Spital für ansteckende Kraukheiten in Detroit, Michigan (Amerika).
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velche durch die Widerlager, bezw. durch eine Scheitelverzierung
nerdeckt, das System nicht zum klaren Ausdruck gelangen lassen,
in Bezug auf die etwas wild behandelten Geländer und sonstigen
Verzierungen, wurde hauptsächlich die Anlage der Treppen an
den Enden der Brücke beanstandet, welche parallel zum Strom,
ilso rechtwinklich zur Brückenlinie und überhaupt etwas zu auf—
vändig gedacht sind. Mit ihren äußersten Punkten reichen sie
rund 3,60 mm von der Flucht der Widerlager ab in die Straße
hinein, während die Bürgersteige, deren künftige Verbreiterung
ausgeschlossen erscheint, am Reichstagsufer nur 3,00 mm, am
Schiffbauerdamm selbst nur 4,288 m Breite zeigen. Daß durch
die Treppenanlage eine wesentliche Beschränkung des durch—
zehenden Verkehrs der Uferstraßen herbeigeführt werden würde,
ist hiernach wohl selbstverständlich. Zudem würde die Richtung
»er Treppen gemäß der festgesetzten Lage der Brücke auch nur
anuf der Seite des Schiffbauerdammes annähernd der Haupt—
rcichtung des Verkehrs über die Brücke entsprechen. Die vom
Verfasser gewählte, schwach geneigte Lage der Diagonalen der
Bogenträger wuürde als zu wenig kräftig bezeichnet; es dürfte
zuch in konstruktiver Beziehung eine steilere Stellung derselben,
»der eine Einschaltung von radialen Versteifungen wünschens—
verth gewesen sein. Die aus leichten Zwillingsträgern mit
Holzfutter nach italienischen Mustern (zwei Stehbleche mit vier
Winkeleisen garnirt) konstruirten Längsträger zur Befestigung
des Bohlenbelags erschienen überflüssig und zu umstäudlich in
hrer Herstellung; einfache Holzbalken würden genügt haben.
Im Uebrigen wurde die Durcharbeitung des Entwurfs so—
wohl in Bezug auf die sorgfältige zeichnerische Darstellung, wie
die gründliche Bercchnung lobend anerkannt.
Die Abfsicht, den Nachtheil übermäßig starker Widerlager
zu vermeiden, führte den Verfasser des Entwurfs mit dem
Merkwort: „Sphinx“ zu einem System des durch einen Balken—
räger versteiften labilen und flexiblen Bogens, eine Anordnung,
die bereits bei der Brücke über die Etsch in Verona ausgeführit
vurde und eine gewisse Aehnlichkeit mit der älteren Coblenzer
stheinbrücke hat. Durch die hoch über die Fahrbahn reichende
Entwicklung des Bogens wurde eine bedeutende Vergrößerung
des Pfeilverhältnißes und damit eine wesentliche Einschraͤnkung
der Widerlager erzielt. Allerdings dürfte die gewählte Durch—
chneidung von Bogen und Fußbahn wohl niemals eine wahr—
haft befriedigende, künstlerische Lösung der Aufgabe zulassen,
da meist die starke, waagerechte Betonung durch den Balken,
namentlich in Verbindung mit dem Geländer, zu sehr den Ein—
ruck des Bogens stört. Bei dem Entwurf „Sphinx“ fiel dies
Janz besonders wegen der geringen Höhe des Blechbogens auf.
Die seitliche Steifigkeit des Bogens wurde unter Zuhuͤlfenahme
teifer Vertikalen erreicht; sie wurde nach Engeper's Methode
zur Berechnung der Sicherheit gegen seitliches Knicken genau
nachgewiesen. Ein oberer Windverband konnte daher vermieden
verden; an seiner Stelle schien dem Verfasser nur eine Ouer—
persteifung der Hauptträger durch ein Portal in der Mitte der
Brücke wünschenswerth. Am Reichstagsufer wurden 3, am
Schiffbauerdamm 9 Stufen erforderlich, die der Verfasser ge—
chickt zwischen den Widerlager-Aufbauten unterbrachte.
Auch dieser Entwurf zeigte in den Einzelheiten einige
isthetische Mängel: die allzu große Höhe der Lalernenaufbauten
in den Enden der Brücke und die unvortheilhafte Umrißlinie
es Mittelportals. Eine etwas gedrungenere Ausbildung der
ersteren würde den Eindruck des ganzen Bauwerkes wesentlich
herbessert haben; die seitlichen und der mittlere Laternen-Aufbau
»es Portals sind zu gleichwerthig behandelt. Jedenfalls verdient
iber der Entwurf sowohl nach seinem System, wie nach der
zeschickten und künstlerisch hervorragenden Durchbildung alle
Beachtung, wenn er auch, an der betreffenden Stelle ausgeführt,
nicht ganz am Platze sein dürfte, da er namentlich mit der be—
nachbarten Stadtbahnbrücke wohl schwerlich in Einklang ge—
pracht werden kann.
Der vierte Entwurf, mit dem Merkwort: „Schlag noch
einmal den Bogen“ stellt eine Bogenbrücke mit Käumpfer—
gelenken dar, eine Anordnung, wie sie allerdings in ähnlicher
Weise schon vielfach bei den Brücken Berlin's ausgeführt wurde,
die aber unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse als
inzige Möglichkeit einer allseitig befriedigenden Lösung erschien.
