19. Juli 1913
BAUZEITUNG
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malrat von Bürgermeister Baurat Kuhn und dem neuen
Bauleiter der Wiederherstellungsarbeiten, Architekt Rühl
begrüßt. Letzterer gab eine kurze Erläuterung der Baugeschichte,
der seitherigen Arbeiten und künftigen Aufgaben
der Bauleitung. Den Schluß bildete ein Rundgang
durch die wiederhergestellten Teile des Bauwerks und
die darin untergebrachten reichen Sammlungen unter
Führung der genannten Herren und des Herrn Direkt.-Assistenten
Dr. Behn.
Vereinsmitteilungen
A.A.V. „Motiv“ Stuttgart. Am Sonntag den 13. Juli
fand zur Feier des Semesterschlusses ein Ausflug nach
Uhlbach statt, der vom Weter besser begünstigt war, als
der im Mai stattgehabte. Die Teilnehmer wanderten von
Untertürkheim zu Fuß über den Rotenberg und die Katharinenlinde
nach dem schönen Uhlbach, wo sie bis zum
späten Abend im Garten des „Goldenen Lamms“ fröhlich
beisammen waren. Dem Neckar entlang erfolgte dann
die Rückkehr nach Untertürkheim bezw. Stuttgart. Das
Sommersemester hatte einen würdigen Abschluß erhalten.
Der Reichsbund baugewerblicher Arbeitgeber-Vermung
des Ortes der nächsten Bundesversammlung. —
Zur Bundesversammlung entsendet jeder Zentralverband
für je 10 Millionen Mark seiner Jahreslohnsumme einen
Vertreter. Die Eintrittskarten werden von den einzelnen
Zentralverbänden ausgegeben.
Baurat Enke f. Eine schmerzliche Kunde für alle Mitglieder
des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe
kommt aus Leipzig. Der Vorsitzende des Bundes,
Kgl. Sächs. Baurat Otto Enke ist am 9. Juli im Alter von
58 Jahren an einem Schlaganfall plötzlich verstorben.
Wohl jedermann, der den rüstigen, lebensfrohen Mann
kannte, hätte ihm noch eine stattliche Reihe von Jahren
prophezeit. Nun ist er aus seinem arbeits- und erfolgreichen
Leben so schnell abberufen worden. Viele Ehrenämter
hatte ihm das Vertrauen seiner Mitbürger und Berufsgenossen
übertragen, man wußte, daß er unermüdlich
und energisch für das Wohl der Allgemeinheit arbeitete.
Zu den führenden Persönlichkeiten des Arbeitgeberbundes
gehörte Baurat Enke seit vielen Jahren, im Jahre 1911
übernahm er als Nachfolger des Geh. Baurates Felisch den
Vorsitz im Bunde. Er war nicht nur, wie allen Besuchern
der Hauptversammlungen bekannt ist, ein ausgezeichneter
Redner und Verhandlungsleiter, er verstand es auch meisterlich,
die große Organisation der baugewerblichen Ar-Kennwort
„Seelenhain“
Zum
Ankauf
empfohlen
bände, dem im ersten Jahre seines Bestehens elf
große Arbeitgeber - Zentralverbände des Baugewerbes
und der Bau - Nebengewerbe mit einer Jahreslohn -
summe von mehr als 700 Millionen Mark beigetreten sind,
wird am 23. Juli d. J. in Leipzig seine erste Bundesversammlung
abhalten. Der „Reichsbund“ stellt bekanntlich
ein Kartell dar, das, wenn es auch den angeschlossenen
Zentralverbänden in ihren Schutzmaßnahmen vollständige
Selbständigkeit läßt, eine allmähliche Vereinheitlichung
des Tarifvertragswesens anstrebt. Seine Organe haben
sich zu diesem Zwecke vor den Tarifvertragsverhandlungen
der verschiedenen Baugewerbe in diesem Jahre wiederholt
zu gemeinsamen Beratungen zusammengefunden
und auch der Pflege der Lohn- und Preis-Statistik, deren
Ergebnisse für alle Gewerbe von großer Bedeutung sind,
besondere Sorgfalt zugewendet. Die Tagesordnung der
ersten Bundesversammlung zeigt folgende Punkte: 1) Tätigkeitsbericht
über das 1. Geschäftsjahr des Reichsbundes,
2) Abnahme der Jahresrechnung und Entlastung des Verwaltungsausschusses,
3) Genehmigung des Voranschlags
und Festsetzung der Beitragssätze für 1913, 4) Benennung
des Vorsitzenden, seiner Stellvertreter und der Mitglieder
des Verwaltungsausschusses, 5) Wahl des Rechnungsprüfungsausschusses,
6) Kurze Berichte der Vorsitzenden
der einzelnen Zentralverbände über die Ergebnisse der
Tarifbewegungen im Jahre 1913, 7) Anträge, 8) Bestimbeitgeber
trotz manchmal widerstrebender Interessen fest
zusammenzuhalten. Der Ablauf der baugewerblichen
Tarifverträge im Frühjahr 1910 und 1913 stellte besonders
hohe Anforderungen an ihn. Wie energisch und erfolgreich
er die Interessen der Arbeitgeber in den letzten Monaten
vertreten hat, künden die Verhandlungs-Stenogramme,
die noch in diesen Tagen den Mitgliedern zugegangen
sind und ihnen ihren Vorsitzenden noch einmal
in voller Schaffensfrische zeigen. Seine näheren Mitarbeiter
wissen, daß er der Arbeiterschaft eine freundliche und
gerechte Gesinnung entgegengebracht und alle auf die
Ordnung des Arbeitsverhältnisses gerichteten Bestrebungen
in wohlwollender Weise prüfte und — soweit möglich
— förderte. Noch in den letzten Tagen des Juni
weilte er mit den Mitgliedern des geschäftsführenden Ausschusses
in Breslau, um die letzten Differenzen der Tarifvertragserneuerung
beseitigen zu helfen. Es ist nicht
zum wenigsten sein Werk, daß heute Frieden im deutschen
Baugewerbe herrscht und der deutschen Volkswirtschaft
dadurch viele Millionen erhalten wurden. Den ewigen
Frieden hat er nun selbst gefunden. Der Arbeitgeberbund
wird mit einer dankbaren Gesinnung allzeit seiner gedenken.
Dr. Fr.
Hess. Techniker-Verband. Der Vorstand hat vor einigen
Tagen in Darmstadt getagt und besonders über die
fernere Behandlung der Besoldungs- u. Titelfrage beraten.