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BAUZEITUNG
eine gewisse Ruhe gesichert gegenüber der lärmenden Pose satz gelten, dasjenige Material zu verwenden, das heimisch
unserer heutigen Friedhöfe. Für diese Anordnung spre- bezw. am Platze zu haben ist. Eine große Spanne Zeit war
eben vor allem unsere alten Friedhöfe, auf denen wir ge- besonders der Granit sehr beliebt und zwar gerade in
radezu vorbildliche Beispiele hiefür finden. Es ließe sich jener Zeit, in welcher das Kunsthandwerk in Deutschland
diese Gleichheit der Form auch dahin deuten, daß wir nach in allen seinen Teilen brach lag. Die natürliche Folge
dem Tode alle gleich sind. Neben dieser Form wären auch war, daß diese Monumente keine künstlerische Bedeutung
Abteile mit stehenden Denkmälern zu schaffen. Hier liegt haben konnten, umsomehr als alle möglichen Farben zuder
große Fehler unserer neuen Friedhöfe, daß sie in der sammen verwendet wurden und so noch viel weniger ein
Hauptsache solche freistehende Denkmäler und zudem künstlerischer Eindruck hervorgerufen werden konnte,
meistens in schlechten Verhältnissen unter Aufwendung Allerdings ist wohl zu beachten, daß dieses Material beim
von verschiedenartigen Materialien aufweisen. Stehende Künstler besondere Fähigkeiten voraussetzt, da die feste
Orabmalformen lassen sich sehr wohl in reihenweiser An- Struktur keinerlei Zufälligkeiten aufkommen läßt. Die poordnung
zweckmäßig verwenden, wenn ein Zusammen- rösen Steine mit ihren farbigen Adern kommen bei der
Schluß derselben, sei es durch umrahmende Buschhecken, Formgebung mehr zu Hilfe, doch tritt bei kleinen Flächen
oder andere gärtnerische Flilfsmittel, vorgenommen wird, oft die poröse Beschaffenheit störend in den Vordergrund.
Für diese Art Aufstellung sind wiederholt praktische Als ganz verfehlt dürfte es zu bezeichnen sein, wenn das
Beispiele gemacht und ausgezeichnete Resultate erzielt Verwittern der Grabsteine verhindert wird und die sich
worden. Für kleinere Belegquartiere ließen sich Abteile bildende Patina, Moose und Flechten entfernt werden,
bilden für Holzkreuze, Eisenkreuze usw. Auch für diese Nachdem der Zahn der Zeit mit dem Menschen fertig ge-Denkmalformen
haben wir auf unsern alten Friedhöfen worden ist, sollte auch seinem Grabstein kein besseres Los
vieles Vorbildliche und können lernen an der sinngemäßen beschieden sein.
Entwurf:
Architekt
K. M. Raysz
Kaiserslautern
Ausführung:
Steinmetzgeschäft
dir. Hocke-Kaisers
Grabmal-Ausstellung
Waldfriedhof
Kaiserslautern
Aufstellung und künstlerischen Erfassen der Form. Ganz Hoffen wir, daß die Neuanlagen unserer Friedhöfe so
besondere Gräber, Erbbegräbnisse u. a. könnten als Wand- geschaffen werden, daß auch dort recht bald der so oft
gräber, sei es an hohen geschnittenen Hecken, an der Fried- gerühmte Stimmungszauber unserer alten Friedhöfe aufhofmauer
oder sonst bevorzugten Stellen angeordnet treten möge! rg.
werden.
Fassen wir dies zusammen, so kommen wir zu der
Ueberzeugung, daß die gesamte Anlage einem künstlerischen
Willen überlassen sein muß. Es wäre
also naheliegend und keineswegs übertrieben, hier die allgemeine
Vorschrift zu machen, daß die einzelnen
Denkmäler einer Genehmig ungspflicht
zu unterwerfen sind. Dadurch wäre der weitgehendste
Einfluß auf die Gesamterscheinung gesichert
und jedenfalls Auswüchsen schlimmster Art ein Riegel vorgeschoben.
Es wäre diese Vorschrift umsoeher durchzuführen,
da sie praktisch keinerlei Nachteile hat und keinerlei
persönliche Verluste entstehen könnten.
Wenn wir so grundlegende Momente für die Oesamtgestaltung
festgelegt haben, dürfte noch Einiges über Materialverwendung
gesagt werden. Dieselbe hat zwar bei
richtiger Gesamtdisposition so wie wir sie in Vorstehendem
angedeutet hatten, weniger große Bedeutung, da wir
heute so weit vorgeschritten sind, jedes Material künstlerisch
zu werten. Im Allgemeinen dürfte hier der Grund-X.
Verbandstag des Deutsch-Oesterreichisch-Ungarisch-
Verbands für
Binnenschiffahrt
Vom IQ. bis 23. August fand in Konstanz am Bodensee
die von etwa 600 Teilnehmern .besuchte 10. Tagung des
Verbands statt. Es war ein sehr interessantes Programm,
das am 20. und 21. August im ehrwürdigen Konziliumssaal
abgewickell wurde, während die beiden folgenden
Tage in der Hauptsache den Besichtigungen der Wasserwerksanlagen
von Schafihausen und Rheinfelden gewidmet
waren. Kommerzienrat Strohmeyer in Konstanz, der Vorsitzende
der „Internationalen Vereinigung zur Förderung
der Schiffbarmachung des Rheins bis zum Bodensee“ eröffnete
den Kongreß mit einer Schilderung der Zwecke