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BAUZEITUNG
Nr. 3
vorgeführt. Die Amerikaner haben es verstanden, ohne
wissenschaftliche Schulung nur durch reines aber zielbewußtes
Ausprobieren durch eine bis ins kleinste ausgeklügelte
Fabrikorganisation, das sogenannte „scientific
management“, ein Gebiet, auf dem sich vor allem Taylor
auszeichnete, im Werkzeugmaschinenbau an die erste
Stelle zu rücken. Die Entwicklung des Exportes wird
durch die amerikanische Kapitalmacht, höhere Geschäftsgewandheit
und überlegene Beschaffenheit der Ware begünstigt.
Der Vortrag und die vorgeführten Lichtbilder
fanden reichen Beifall. An der folgenden Diskussion beteiligten
sich die Herren Taaks, Bauer und Riesz.
Wettbewerbe
Evangelisches Gemeindehaus Pforzheim. In einem
auf die in Pforzheim ansässigen Architekten beschränkten
Wettbewerb liefen 35 Arbeiten ein. Das Preisgericht
verteilte unter Anerkennung der künstlerischen Höhe der
eingegangenen Arbeiten die Preissumme von 3000 M. in
folgender Weise: Ein II. Preis von 1000 M. Architekten
Hartmann & Forschner; ein II. Preis von 1000 M. Architekten
Denzel & Deichsel; ein 111. Preis von 500 M. Architekt
Emil Ringer. Zwei Ankäufe zu je 250 M. Architekten
Schrade und Mahler & Brenner. Ein Entwurf des
Architekten Faller wurde noch zum Ankauf empfohlen.
Kreuzweg für Sierenz 1. E. Unter Elsaß-Lothringer
Architekten ist ein engerer Wettbewerb für Vorentwürfe
zu einem Kreuzweg im Freien in Sierenz i. E. mit Frist
bis 1. Mai d. Js. und drei Preisen im Gesamtbeträge von
1600 M. ausgeschrieben. Die Unterlagen sind für 3 M.
von der Hospizverwaltung in Sierenz zu beziehen.
Fest- und Konzertsaal Münster 1. W. Es sind 28
Arbeiten eingelaufen. Je einen Preis von 2250 M. erhielten
die Entwürfe der Architekten A. Glöckner, Mitarbeiter
R. Jaeg in Hannover, sowie K. Wach und
H. Beck in Isernhagen bei Hannover. Ein Preis von
1500 M. fiel Architekt O. Musall in Aachen zu. Angekauft
wurden die Entwürfe der Architekten W. Piel in
Münster und Backhaus & Bamberg in Duisburg.
Rathausneubau in Limbach-Sachsen. Zur Erlangung
von Entwürfen wird ein Wettbewerb unter deutschen Architekten
ausgeschrieben mit Preisen von 4000, 3000 und
2000 M. Zum Ankauf von zwei weiteren Entwürfen sind
1000 AL bestimmt. Termin 15. Mai 1913. Preisrichter
sind u. a. Stadtbaurat Professor Erlwein, Geheimer Baurat
K. Schmidt-Dresden, Stadtbauinspektor Fritzsche-Limbach,
Stadtbaurat Geheimer Baurat Hoffmann-Berlin.
Unterlagen gegen Erlegung eines Betrags von 2,50 M.,
der nach Einreichung eines Entwurfs zurückerstattet wird,
zu beziehen von dem Stadtrat.
Kleine Mitteilungen
Stuttgart, Raumkunst-Ausstellung. Die von der
Möbel-Fabrik Erwin Behr-Wendlingen im Ausstellungsgebäude
Kanzleistraße 26 veranstaltete Raumkunst-Ausstellung,
auf die wir schon hingewiesen haben, erfreut
sich eines sehr zahlreichen Besuches. Die ausgestellten
Zimmer, teils für bürgerliche Verhältnisse, teils für weitergehende
Ansprüche, entworfen von Architekt E. Bercher,
finden ihrer zweckmäßigen Einrichtung und ihrer fröhlichbehaglichen
Raumstimmung wegen allseitigen Anklang.
Wir werden auf die Ausstellung unter Beigabe von Abbildungen
zurückkommen.
Waldshut. Zur Ueberschreitung des Rheines zwischen
Waldshut auf badischer und Koblenz auf schweizerischer
Seite ist mit einem Aufwand von 286000 M. die Erbauung
einer eisernen Brücke beschlossen worden. Von
den Kosten entfallen 146000 M. auf Baden, 140000 M.
auf die Schweiz.
Frankfurt a. M. Eine Umgestaltung des linken
Mainufers gegenüber dem Westhafen, das bisher von
Kohlenlagerplätzen in Anspruch genommen wird, die jetzt
nach dem Osthafen verlegt werden konnten, ist im Werke.
