27. Dezember 1913
BAUZEITUNG
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Gegen Baufeuchtigkeit
Motto: Eines schickt sich nicht für alles.
So allgemein bekannt wie die Baufeuchtigkeit ist, so
verhaßt ist sie auch in allen Kreisen der Bevölkerung, und
das mit gutem Recht. Wer einmal in einem feuchten
Hause gewohnt hat, der kennt die mancherlei üblen Folgen,
die der Aufenthalt in feuchten Wohnungen nach
sich zieht und der weiß den Wert einer trockenen Wohnung
zu schätzen. Nicht nur, daß in feuchten Häusern
die Möbel verderben, die Rückseiten derselben verschimmeln,
die Bilder sich in ihren Rahmen lösen, die Tapeten
faulig werden und zum Teil in großen Lappen von den
Wänden herabhängen, sondern es lagert auch ein widriger,
modriger Geruch in allen Räumen, und vor allem ist
auch die Gesundheit der Bewohner sehr gefährdet. So
ist es erklärlich, daß der Kampf gegen die Feuchtigkeit in
Bauwerken mit aller Energie geführt wird. In Nachstehendem
sollen die Mittel kurz geschildert werden, die
zur Bekämpfung der Feuchtigkeit besonders in Betracht
kommen.
Bei der Bekämpfung der Baufeuchtigkeit kommen 2
Momente in Betracht:
1. Verhütung, 2. Beseitigung von Baufeuchtigkeit. In
beiden Fällen kommen wiederum verschiedene Punkte in
Frage; es kann sich z. B. um aufsteigende Erdfeuchtigkeit
handeln, oder auch um Feuchtigkeit, die von der Seite andringt.
Aus dem Angeführten geht nun wohl schon zur Genüge
hervor, daß Baufeuchtigkeit ein ziemlich weiter Begriff
ist; ein weiter Begriff, begründet durch die Verschiedenartigkeit
der Ursachen. Sind aber die Ursachen verschieden,
abweichend voneinander, so müssen es ebenfalls
die Mittel zu ihrer Bekämpfung sein; und sie sind es auch.
Die Beseitigung von Baufeuchtigkeit oder mit anderen
Worten die Trockenlegung feuchter Wände in bereits bestehenden
Gebäuden, muß immer unter Zuhilfenahme der
atmosphärischen Luft geschehen, denn nur diese hat wirklich
austrocknende Wirkung, und die Trocknung feuchter
Wände geschieht, um es gleich vorweg zu sagen, am
zweckmäßigsten mittels der echten Kosmostafeln. Diese
Kosmostafeln tragen dem Gedanken, bezw. der Tatsache
Rechnung, daß die uns umgebende Luft, die Atmosphäre,
wie vorerwähnt, unstreitig das vorzüglichste Trockenmittel
ist. Die Luft nimmt ständig Feuchtigkeit an, saugt
sie auf, denn Wasser verdunstet, d. h. es geht aus dem
flüssigen in den gasförmigen Zustand über — durch die
Luft.
Wie der nebenstehend abgebildete
Querschnitt der Kosmostafeln
zeigt, bilden die Falzen wechselseitig nebeneinander
liegende schwalbenschwanzförmige Kerben — Kerben
natürlich nur im Querschnitt — auf die Fläche übertragen
selbstverständlich nach einer Seite offene Kanäle.
Bekleidet man nun eine Mauer mit diesen Falztafeln, so
werden die auf einer Seite liegenden Kanäle von der
Maueroberfläche überdeckt und man erhält völlig geschlossene,
nur oben und unten an der Mauer offene Röhren
mit trapezähnlichem Querschnitt.
Die nebenstehende Abbil -
düng stellt die Anbringung der
Kosmostafeln und ihr Wesen
dar.
Oben an der Decke und
unten am Fußboden werden
alsdann Leisten verlegt, die Luftlöcher enthalten; so wird
es ermöglicht, daß die Luft ständig zwischen Kosmostafeln
und Mauer zirkulieren kann. Nun verputzt man
die Kosmostafeln, was leicht vor sich geht, da der Putz
in den Falzen gut haftet, und man hat gleich nach dem
Trocknen dieser Putzschicht gänzlich trockene Wandoberflächen,
weil der Putz durch die Kosmostafeln von
Feuchte Wand
mit wasserdichten Kosmos
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der feuchten Wand wasserdicht getrennt ist, sodaß die
dünne Putzschicht für sich allein sehr schnell trocknen
kann.
