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BAUZEITUNG
-Nr. 52
Heubach auf der Schwäbischen Alb
Aus „Das deutsche Dorf“, Süddeutschland. Verlag R. Piper & Co., München
ilim durchsetzte Verputzmasse und macht diese für unter
nicht zu hohem Druck andringendes Wasser undurchdringlich.
Die Isolierung von Wegunterführungen, Tunnels usw.
gegen Feuchtigkeit läßt sich hingegen vorzüglich vermittels
schmiegsamer Asphalt-Isolierplatten durchführen, die
sowohl mit Filz- wie auch mit Blei- und Gewebe-Einlagen
hergestellt werden. Die hier in Frage kommenden Mauern
sind sehr häufig starken Erschütterungen ausgesetzt
— beispielsweise durch darüber hinfahrende Eisenbahnen
usw. Hier wäre deshalb ein Verputz gänzlich verfehlt;
denn dieser würde nach mehr oder weniger langer Zeit
durch die Erschütterungen rissig werden und abbröckeln.
Die Andernachs’schen schmiegsamen Asphalt-Isolierplatten
jpit Einlagen von Geweben oder Blei sind jedoch allen
an sie billigerweise zu stellenden Anforderungen vollauf
gewachsen; sie halten ziemlich starke Spannungen infolge
von Erdsenkungen usw. gut aus und schließen infolge
ihrer Schmiegsamkeit die damit verkleideten Mauern und
Gewölbe stets wasserdicht ab.
Schließlich sei noch des bekannten wasserdichten Bedachungsstoffes
„Strapazoid“ Erwähnung getan, den die
Firma A. W. Andernach in Beuel am Rhein seit einiger
Zeit in den Handel bringt. Auch dieses gehört zum
Thema. Denn selbstverständlich können unter einem
undichten Dache keine trockenen Wohnungen sein. Aus
diesem Grunde sei auch hier das Strapazoid in der Reihe
der Mittel gegen Baufeuchtigkeit aufgeführt.
Strapazoid ist ein zäher, wie Kautschuk geschmeidiger,
lederartiger Stoff. Da es sehr leicht ist, bedarf es keiner
starken, teueren Dachstühle, stellt sich also schon infolge
dieses Umstandes billiger im Verbrauch als andere Dacheindeckungsstoffe.
Man verwendet Strapazoid gleich gut
zur Herstellung flacher und steiler Dächer, und da es in
allen Farben, rot, grün, weiß usw. streichbar ist, machen
diese Dächer ihrer lebhaften Färbung wegen einen dem
Auge angenehmen Eindruck.
ln Vergegenwärtigung all des Angeführten erkennt
man die Richtigkeit des diesem Artikel beigegebenen
Mottos: Eines schickt sich nicht für alles! Nicht jeder der
hier genannten Artikel eignet sich ohne weiteres zur Beseitigung
oder Verhütung irgendwo auftretender Baufeuchtigkeit.
Sicherlich zieht man am besten stets einen
Fachmann zu Rate. Man wende sich jedoch nicht an
solche Firmen, die nur ein einziges Mittel gegen Baufeuchtigkeit
herstellen, denn diese haben immer ein mehr
oder weniger großes Interesse daran, daß nur das eine,
ihr Fabrikat, verwendet wird; man wende sich vielmehr
an Firmen, die mehrere Mittel zur Bekämpfung der Baufeuchtigkeit
auf den Markt bringen. Eine solche Fabrik
ist die Firma A. W. Andernach in Beuel am Rhein. Sie
befaßt sich seit nunmehr 25 Jahren mit der Herstellung
von Mitteln gegen Feuchtigkeit in Bauwerken und wasserdichten
Bedachungsstoffen. Daß die zahlreichen angestellten
Versuche von Erfolg gekrönt wurden, geht schon
daraus hervor, daß sich die Firma A. W. Andernach ganz
vorzüglich entwickelt hat und heute im In- und Auslande
Fabriken mit eignen Bahnanschlüssen besitzt. Auch erhielt
die Firma auf allen beschickten Ausstellungen hohe
Auszeichnungen, so z. B. auf der Weltausstellung in Brüssel
1910 unter anderem das Ehrendiplom und zwei goldene
Medaillen. Die letzte Auszeichnung ist die goldene
Medaille der Ausstellung auf der Internationalen Baufach-Ausstellung,
Leipzig 1913.
Die langjährige praktische Erfahrung der Inhaber
und Leiter kommt der Güfe, die Fabrikation im großen,
den Preisen der Erzeugnisse zugute. Preiswürdige,
zweckentsprechende Fabrikate auf den Markt zu bringen,
ist der leitende Grundsatz der Firma. Bei näherer Schilderung
der jeweils vorliegenden Verhältnisse bei vorkommender
Feuchtigkeit ist auch die Firma A. W. Andernach
gerne bereit, Auskunft und Rat zu erteilen. Auch stellt
sie Interessenten Muster und Prospekt Nr. . . . postfrei
und umsonst zur Verfügung. Bei Anfragen wolle man
indessen stets den Verwendungszweck und die Prospektnummer
genau angeben.
Bücher
Das deutsche Dorf, Süddeutschland. Von Heinr. Rebensburg,
mit 194 Abbildungen, geheftet M. 1.80, gebunden M. 2.80. Verlag
R. Piper <& Co. München. Gegen die Verunstaltung unserer Dorfbilder,
wie wir sie hauptsächlich in den letzten 20—30 Jahren erleben
konnten, wurde schon viel geschrieben und propagiert.
Die Heimatschutzverbände und verwandte Organisationen sind
hier rührig am Werke und die Pflege der heimischen Bauweise
ist nachgerade eine Selbstverständlichkeit. Wenn man jedoch dabei
bedenkt, wie groß das Betätigungsfeld des Baubeflissenen im
Dorfbau ist, kann es nur begrüßt werden, wenn hier mustergillige
Vorbilder immer und immer wieder gezeigt werden. Heinrich
Rebensburg hat es deshalb unternommen, uns die besten und zugleich
charakteristischen Dorfbilder Süddeutschlands in einer neuen
Sammlung zu zeigen. Wir finden darin eine Summe architektonischer
Schönheiten, sei es der Einzelhof im Schwarzwald, oder
die charakteristischen fränkischen Dorfbilder, die typischen Elsäßer-Bauernhäuser
oder die Oberbayrische Dorfstraße, alle gleich beseelt
von jenem harmonischen einheitlichen Zug, den wir immer und
immer wieder bewundern müssen. Ein erläuternder Text gibt
Aufschluß über Entstehung des Bauernhauses, über Siedelungsarten
unter Beschreibung alles zum Dorfbild gehörigen. Die -gute Ausstattung
des Büchleins wird dazu beitragen, demselben viele
Freunde zu erwerben.. r g-Verantwortlich:
Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart.
Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.