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BAUZEITUNÖ
Nr. 49
Eealachulneubau Kirchheim u. T.
Zeit wieder neue und größere Aufgaben zu lösen haben.
Aus diesem Grunde haben viele Baugenossenschaften in
weitblickender Fürsorge umfangreiches Gelände erworben,
das natürlich nur mit weiterer fiskalischer Unterstützung
im Sinne der ganzen Bestrebungen bebaut werden kann.
Würde nun eine Einschränkung oder sogar ein Auf hören
der fiskalischen Fürsorge eintreten, so müßte dies für viele
Gesellschaften direkt zu einem Zusammenbruch führen, wo
durch Staat und Reich gezwungen wären, die Genossen
schaftshäuser zu übernehmen, um ihre eignen Gelder zu
retten. Aber auch abgesehen von diesen Schwierigkeiten
liegt kein Grund zu der Annahme vor, daß in den Anschau
ungen der Reichsregierung über die Notwendigkeit der
sozialen Fürsorge auf diesem Gebiete ein Wandel einge
treten wäre. Man darf daher damit rechnen, daß die Woh
nungsfürsorge für Beamte und Arbeiter in einem der Finanz
lage entsprechenden Umfang auch weiterhin fortgeführt wird.
Treppenaufgang
schlug folgende Anwendungsformel vor: Die Honorar
norm kommt zur Berechnung für eine technisch be
friedigende Leistung. Der Ausschuß soll ersucht werden,
eine ganz klare Auslegung zu geben, die den zuständigen
Gerichtsbehörden u. s. w. zugestellt werden kann. Es
sollen hierüber auch noch Aeußerungen namhafter aus
wärtiger Architekten und der Fachpresse eingeholt werden.
Es folgte der Kassenbericht des Architekten Feil und
darauf Neuwahl des Vorstandes. Durch Akklamation
wurden als erster Vorsitzender Prof. Bonatz, als zweiter
Vorsitzender Baurat Knoblauch und als Kassier Architekt
Feil gewählt. Als Beisitzer wurden in geheimer Ab
stimmung Prof. Hummel und Architekt Elsäßer gewählt.
Dem verdienten bisherigen Vorstand, Oberbaurat Eisen
lohr, welcher aufWiederwahl verzichtete, wurde der Dank
der Mitglieder zum Ausdruck gebracht. Es wird noch das
Wetthewerbsprogramm des Beamtenwohnungsvereins be
Denn es ist nicht zu vergessen, daß die größte Zahl der in den
letzten zehn Jahren gegründeten Genossenschaften zur
Wohnungsfürsorge ein Produkt fiskalischer Anregung sind.
Als vor etwa zehn Jahren Staat und Reich begannen, Bau
genossenschaften durch Gewährung billiger Hypotheken
darlehen zu unterstützen, trat eine noch anhaltende
erhebliche Vermehrung solcher Unternehmungen ein. In
den letzten fünfzehn Jahren ist die Zahl der Baugenossen
schaften von 100 auf 800 gestiegen. Bei dem zu er
wartenden Nachlassen der wirtschaftlichen Depression
ist anzunehraen, daß die Baugenossenschaften in nächster
Yereinsmitteihmgen
Architekten-Klub Stuttgart. In der gut be
suchten Sitzung am 29. v. M. wurde zunächst von Bau
rat Woltz über die Honorarnorm und ihrer Anwendung
bei Gerichtsfällen gesprochen. Die Norm kann nicht
eine starre Zahl sein, da von „sogenannten“ Architekten
Arbeiten gefertigt werden, die eine solche Bezahlung
nicht wert sind. Die Norm gilt für eine Durchschnitts
arbeit eines guten Architekten. Wer Hervorragendes
leistet, soll besser bezahlt werden. Direktor Schmohl