Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1913)

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BAUZEITUNO

Nr.  52

der  Orgelempore  im  Chor  und  Aufstellung  der  Orgel  mit
dem  alten  schön  geschnitzten  Rokokoprospekt  auf  einem
ansteigenden  Podium  wurdq  dem  hochgewölbten  Chorraum ­
  eine  freiere  und  lichtere  Wirkung  gegeben.  Das
Alte  und  Neue  wurde  in  sorgfältiger  Abwägung  nach  heutigem ­
  Empfinden  zusammengestimmt,  daß  ein  neuer  erhebender ­
  Eindruck  des  Kirchenraumes  zu  Stande  kam.
Die  alten  Malereien  behandelte  in  geschickter  Weise  Kunstmaler ­
  Wennagel,  die  dekorative  Bemalung  der  neuen  Teile
führte  Kunstmaler  Heile  von  Stuttgart  aus,  die  schönen
Glasgemälde  in  4  Fensterfeldern  im  Chor  stammen  aus  der
Kunstglaserei  V.  Saile  in  Stuttgart  nach  Karton  von
Kunstmaler  E.  Pfennig-Stuttgart.  Die  neue  Orgel  erhielt
16  Register  und  ist  ein  Werk  der  Firma  Friedr.  Weigle  in
Echterdingen.  Der  große  Raum  wird  durch  Zentralofenheizung ­
  von  A.  Steinbach-Stuttgart  erwärmt.  Die  örtliche
Bauleitung  lag  in  den  Händen  von  Bauführer  M.  Röder.

rige  Herbstversammlung  statt.  Tagesordnung:  1.  Bekanntgabe ­
  des  Protokolls  der  letzten  Provinzialversammlung. ­
  2.  Verbandsangelegenheiten.  3.  Anträge  zur
Hauptversammlung  1914.  4.  Bestimmung  des  Orts  der
nächsten  Versammlung.  Die  Herren  Kollegen  werden
hierdurch  höflichst  eingeladen  und  gebeten  zahlreich  zu
erscheinen.
Friedberg,  20.  Dezember  1913.  Schäfer.
Kleine  Mitteilungen
Stuttgart.  Im  Bund  für  Heimatschutz  wird  Herr
Professor  Dr.  A.  E.  Brinckmann  von  der  Technischen
Hochschule  in  Karlsruhe  über  modernen  Städtebau  unter
besonderer  Berücksichtigung  der  Stuttgarter  Verhältnisse
sprechen.  Der  Vortrag  wird  angesichts  der  zahlreichen
in  Stuttgart  schwebenden  städtebaulichen  Fragen  von  oe-Schwarzwaldhaus

  in  Kirnbach  bei  Gutach
Aus  „Das  deutsche  Dorf“,  Süddeutschland.  Verlag  R.  Piper  &  Co.,  München

sonderem  Interesse  sein.  Er  wird  am  2.  Februar  im
Gustav  Siegle-Haus  stattfinden.
Gärtringen.  Die  hiesige,  aus  dem  Ende  des  15.  Jahrhunderts ­
  stammende  Kirche,  deren  bauliche  Schönheit  und
reiche  architektonische  Gestaltung  im  Innern  über  den  Begriff ­
  einer  einfachen  Dorfkirche  hinausgeht,  konnte  heuer
wieder  eingeweiht  werden,  nachdem  eine  durchgreifende
Erneuerung  durch  die  Stuttgarter  Architektenfirma  Th.
Dolmetsch  &  Professor  F.  Schuster  im  Laufe  dieses  Jahres
stattgefunden  hatte.  Die  Kirche  hat  die  Form  einer  Hallenanlage ­
  mit  ins  Innere  gezogenen  Strebepfeilern.  Schiff,
Seitennischen  und  Chor  sind  mit  reich  geformten  Netzgewölben ­
  ausgeführt  und  diese  mit  feinen  Malereien  geschmückt, ­
  die  in  der  alten  Form  wieder  hergestellt  wurden. ­
  Spätere  Zutaten,  wie  lebensgroße  Figurenmalereien
an  den  Wänden  aus  dem  16.  Jahrhundert  und  die  Einbauten ­
  aus  der  Zeit  nach  der  Reformation,  Kirchenstühle
mit  vergittertem  Schreinwerk,  Emporbühnen,  Altarschranken ­
  in  bunter  Bemalung  gaben  dem  Raum  Leben  und
Wärme.  Soweit  es  für  heutige  Verhältnisse  irgend  ging,
wurden  die  alten  Einbauten  erhalten.  Durch  Entfernung

Personalien
Hessen.  Versetzt:  der  Wasserbauassessor  Bauinspektor
L.  Ickes  zu  Worms  in  gleicher  Diensteigenschaft  an  das  Wasserbauamt ­
  Mainz.
Sprechsaal
Anfrage.  An  einem  im  Frühjahr  fertiggestellten  Neubau
springen  jetzt  in  Decken  und  Wandputz  kleine  Kalkstückchen  ab
(anscheinend  von  schlecht  gelöschtem  Kalk  herrührend)  Es  sitzt
an  dieser  Stelle  ein  braunes  Mehlkorn.  In  den  viel  geheizlen
Zimmern  tritt  diese  Erscheinung  stärker  zu  Tage  als  in  andern.
Kann  der  Unternehmer  für  den  Schaden  haftbar  gemacht  werden?
Wie  ist  dem  Schaden  am  besten  abzuhelfen?  K.  K.
Antwort.  Ihre  Vermutung,  daß  die  Verwendung  von  schlecht
gelöschtem  Kalk  die  Erscheinung  hervorruft  trifft  jedenfalls  zu  und
m.  E.  ist  der  Unternehmer  für  den  Schaden  haftbar.  Dieser  wird
auch  durch  Besichtigung  der  Sache  am  besten  feslstellen  können,
wie  zu  helfen  ist.  O.  S.
            
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