22. März 1913
BAUZEITUNG
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Die Reformation brachte dem Münster schweren Schaden,
indem 1531 sämtliche Altäre und 51 Heiligenbilder, sowie
auch die Orgel in Trümmer geschlagen wurden.
In den Jahren 1618—1620 erhielt das Münster seine
reichen jetzigen Renaissancetüren.
Als unter dem Einfluß der Romantik 1842 Köln begann
seinen Dom zu vollenden, begann der seit 1841
gegründete Verein für Kunst und Altertum in Ulm die
Wiederherstellung und den Ausbau des Ulmer Münsters
in die Hand zu nehmen. Oberstudienrat Dr. Häßler und
Bankier Dr. Adam nahmen die Sache in die Hand.
Professor Mauch in Stuttgart wurde technischer Leiter.
Später trat an seine Stelle Bauführer Thrän als Münsterdie
Strebebögen zur Versteifung des Mittelschiffes hergestellt.
Diese haben eine Spannweite von 18,4 m und
es sind auf jeder Seite zehn. Den eigentlichen Aufschwung
der Vollendungsarbeiten gab Oberbürgermeister
von Heim, der im Jahre 1863 diese Sache in die Hand
nahm. (Schluß folgt.)
Mitgliederversammlung des Würü.
Baubeamlen-Vereins
Am 9. März d. J. fand unter starker Beteiligung die
XIV. Mitgliederversammlung im Russischen Hof in Ulm
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Abb. 5. Das neue Stuttgarter Empfangsgebäude
Kopfbahnsteighalle
baumeister. Am 21. August 1844 konnte mit dem Werk
begonnen iwerden; zuerst nur mit zwei Steinhauern, im
Jahre 1845 waren es sechs und im Jahre 1848 sogar
zwölf. Innerhalb 3 1 /* Jahren verwendete der Stiftungsrat
50000 Gulden aus eigenen Mitteln.
Im Jahre 1856 wurde die neue Orgel von Walcker in
Ludwigsburg aufgestellt und es flössen die Mittel reichlicher.
König Wilhelm bewilligte auf 4 Jahre je 3000
Gulden, die Staatsregierung 6000 Gulden und der Stiftungsrat
ebenfalls 6000 Gulden. Die Vereinstage der
Geschichts- und Altertumsforscher interessierten weitere
Kreise für den Ausbau des Ulmer Münsters.
Die ersten vier Jahre galten der Abstellung der
dringendsten Gefahren für den Bau. Dann wurde mit
Aufführung der Belastungspyramiden der Strebepfeiler begonnen.
In den Jahren 1856—1870 wurden von Thrän
statt. Der Vorsitzende begrüßte die zahlreich erschienenen
Mitglieder, sowie einige Gäste mit herzlichen Worten,
besprach den Zweck der Versammlung und gab zum
Schlüsse dem Wunsche Ausdruck, es möge dieselbe
zum Wohle der einzelnen Mitglieder, wie auch zur Hebung
des ganzen Standes beitragen. Sodann gedachte er in
warmen Worten der im Laufe des vergangenen Jahres
durch den unerbittlichen Tod heimgerufenen Mitglieder und
beglückwünschte sodann diejenigen Mitglieder, welche im
letzten Jahre Ehrungen und Beförderungen erfahren durften.
Aus dem nun zum Vortrag gekommenen sehr ausführlichen
Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß die
Tätigkeit des Ausschusses im abgelaufenen Jahr wieder
eine sehr umfangreiche war, was aus den Berichten über
die abgehaltenen Ausschußsitzungen zu entnehmen ist.
Nachdem aus der Mitte der Versammlung dem Vorstand