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BAUZEITUNG
Nr. 48
Zum Ankauf empfohlen
Ansicht vom See aus
telstand, insbesondere die Baugewerksgruppe, schwer
notleidend geworden ist und dringend der Hilfe bedarf,
unterliegt keinem Zweifel mehr und wird nicht mehr bestritten.
Das Schlimmste an der Lage des Mittelstandes ist, daß
er selbst noch nicht zu einer eigenen selbständigen Auffassung
der Gründe seiner Leiden, noch der Mittel der
Abhilfe gekommen ist.
Er schwankt zwischen der Anlehnung an die konservative
Gönnerschaft und der Umgarnung durch die Linke.
Nach rechts führt das rein gefühlsmäßige Element der
Hochachtung vor der Regierung etc., dieser Quelle aller
Gnaden und Würden, die doch nach ihrer ganzen Struktur
und mit Rücksicht auf die Männer, die in ihr herrschen,
gar nicht helfen kann, selbst wenn ihr die Fragen der Erhaltung
des selbständigen Mittel- und Kleingewerbes in
dem Riesengetriebe unserer kapitalistisch-industriellen
Entwicklung nicht so hoffnungslos fremd wären.
Diese gefühlsmäßige Richtung findet ihre Stütze und
Nahrung vorwiegend in den Innungen und bei den Handwerkskammern
und deren Stimmführern, so daß Handwerks-
und Mittelstand, bald rechts bald links schwankend,
garnicht dazu kommen, sich auf sich selbst zu besinnen
und sich klar vor Augen zu halten, was sie für eine
Macht sind, wenn sie sich — organisieren. Die geschlossene
Organisation ist allein das Heilmittel des
Erfolges; denn Organisation ist der erste Schritt der
Selbsthilfe! Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! lautet das
wahre Sprichwort. Es findet eine Bestätigung in den Organisationen
„des Bundes der Landwirte“, des „Zentralverbandes
der Industriellen“ und nicht zuletzt in den Organisationen
der Arbeitnehmer. Erst wenn der Mittelstand,
zunächst die Gruppe Baugewerbe, als geschlossene
Organisation auftritt und laut und deutlich verlangt, was
ihr gebührt und nicht verweigert werden darf, dann erst
wird er gehört und hat Erfolge. Auf sich selber muß der
Mittelstand erst stehen; ehe er sich Stärkeren verschreibt
und verkündet, muß er selbst eine Macht sein, sonst wird
er um die Früchte seiner Hilfe wieder, wie so oft, gebracht.
Die beabsichtigte Gemeinschaftsarbeit setzt doch voraus,
daß jeder Beteiligte des anderen Lebensbedingungen
anerkennt und gewährleistet. Sehen wir uns doch die
beiden Verbündeten der Gemeinschaftsarbeit etwas
näher an.
WETTBEWERB SEEBADEANSTALT FRIEDRICHSHAFEN
GRUNDRISSE
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Zum Ankauf empfohlen Grundriß
Verfasser: Architekten Bihl und Woltz-Stuttgart
Als im vergangenen Frühjahr die Verhandlungen über
die Erneuerung des Tarifvertrages im Baugewerbe stattfanden
und die Arbeitnehmer-Organisationen wieder unerhörte
Erhöhung der Löhne forderten, verlangte der
Deutsche Arbeitgeberbund im Baugewerbe vom Stahlwerksverbande
die Anerkennung der Streikklausel d. h.
das bündige Versprechen, daß im Falle einer notwendigen
Aussperrung der Arbeiter der Stahlwerksverband sofort
jede Lieferung von Trägern und Baueisen einstellen solle.
Der Stahlwerksverband ist jedenfalls die oberste Vertretung
der Großindustrie, denn seine Leiter haben auch
die Führung im Zentralverband der Industriellen. Was
tat nun der Stahlwerksverband? Er lehnt das berechtigte
Ansinnen des Arbeitgeberbundes glatt mit der Begründung
ab, daß die Händlervereinigung für Baueisen in Berlin
nicht unter einen Hut zu bringen sei. In Wirklichkeit
dekretierten die Großbanken, welche in gleicher Weise bei
Zum Ankauf empfohlen
Ansicht gegen das Ufer