Allerdings mußte die Breite der Widerlager wegen des vom
Verfasser gewählten, sehr geringen Pfeilverhältnisfses (1: 15,7)
ehr groß werden, sie beträgt ,40 m zwischen den Spundwänden
des Betonbettes. Abgesehen von kleineren Mängeln in Bezug
nuf die Konstruktion der Fußbahnträger, das geringe Ver—
zältniß der Blechbogenhöhe zur Spannweite (wodurch ungünstige
Zuerschnittsabmessungen der Bogen entstanden), die Beleuchtung
»er Brücke, die nur an beiden Enden des 50 mmilangen Fuß,—
teges erfolgen soll, sowie in Bezug auf die Ausbildung der
Finzelbeiten erscheint die Brücke aber nach ihrem System und
hret Durcharbeitung am besten in den Stadttheil zu passen,
esonders auch wird dieselbe gut mit der benachbarten Stadt⸗—
ahnbrücke zusammen stimmen. Das System ist klar und ge—
hickt durchgeführt, die Darstellung durchaus zu loben, so daß
ich der Beurtheilungs-Ausschuß entschied, dieser Arbeit den ersten
dreis im Betrage von 350 Mark zuzuerkennen. Als Verfasser
rgaben sich Königlicher Regierungs-Baumeister G Fischer und
Bauführer Uthemann zu Berlin. Der Entwurf mit dem Merk—
vort: „Sphinr“ der Königlichen Regierungs-Bauführer Emil
doffmann und Valentin Enders in Berlin wurde mit dent
weiten Preise von 100 Mark gekrönt. In Anerkennung des
zleißes, der sich auch in der Arbeit mit dem Merkwort: „In
rnster Stimmung“ zu erkennen giebt, wurde den Verfassern
esselben, Königlichen Regierungs-Bauführer Bergius in Potsdam
ind Wilhelm Kirchhoff in Leipzig, der vom Verein für die ge—
vöhnlichen Monatsaufgaben bestimmte Preis (500 Mk.) zuerkannt.
Bezüglich der Kosten der Brücke wurden nur die drei zuletzt
zenannten Euntwürfe verglichen, da der Entwurf „Idee“, wie
emerkt, zu wenig durchgearbeilet vorlag. Bei den verglichenen
Entwürfen wurden auch die ornamentalen Ausschmückungen,
vie die Laternen-Aufbauten, sowie die Beleuchtungs-Einrichtungen
lußer Ansatz gelassen, um einen möglichst gleichwerthigen Kesten—
zergleich anzustellen. Hiernach würde der Entwurf: „In ernster
-Ztimmung“ 127 000 Mk, der Entwurf „Sphinx“ 96 000 Mk.
er Entwurf „Schlag' noch einmal den Bogen“ 107000 Mk.
rfordern, so daß einschließlich der künstlerischen Ausbildung der
dandelaber u. s. w., sowie der Beleuchtung die Gesammtkosten
ieser drei Entwürfe jedenfalls hinter dem festgesetzten Höchst—
—X—
W. R. Hartung.
— * D.8 à *
Spital für ansteckende Krankheiten in
Detroit, Michigan (Amerika),
entworfen von Dr. O. W. Wight in Detroit,
tebst Bemerkungen über die Anlage centraler Krankensäle im Allgemeinen.
(Hierzu 2 Abbildungen.)
Während in Deutschland in den Krankenhäusern nach dem
Pavillonsystem den Krankensälen durchweg eine rechteckige Grund—
orm gegeben wird, ein Abweichen von dieser, aus dem Wohn—
ausbau übernommenen Gestalt auch bei uns kaum in Frage
ommen kann, machen sich in neuerer Zeit anderwärts Bestre⸗—
ungen bemerklich, statt dessen für Krankensäle von einiger
Hröße einen centralen, meist kreisrunden Grundriß einzuführen.
Diese Bestrebungen sind insofern von Erfolg gewesen, als
zereits eine größere Anzahl von Krankenhäusern nach den neuen
Lorschlägen erbaut worden, bezw. in der Ausführung begriffen
ind. Es erscheint darum wohl angebracht, auf dieses System,
inter Beifügung eines neueren Beispiels, etwas näher ein—
uugehen.
Die erste und zur Zeit noch größte Anlage dieser Art ist
zas neue städtische Krankenhaus in Antwerpen, welches wir auf
Zeite 134 des Jahrg. 1886 d. Bl. kurz beschrieben und von
»em das „Centralblatt der Bauverwaltung“ auf Seite 169
»es Jahrg. 1886 einen Grundriß brachte. Dasselbe wurde um
ꝛas Ende des vorigen Jahrzehnts nach den Entwürfen des
Urchitekten Baeckelmann, trotz des Widerspruches der Brüsseler
Iberbehörde, erbaut, hat jedoch auf dem europäischen Festlande
isher keine Nachfolge gefunden. Immerhin hat das Antwer—
ener Stuyvenberg-Krankenhaus den Anlaß gegeben, daß es den
freunden der neuen Anordnung in England gelang, daselbst
en Bau eines ersten Krankenhauses dieser Art, des „Miller
Memorial-Hospital“ in Greenwich, durchzusetzen. Die in Eng—
ind auf Einführung centraler Säle gerichteten Bestrebungen
zauern bereits längere Zeit an, ihre Hauptverfechter sind der
Professor der Chirurgie J. Marshall und der Generalmaior im