BAUZEITUNG
Nr. 12
liehen Entwurf der Preisträger mit drei großen eisernen
Hallen, die weit über das Dach hinausragen, abgedeckt
sind, sondern daß nunmehr je zwei Personenbahnsteige
durch eine eiserne, etwa 40 m weite Bogenhalle zusammengefaßt
werden (Abb. 7), deren Stützen auf die Gepäckbahnsteige
zu stehen kommen. Eine sehr bedeutsame
Aenderung hat der große Querbahnsteig (Abb. 5)
erfahren. Während in dem ersten Plan der bisher in
den meisten großen Bahnhöfen, z. B. Frankfurt, Leipzig
u. a., durchgeführte Gedanke möglichst große Oeffnungen
nach den Geleisehallen zu ebenfalls angewendet ist, sind
in dem neuen Entwurf diese Oeffnungen nur so groß angelegt,
als für den Verkehr nötig. Es geschieht dies in
der Absicht, den Querbahnsteig nicht nur gegen die von
den Geleisehallen eindringende Zug- und Rauchbelästi-Säulenhalle
eingeschoben, die gegenüber dem früheren
Entwurf einen zweifellosen Fortschritt bezeichnet und dem
ganzen ein ungleich monumentaleres Gepräge verleiht.
Ueber die Einzelanordnung ist noch folgendes zu
sagen: Das ganze Gebäude gliedert sich in einen Hauptbau
entlang der Schillerstraße und zwei Flügelbauten
längs der Ludwigsburgerstraße, sowie dem nordwestlich
nach der Bahnhofstraße hin sich erstreckenden Vorplatz.
Diese drei Bauteile umfassen zusammen den Anfang der
Qeleisehallen, denen der Querbahnsteig vorgelagert ist.
Der Grundriß in Straßenhöhe (Abb. 2) zeigt den Hauptzugang
nahe der Königstraße (Abb. 6), der 22 Fahrkartenschalter
enthält und mit einer 8 m breiten Treppe nach
dem Kopfbahnsteig ausmündet. Rechts davon sind die
Räume für Post, Auskunft, Schlafwagenkarten, Rundreise-Abb.
2. Das neue Stuttgarter Empfangsgebäude
gung mehr zu schützen, sondern auch zu einem architektonisch
befriedigenden Raum auszugestalten; beides
erscheint namentlich deshalb angebracht, weil erfahrungsgemäß
viele Reisende gar nicht die Wartesäle aufsuchen,
sondern sich nur des Querbahnsteigs bedienen. Durch
die über den Hallenzugängen einerseits und den Wartesälen
andererseits angeordneten Fenster (Abb. 8) wird
der Querbahnsteig genügend erhellt, ohne daß zu dem
technisch und architektonisch immer mißlichen Oberlicht
gegriffen werden müßte.
Das Aeußere des Gebäudes (Abb. 1 und 4) zeigt
in dem neuen Entwurf gegenüber dem ursprünglichen
gleichfalls wesentliche Abweichungen. Vor allem springt
die Verschiebung des Uhrturms ins Auge, der nunmehr
an die Ecke der Schiller- und Ludwigsburgerstraße gerückt
ist und damit in die Flucht der Königstraße fällt,
dieser also einen würdigen Abschluß verleiht und zugleich
schon von weit her auf den Bahnhof aufmerksam macht.
Zwischen die beiden Zugänge ist sodann eine hohe
hefte usw. untergebracht, während sich nach links der
Zugang zum Gepäckraum öffnet. An den letzteren schließt
sich, etwa in der Mitte des Gebäudes gelegen, die Ausgangshalle
an. Eine strenge Trennung zwischen Einund
Ausgang ist nicht beabsichtigt; doch wird damit gerechnet,
daß die Lage und die Ausbildung des Eingangs
dieser mittleren Treppe vom Bahnsteig aus die Ankommenden
in erster Linie anzieht. An diese Halle schließt
sich der Raum für das Handgepäck an, der leider oben
auf dem Kopfbahnsteig keinen Platz gefunden hat, sowie
weiter Wirtschafts- und Bureauräumlichkeiten. — Der
Grundriß in Bahnsteighöhe (Abb. 3) weist rechts der
Eingangshalle Bureauräumlichkeiten, links die Wartesäle
und den Raum für Fremdenverkehr, jenseits der Ausgangstreppe
die Bahnhofwittschaft mit zwei gesonderten Speisezimmern
auf. Es folgen weiter: die Eingangshalle für
den Vorortverkehr, in der Ecke Bureauräume, sodann
nach der Bahnhofstraße zu ein ebenerdiger Ausgang vom
Querbahnsteig aus, Räume für die Polizei und die Ge-CMJINMIISS
auf STRÄSSEN1HÖH1E,