Aus dem Gesagten geht hervor, daß nicht etwa die
Kosmostafeln selbst die feuchten Wände trocken machen,
sie spielen vielmehr nur die Rolle des Vermittlers. Nur
die Luft, die ständig an der feuchten Mauer vorbeistreicht,
saugt die Feuchtigkeit aus dieser und trocknet sie mit der
Zeit aus. Man erhält also sofort trockene Wandoberflächen
und dauernd trockene Wirkung. Die mit Kosmostafeln
bekleideten Wände haben auch noch andere Vorteile.
Da die Kosmostafeln nicht nur wasserdicht, sondern
auch antiseptisch imprägniert sind, so wirken sie
auch der Fäulnis entgegen. Auch schützen sie sowohl
gegen Hitze und Kälte., wie auch gegen Schall und zwar
ebenfalls infolge der zwischen Wandoberfläche und eigentlicher
Mauer befindlichen Luftschichten.
Wände, die nicht allzu feucht sind, kann man auch
vorteilhaft mit den Kosmos-Isoliertapeten bekleiden. Es
sind dies asphaltierte Wellpappen, die mit einer Flachschicht
versehen sind. Die Hohlwellen kommen an die
feuchte Wand zu liegen, während auf der Flachschicht
ohne weiteres Makulatur und darauf die eigentliche Tapete
aufgeklebt werden kann.
Eine besondere Art der Kosmostafeln wird häufig
und mit sehr gutem Erfolg zur Herstellung dunstdichter
Stalldecken verwendet.
Soll der Baufeuchtigkeit mit ihren üblen Begleiterscheinungen
vorgebeugt werden, so müssen bei Errichtung
eines Hauses von vornherein Maßregeln getroffen werden,
die ein Aufsteigen der Erdfeuchtigkeit nicht zulassen.
Man verwendet dazu zweckmäßig Andernachs’sche
schmiegsame Asphalt-lsolierplatten. Diese Platten werden
einfach auf die Grundmauern in Sockelhöhe gelegt
und darauf weiter gemauert. Die Feuchtigkeit kann dann
in den Kapillarröhrchen des Mauerwerks zwar bis an die
vorerwähnten Asphaltplatten steigen, wird hier jedoch
aufgehalten. Diese Asphaltisolierplatten halten jede noch
so stark aufstrebende Feuchtigkeit bestimmt ab und haben
sich selbst da bewährt, wo feuchtes, morastiges Terrain
anfänglich viele beängstigende Bedenken verursachte.
Außer der von unten aufsteigenden Erdfeuchtigkeit
kann das Mauerwerk durch von der Seite andringende
Nässe (Regen, Schnee usw.) angegriffen werden. In diesem
Falle sind zwei Möglichkeiten zur Beseitigung gegeben
; Entweder bekleidet man die in Frage kommenden
Wände des Hauses außen mit vorgenannten Kosmostafeln
; und die damit bewirkte Luftzirkulation trocknet die
feuchten Wände aus und man hat sofort nach dem Verputz
der Kosmostafeln trockene Wandoberflächen, oder
aber man verputzt die dem Schlagwetter ausgesetzten
Mauern mit Zementputz, dem man A w a - Patent-Mörtelzusatz
beimengt.
Das Verputzen eines Hauses ist jedoch nur dann
zweckmäßig, wenn die absolute Gewißheit besteht, daß
sich das fragliche Gebäude nicht mehr senkt, sich nicht
setzt, wie der Fachmann sagt, da sonst der wasserdichte
Zementputz rissig werden würde, denn er ist, wenn einmal
trocken, also erhärtet, außerordentlich spröde und
gibt auch der geringsten Senkung eines Hauses nicht nach,
sondern springt. An den so entstandenen Bruchstellen
kann alsdann die Feuchtigkeit unbehindert an und in das
Mauerwerk gelangen, damit ist dann natürlich der Wert
des Verputzes stark beeinträchtigt. Handelt es sich jedoch
um Gebäude, die sich bereits gesetzt haben und bei denen
irgend welche Senkungen nicht mehr zu befürchten sind,
so ist ein Verputzen der Wetterseiten mit Zementmörtel,
dem der Awa-Patent-Mörtelzusatz zugesetzt ist, sehr zu
empfehlen.
Dieser Awa-Patent-Mörtelzusatz ist außerordentlich
wasserfeindlich, d. h. er stößt andringendes Wasser direkt
ab. Diese Eigenschaft überträgt sich auch auf die mit