Es wird sich hier nach Anlage einer breiten, mit einer
Doppelreihe von Bäumen bepflanzten Uferstraße, ein vornehmes
Wohnviertel entwickeln. Es werden nahezu
100000 qm Bauland gewonnen, von dem jedoch eine
Fläche von 18500 qm zur Erweiterung des städtischen
Krankenhauses zur Verwendung kommen soll. Der Wert
des ganzen Geländes wird auf 5 V 2 Millionen Mark geschätzt.
Höchst a. M. Eine umfangreiche Erweiterung des
Krankenhauses, die einen Kostenaufwand von 865000M.
erfordern wird, ist durch die Stadtverordnetenversammlung
beschlossen.
Düsseldorf. Die Stadtverordnetenversammlung wählte
zum ersten Beigeordneten den K. Baurat und Beigeordneten
Geusen, welcher im Jahre 1901 zum Technischen
Beigeordneten der Stadt Düsseldorf gewählt
wurde. Düsseldorf ist wohl die erste Großstadt, welche
zum ersten Beigeordneten einen Techniker bestimmte.
Personalien
Hessen. Ernannt: Regierungsbaumeister G. Sehrt in Darmstadt
zum Brandversicherungsinspektor.
Elsaß-Lothringen. Ernannt: der Regierungsbaumeister
Stirnemann zum Wasserbauinspektor unter Uebertragung der
Wasserbauinspektorstelle in Colmar.
Sprechsaal
Anfrage. In stark exponierter Lage wird ein Landhaus in
sichtbarem Holzfachwerk erbaut. Welche Art von Isolierung
der Umfassungswände (an den Innenseiten) wurde schon mit
Erfolg angewendet? Ist das Annageln von 3 cm starkem Bimsdielen
empfehlenswert? E. K. 19.
Antwort. E. K. 19. In solcher Lage sichtbares Holzfachwerk
zu verwenden, wäre ein grober Fehler. An der Westseite dringt
das Wasser bei dieser Konstruktion zwischen Holz und Putz so
stark ein, daß das Holz in kurzer Zeit verfault. Was nützt eine
innere Isolierung, wenn die tragende Konstruktion samt Ausriegelung
und Putz regelmäßig durchnäßt wird und so bald zu Grunde geht?
Sie müssen den Schutz außen durch einen Mantel anbringen und
zwar; 1. Entweder die ganze Fläche mit Dachpappe verkleiden
und darüber senkrechte Vertäferung mit Deckleisten, (siehe Hütten
in hoch gelegenen Gegenden) oder 2. die vielfach erprobte beste
Ummantelung mittelst Schindeln. Wir raten Ihnen im vorliegenden
Fall dringend ab vom sichtbaren Holzfachwerk. W. F.
S. R. Kork ist ein gutes Isoliermittel gegen Schall. Viel besser
aber auch viel teurer ist imprägnierter Filz (Filzfabrik Adlershof
bei Berlin). Wenn Sie Korkplatten verwenden, raten wir Ihnen,
diese nicht direkt auf die Wand zu nageln, sondern auf Querleisten,
die auf der Wand befestigt sind. Der Erfolg wird ein viel besserer
sein, wenn Sie die hiedurch entstehende Zwischenräume mit trockenem
Sand auffüllen. W. F.
Anfrage. In meinem Neubau erweist sich die im Treppenhaus
vorgesehene Holzbrüstung als zu teuer. Was könnte hier statt
der Holzbrüstung als dauerhaft und doch billiger empfohlen werden.
Was sind hiezu die entsprechenden Ausführungsarten? Gr.
Antwort. Gr. Die Täferung im Treppenhaus wird wohl zu
teuer, weil die Füllungen keine Rechtecke, sondern Parallelogramme
werden und die Frieße schräge Schnitte erhalten. Billigere Wandschutzkonstruktionen
gibt es; aber keine solideren als Holztäferung,
solche sind: Nesselspannung (roher naturfarbiger Stoff) wird auf
der ganzen Fläche vom Tapezier aufgeklebt (ca. 80 Pfg. qm) und
oben mit einer Deckleiste vom Schreiner abgeschlossen (40 - 60 Pf.
lfd. m) Stoff und Stab werden in Ölfarbe gestrichen. 2. Anstatt
Nessel kann auch getönter Stoff Rupfen verwendet werden. Dieser
ist etwas teurer, dafür fällt das Anstreichen weg. 3. Auch Wandlinoleum
kann verwendet werden, nur ist das teurer. W. F.
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel
in Stuttgart. Druck; Gustav Stürner in Waiblingen.