Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

13 Februar 1909 
BAUZEITUNG 
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Kennwort „Livius“ Zum Ankauf empfohlen 
Architekten Bihl & Woltz-Stuttgart 
Yereinsmitteilungen 
reien sich ergeben haben. Grundsätz 
lich erwünscht sei, daß an den aufge 
deckten Stellen so wenig wie möglich 
— nur das zur Erhaltung Notwendige — 
geschehe, wenn man auch berechtigten 
Wünschen der Gemeinden Rechnung 
tragen müsse. An einer Reihe von Bei 
spielen von Aufdeckungen und Auf 
nahmen in Oberhessen und Starkenburg 
schildert Redner die verschiedenen Aus 
führungsweisen, die je nach dem Grad 
der Erhaltung, dem Wert und Charakter 
der Malerei, der Möglichkeit, an sie zu 
gelangen, geboten schienen und die 
unter Leitung des Vortragenden und 
des zuständigen Denkmalpflegers durch 
Maler Veite-Frankfurt a. M. bewirkt 
wurden. Der Vorsitzende stellte als Meinung des Denkmal 
rats fest, daß die geschilderte Art der Konservierung und 
Wiedergabe der Malereien sowohl in Kontur als auch in 
Farbe so naturgetreu und pietätvoll wie möglich geschehen 
sei. Im Zusammenhang damit wurde die Erhaltung der 
alten Wandmalereien in der evangelischen Kirche in Jugen 
heim (Rheinhessen) besprochen und nach Unterstützung 
durch Prof. Pützer und Denkmalpfleger Prof. Meißner als 
di'inglich sowie die baldige Bereitstellung der erforder 
lichen Mittel, bei deren Aufbringung auf Staatshilfe 
gerechnet werde, als erwünscht bezeichnet. Regierungs 
rat Dr. Kranzbühler legte hierauf dem Denkmalrat Zeich 
nungen aus dem in Zürich befindlichen Nachlaß des 
verstorbenen hessischen Kreisbaumeisters Gladbach, 
Baurat Wagner eine Mappe mit Zeichnungen aus dem 
Nachlaß des verstorbenen Geh. Oberbaurats Dr. Müller 
vor. Mit dem Vorstand des Denkmalarchivs sollen 
weitere Verhandlungen wegen Aufnahme in das Archiv 
stattfinden. 
Bei Punkt 6 der Tagesordnung berichtet Prof. Neeb 
eingehend über Erhaltung von Bildwerken (Mutter 
gottes- und Heiligenstandbilder an Häusern, insbesondere 
in Mainz) und weist auf die der Kunst und dem Stadt 
bild drohenden Verluste in Fällen der Veräußerung und 
Verschleppung solcher Bildwerke nach auswärts hin. Nach 
längerer Aussprache faßt der Denkmalrat seine Ansicht 
dahin zusammen, daß die Standbilder der Regel nach 
wohl als Baudenkmäler im Sinne des Gesetzes anzusehen 
sein werden und daß deren Veräußerung eine Beseitigung 
voraussetze, die vorgängiger behördlicher Genehmigung 
bedürfe. Es müsse jenen Bildwerken und ihrer Erhaltung 
an Ort und Stelle große Achtsamkeit gewidmet werden. 
Ebenso sollten die berufenen Kreise der Veräußerung 
beweglicher Kunstwerke in Privatbesitz nach Möglich 
keit entgegenwirken. 
Bei Beratung über Punkt 7 der Tagesordnung, die 
Erhaltung alter Straßennamen, macht Geh. Bau 
rat Walbe unter Hinweis auf den Vortrag des Museums 
direktors Meier auf dem Denkmalpflegetag in Braun 
schweig Mitteilungen über einen in Friedberg vorliegenden 
Fall, der behördliches Eingreifen erwünscht erscheinen 
lasse. Es handelt sich um die dortige „Judengasse“ und 
den dabei befindlichen Platz, „Judenplacken“ genannt. 
Die Abänderung beider Benennungen ist jüngst — ent 
gegen dem Wunsch des Denkmalpflegers — von der 
Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Der 
Denkmalrat hat den Standpunkt des Denkmalpflegers 
gebilligt. 
Es folgt noch Punkt 4 der Tagesordnung; Auf 
stellung der Denkmalliste. Der Vorsitzende be 
merkt hierzu, daß im Jahre 1908 neue Listen nicht 
aufgestellt wurden. 
Der Vorsitzende schloß die Sitzung mit Worten des 
Dankes für die Mitarbeit der Mitglieder, insbesondere die 
Referenten der diesmaligen Tagung. W. 
AVürtt. Baubeamten-Verein. Einladung zu der am 
Sonntag, den 7. März d. J., vormittags 10 3 / 4 Uhr, im Balm 
hofhotel in Ulm stattfindenden 10. Mitgliederver 
sammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Jahres 
bericht, 2. Kassenbericht, 3. Voranschlag für das Jahr 
1909, 4. Behandlung der eingelaufenen Anträge, 5. Be 
sprechung allgemeiner Vereinsangelegenheiten. Nach den 
Verhandlungen findet ein gemeinschaftliches Mittagessen 
statt. Diejenigen, welche sich an demselben beteiligen 
wollen, werden gebeten, sich längstens bis 3. März d. J. 
bei dem Schriftführer Strobel, Ensingerstraße 19 in Ulm, 
anzumelden. (Preis pro Gedeck 2 M.) Nachmittags von 
drei Uhr ab findet ein Ruudgang durch die Stadt, Be 
sichtigung der Bahnhoferweiterungsbauten sowie ver 
schiedener andrer Bauwesen statt. Anträge für Punkt 4 
der Tagesordnung sind noch bis längstens 15. Februar an 
den Vorstand, Bahnhofstraße 17 in Stuttgart, einzusenden. 
Am 6. März d. J., abends 7 Uhr, findet ebenfalls im 
Bahnhofhotel in Ulm eine Ausschußsitzung statt, 
wozu die verehrlichen Ausschußmitglieder hiermit ein 
geladen werden; auch Gäste sind willkommen. 
Der Vorstand. 
Als Mitglieder haben sich an gemeldet: Alfred 
Rank, Bauwerkmeister in Ulm, Heinrich Kurz, Bau 
werkmeister in Ulm, Joel Walz, Bauwerkmeister in Ulm, 
sämtlich bei der Kgl. Hochbausektion Ulm. 
Vereinigung der Bauamtswerkmeister,Straßen- 
meister, Flußmeister und Geometer des Ministe 
riums des Innern. Die Mitglieder werden hiermit zu 
der am Sonntag, den 7. März 1909, vormittags 9 1 / 2 Uhr, 
im Bahnhofhotel in Ulm stattfindenden Jahresversamm-
	        

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