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BAUZEITUNG
Nr. 12
und dem Ausschuß der Dank für ihre Bemühungen zum
Ausdruck gebracht war, wurde die Verhandlungsschrift
der letzten Ausschußsitzung verlesen und genehmigt.
Sodann erstattete der Kassier den Rechnungs- und Kassenbericht,
nach welchem das Vermögen des Vereins nunmehr
5640,25 M. beträgt und dieses im letzten Jahre
wieder um 749,97 M. zugenommen hat. Die Rechnung
samt Beilagen wurde von zwei Ausschußmitgliedern geprüft
und vollständig in Ordnung befunden, es wurde
daher dem Kassier vom Vorstand für die uneigennützige
und pünktliche Führung der Kasse der Dank des Vereins
ausgesprochen, auch wurde demselben Entlastung erteilt.
Der vom Kassier zum Vortrag gebrachte Voranschlag
pro 1913 fand einstimmige Annahme. Da keine Anträge
für die Versammlung eingelaufen waren, ging man sofort
den von uns allen verehrten Redner, auch wurde demselben
vom Vorsitzenden der Dank der Versammlung zum
Ausdruck gebracht. Nachdem Münsterwerkmeister Inspektor
Lorenz, der sich zu unserer großen Freude als
Gast bei uns eingefunden hatte, begrüßt war, wurde bekannt
gegeben, daß um 3 Uhr die Besichtigung des
Münsters unter Führung des Herrn Lorenz beginne und
da sich niemand mehr zum Wort meldete, wurde die
Versammlung geschlossen.
Bei dem folgenden gemeinschaftlichen Mittagessen
herrschte, wie schon aus den verschiedenen Tischreden
zu entnehmen war, die fröhlichste Stimmung, bot doch
Küche und Keller das Beste. Von 3 Uhr ab wurde mit
Genehmigung des Gesamt-Kirchengemeinderats Ulm unter
der umsichtigen Führung des Münsterwerkmeisters In-Abb.
6. Das neue Stuttgarter Empfangsgebäude
Perspektivische Ansicht der inneren Eingangshalle
auf den für den Stand wohl wichtigsten Punkt, die Vorbildungsfrage
über. Der Vorsitzende berichtete eingehend
über den Gang und Stand dieser Angelegenheit, auch
schloß sich an diesen Bericht eine lebhafte Aussprache
von Seiten der Mitglieder an, bei der auch die Titelfrage
mehrfach behandelt wurde. Die von der Kgl. Zentralstelle
für Handel und Gewerbe am 21. Jan. d. Js. gefaßten
Beschlüsse wurden allseitig freudig begrüßt und der Hoffnung
Ausdruck gegeben, daß die Wirkungen derselben
von gutem Erfolg sein möchten. Auch über den Stand
der Angelegenheiten der unständigen Bautechniker wurde
berichtet und beschlossen, die Bitte dieser Kollegen,
welche zur Aufstellung des nächsten Etats im Dienstwege
zur Vorlage gebracht werden, von Seiten des Vereins zu
unterstützen. Weiter wurde beschlossen, daß sich der
Verein wegen Erlangung ermäßigter Preise mit dem Hoftheater
in Verbindung setzen solle.
Nunmehr hielt Stadlbaurat J. Mößner-Ludwigsburg einen
hochinteressanten Vortrag über die Ulmer Kunst, der an andererer
Stelle zum Abdruck kommt. Reicher Beifall belohnte
spektor Lorenz, welcher sich hiezu in liebenswürdigster
Weise dem Verein zur Verfügung gestellt hatte, das
Münster im Aeußern und im Innern eingehend besichtigt.
Die hochinteressanten Erläuterungen, welche nur ein mit
der Vollendung des herrlichen Hauptturmes und der steten
Instandhaltung des gewaltigen Bauwerkes so eng verwachsener,
praktischer Baumeister wie Herr Lorenz so
geben konnte, daß die Besichtigung des Kirchenschiffs,
des Chors und der Kapellen nahezu 3 Stunden bedurfte,
waren außerordentlich dankenswert. Hieran schloß sich
eine Besichtigung der Bureauräume 'der Münsterbauhütte
und des Münsterarchivs, welches eine Fülle alter und
neuer zum großen Teile sehr kostbarer Zeichnungen und
Modelle enthält, in welchen die Geschichte der Erbauung
des höchsten Bauwerks der Erde niedergelegt ist. Im
Hofe des Archivs lagern die mächtigen vom Zahn der
Zeit zerfressenen Bausteine, welche unter der Leitung der
Münsterbauhütte dank der für ihr Kleinod stets opferbereiten
Stadtgemeinde Ulm fortgesetzt sorgfältig durch
neues möglichst dauerhaftes Material mit Ueberwindung