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Gründlenried bei Kißlegg, Burger Moos, Arrisrieder Moos u. a. schloß.
(Der Vortrag findet sich ausführlich abgedruckt in der Besonderen Bei-Jage
des Staatsanzeigers für Württemberg No. 5 vom 30. April 1920
and ist auch für sich erschienen im Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart
1920).
In der sich anschließenden Besprechung machte O0.Baurat Canz
nähere Mitteilungen über die Ergebnisse der von der Moorversuchsstation
in Bremen ausgeführten chemischen Untersuchungen des Wurzacher Moorbodens,
auf Grund deren die Urbarmachung des Rieds warm empfohlen
wurde, und trat selbst aufs wärmste dafür ein, daß beim Abbau die
Möglichkeit der späteren land- oder forstwirtschaftlichen Benützung der
abgebauten Fläche gewahrt bleiben solle. Prof. Dr. Sauer wies auf
den nutzbar zu machenden hohen Öl- und Gasgehalt des Faulschlamms,
sowie auf die landwirtschaftliche Verwertbarkeit der unter ihm liegenden
sogen. Seekreide hin, und Dr. Seemann warnte vor dem ebenfalls gemachten
Vorschlag, beim Abbau des Torfs von einer vorherigen Entwässerung
abzusehen, der auf Grund der bisher anderwärts gemachten
Erfahrungen als verfehlt zu bezeichnen sei. E.
Sitzung am 9. Februar 1920.
Dr. E. Lindner sprach über „Ostracoden und: in ihnen
lebende Bandwurmlarven“., Für Deutschland sind etwa 70 Arten
Ostracoden festgestellt, von denen 15 Arten auch im schwäbischen Oberland
beobachtet wurden. Sie sind ebenso wie die ihnen nalıe verwandten
Kopepoden als Wirte von Bandwurmlarven bekannt. So lebt ein frühes
Larvenstadium des größten beim Menschen vorkommenden Bandwurms
/ Bothriocephalus latus), wie erst vor zwei Jahren festgestellt werden
konnte, in solch einem Kopepoden., Dieser wird mit seinem Parasiten
von einem Fisch gefressen, im welchem die Larve sich weiter entwickelt,
Durch Wiederholung dieses Vorgangs gelangt letztere in den Körper
des Hechts und schließlich, sofern das Fleisch desselben ungenügend
gekocht verspeist wird, in den Darm des Menschen. Hier entwickelt
sich die Larve zum geschlechtsreifen Bandwurm, dessen Eier mit den
Fäkalien ins Wasser gelangen, wo aus ihnen Larven auskriechen, die
von Kopepoden gefressen werden, womit der Kreislauf von neuem beginnt,
Einen ähnlichen Entwicklungsgang durchlaufen auch die in den Östracoden
vorkommenden Larven gewisser Vogelbandwürmer, die im Darm
von Enten, Sägern sowie anderen Wasser- und Sumpfvögeln zu geschlechtsreifen
Tieren sich entwickeln. Bei zwei verschiedenen Ostracodenformen
aus Oberschwaben fand der Vortragende solche Bandwurmlarven,
die mit einem langen Schwanzfortsatz versehen waren. Die Bedeutung
des letzteren wird von ihm in seiner Verwendung als Befestigungsmittel
in der Leibeshöhle des Wirtstieres gesehen. Ermöglicht wird diese Verankerung
durch feine Häkchen; die bereits das früheste Larvenstadium