher Leistungen möglich gewesen seien, nicht ein 
mal Erwähnung (im Urteil des Preisgeriohts) gefunden 
haben. Auch hier muß auf Wiedergabe der Einzelheiten 
verzichtet werden. Beiden Rednern sprach der Vor 
sitzende den lebhaften Dank des Vereins aus. In der 
Diskussion verlas Direktor Span genberg-Karlsruhe 
einen Artikel des „Kuustwart“, in dem betont wird, 
daß bei der Errichtung der ersten Halle, die vorbildlich 
wirken werde, auf die architektonische Ausgestaltung zu 
achten sei, daß diese Halle gleichzeitig ein Denkmal 
bilden müsse und die Gegend am Bodensee nicht ver 
unstalten dürfe. Darauf sei bei der Preiszuerkennung zu 
wenig geachtet worden, obwohl auch unter den preis 
gekrönten Entwürfen sich solche befinden, die zeigen, 
daß der reine Eisenbau schöne Gebäude zu liefern ver 
möge. (Der „Kunstwart“-Artikel wurde in der Nummer 3 
der „Bauzeitung“ bereits veröffentlicht.) 
Vereinigung ehemaliger Baugewerkschüler 
(Hochhau) üarmstadt. Am 7. Februar 1909 findet 
im Restaurant „Kaisersaal“, Darmstadt, Grafenstraße, 
nachmittags 3 Uhr die Jahreshauptversammlung 
statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Abrechnung, 
2. Vereinsorgan, 3. Neuwahl des Vorstandes, 4. Ver 
schiedenes. Etwaige Anträge zur Tagesordnung sind 
schriftlich bis zum 1. Februar 1909 au den Vorsitzenden 
einzureichen. Der Vorstand: 
T. A.: Kunze, Schriftführer. 
Deutscher Arbeitgeberbund für das Baugewerbe. 
Die diesjährige ordentliche Generalversammlung 
findet am Montag, den 29. und eventuell Dienstag, den 
30. März 1909, in Kassel statt. (Versammlungslokal; 
Großer Stadtparksaal.) Der Vorstand ladet die Vor 
stände und sonstigen Vertreter baugewerblicher Verei 
nigungen zur regen Beteiligung an der Versammlung 
ergebenst ein und bittet, eventuell Anträge für dieselbe 
bis spätestens den 6. März einzusenden. Die Tages 
ordnung und Anträge werden alsbald nach diesem Termine 
zur Versendung gelangen. 
Wettbewerbe 
Friedrichshafen. Am 18. Januar wurde die Aus 
führung der Doppel halle und der Fabrikneubauten 
der Luftschiffbau-Zeppelingesellschaft, die auf das von 
der Stadt angekaufte und an die Gesellschaft pachtweise 
übergebene Areal am Riedlepark zu stehen kommen, der 
Aktiengesellschaft für Brückenbau Flender in Benrath 
bei Düsseldorf übertragen. Der Ausführung liegt im 
wesentlichen der Flendersche Entwurf zugrunde, der nach 
dem Urteil des Preisgerichts die gestellte Aufgabe in 
recht befriedigender Weise sowohl technisch als wirt 
schaftlich gelöst hat und auch mit dem I. Preis von 
3000 M. bedacht wurde. Die Halle wird ganz aus Eisen 
hergestellt; sie erhält eine Länge von 160 m, eine Breite 
von 43 m und eine Höhe von 20 m. Es können in ihr 
gleichzeitig zwei Luftschiffe gebaut werden. Sämtliche 
Anlagen sollen bis zum Herbst dieses Jahres fertig 
werden. 
Die Kunst-Plastik-Gesellschaft m. b. H., Frank 
furt a. M., Bethmannstraße 21, welche zwecks Erlangung 
künstlerischer Entwürfe für ihre neue Erfindung „Preß- 
putz“ und dessen Anwendung einen Wettbewerb unter 
deutschen Künstlern veranstaltet, verlängert den End 
termin zur Einreichung der Entwürfe auf 16. März 1909. 
Turnhalle in Grevesmühlen i. 31. Es sind 130 Ar 
beiten eingegangen. Der I. Preis wurde zuerkannt dem 
Architekten P. Heidrich-Stadt Rehburg bei Hannover, 
der II. Preis den Architekten Glogner & Vermehren- 
Lübeck. Angekauft sind die Arbeiten von Architekt 
K. Ziegenbein-Barmen-Rittershausen und des Architekten 
J. Busch-Wismar. 
Volksschulgebäude in Gels i. Schles. Ein Wett 
bewerb wird mit Frist bis zum 1. Juni d. J. ausgeschrieben. 
Drei Preise von 1200, 600 und 300 M. sind ausgesetzt. 
Die Wettbewerbsunterlagen sind vom Magistrat der Stadt 
Gels gegen Einsendung von 1,50 M. bis zum 1. Februar 
zu beziehen. 
Das Preisausschreiben für wissenschaftliche Ar 
beiten über die chemischen Vorgänge beim Erhärten der 
hydraulischen Bindemittel ist ergebnislos verlaufen. Dem 
Vorschläge des Preisgerichts entsprechend, wird das Preis 
ausschreiben jetzt wiederholt.
	        

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