Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 12 
Erfurt. Ein Wettbewerb um eine Stadthalle ist nach 
einem Beschluß des Magistrates unter den Architekten 
Deutschlands in Aussicht genommen. Für die Errichtung 
des Baues sind 1,75 Millionen Mark erforderlich. 
Hannover. Ein Wettbewerb betr. Entwürfe für ein 
Konrad Wilhelm Hase-Denkmal wird vom Denkmal-Aus 
schuß für Bewerber erlassen, die in der Provinz Hannover 
ansässig sind, oder auf der Technischen Hochschule zu 
Hannover ihren Studien obgelegen haben. Frist: 15. Mai 
1914. Drei Preise von 400, 300 und 200 M. Im Preis 
gericht u. a. Bildhauer Prof. G. H. Narten, Geh. Baurat 
Prof. K. Mohrmann, Reg.- und Baurat E. Möller, Prof. 
Rob. Otzen und Geh. Baurat Dr. phil. Wolff in Hannover 
Unterlagen gegen 2 M., die zurückerstattet werden, durch 
Architekt Weise in Hannover, Scharnhorststr. 18. 
In dem Preisausschreiben zur Erlangung von Ent 
würfen für die Bebauung des westlichen Havelgeländes 
bei Gatow liefen 47 Arbeiten ein. Den 1. Preis von 
10 000 M. erhielt ein Entwurf des Ing. Professor Rudolf 
Schaar in Nicolassee mit Architekt Bruno Taut in Berlin; 
den 2. Preis von 9000 M. ein Entwurf des Architekten 
Henry Groß in Charlottenburg mit Ing. Regierungsbau 
meister Briske in Berlin; den 3. Preis von, 8000 M. ein Ent 
wurf des Architekten Peter Recht, Gartenarchitekt A. Föth, 
Architekt P. Bachmann und Ing. Kayser, sämtlich in Cöln 
a. Rh. Für je 2000 M. wurden zum Ankauf empfohlen 
Entwürfe der Herren Finanz- und Baurat O. Kramer mit 
Bauamtmann Petrich in Dresden, Architekt Albert Geß- 
ner mit Regierungsbaumeister Schieb in Berlin, sowie 
Stadtbaumeister F. Zollinger mit Architekt Daiber in Neu 
kölln. 
v. Rohrsche Stiftung in Berlin. Ein Wettbewerb um 
das Stipendium der v. Rohrschen Stiftung für talentvolle 
deutsche Künstler: Maler aller Fächer, Bildhauer und Ar 
chitekten, wird von der königlichen Akademie der Künste 
in Berlin für das Jahr 1914 für Architekten ausgeschrie 
ben. Der Bewerber hat sich schriftlich zu melden und ein 
zusenden : 1. Studien sowie von ihm selbständig gefertigte 
Entwürfe von größeren Bauten (photographische Auf 
nahmen nach bereits ausgeführten Werken sind ebenfalls 
zulässig); 2. einen ausführlichen Lebenslauf, aus dem ins 
besondere der Gang seiner Studien ersichtlich ist; 3. eine 
schriftliche Versicherung an Eidesstatt, daß die für die 
Konkurrenz bestimmten Arbeiten von ihm ohne fremde 
Beihilfe erfunden und ausgeführt sind; 4. eine amtliche Be 
scheinigung darüber, daß er ein Deutscher ist und am 31. 
Oktober 1914 das 32. Lebensjahr nicht überschritten hat; 
5. ein Verzeichnis der für die Bewerbung bestimmten Ar 
beiten. Die Gesamtzahl dieser Arbeiten darf zehn nicht 
überschreiten. Bei der Bewerbung ist die beabsichtigte 
Ausnutzung des Stipendiums genau anzugeben. Der Zeit 
punkt für die Einsendung der Bewerbungsgesuche an die 
königliche Akademie der Künste, Berlin W. 8, Pariser 
Platz 4, ist auf den 31. Oktober 1914 festgesetzt. Die Be 
werbungsarbeiten sind bis zu dem gleichen Zeitpunkte an 
die große Berliner Kunstausstellung im Landesausstel 
lungsgebäude Berlin NW. 40 abzuliefern. Der Preis be 
steht in einem Stipendium von 3600 M. zu einer einjähri 
gen Studienreise, deren Ziel in das eigene Ermessen des 
Stipendiaten gestellt ist. 
Kleine Mitteilungen 
Die Kolonialhaus-Anlage auf der deutschen Werkbund- 
Ausstellung in Cöln will die Herausbildung guter Wohn 
haustypen für die deutschen Beamten und Ansiedler in 
unsern subtropischen Kolonien fördern. Sie besteht aus 
zwei eingeschossigen Wohnhäusern, die von Galerien um 
geben sind. Ein Gebäude ist als Wohnhaus für Pflanzer 
öder Beamte mit höheren Ansprüchen gedacht. Es ent 
hält eine Wohnhalle als Mittelraum, an die sich rechts und 
links ein Speisezimmer und ein Schlafzimmer anschließen, 
während die Küchen- und die Wirtschaftsräume getrennt 
von dem eigentlichen Wohnhaus in besonderen Trakten 
untergebracht sind. Die Wohnräume sollen mit Möbeln 
nach künstlerischen Entwürfen ausgestattet werden, die 
nach Material und Technik den Bedürfnissen in den Kolo 
nien angepaßt sind. Für die Wohnhalle will der Frauen 
verein für die deutschen Kolonien die Möbel aus dem 
Material hersteilen lassen, das in Südwestafrika wegen des 
großen Holzmangels vielfach verwendet wird, nämlich 
aus den Brettern der Kisten, in denen das Bier und ähn 
liche Importwaren eingeführt werden. Es soll dabei ge 
zeigt werden, wie sich aus diesem geringwertigen Mate 
rial gleichwohl Möbel hersteilen lassen, die brauchbar 
und auch in der Form ansprechend sind. Die zu dem 
Wohnhaus gehörige Küche wird gleichfalls mit besonde 
rer Rücksicht auf die Bedürfnisse des deutschen Haushaltes 
in den Kolonien eingerichtet werden. 
Das zweite Wohnhaus stellt den Typ für einfachere 
Bedürfnisse dar und enthält fünf kleinere Räume, die hier 
auf der Ausstellung für den besonderen Zweck der Vor 
führung von Bildern aus unseren Kolonien hergerichtet 
sind. Das Material wird vom Reichskolonialamt gesam 
melt und soll einen Ueberblick über Natur und Kultur in 
unseren fünf Hauptkolonien geben. Dank dem Interesse 
des Reichskolonialamtes und insbesondere auch des Staats 
sekretärs Dr. Solf selbst, sind aus Interessentenkreisen er 
hebliche Beiträge für die Schaffung dieser kolonialen 
Wohnhausanlagen aufgebracht worden und auch die deut 
sche Kolonialgesellschaft nimmt lebhaften Anteil an der 
Ausstellung, was durch einen Beitrag von 5000 M. für 
die Veranstaltung zum Ausdruck kommt. 
Im Zusammenhang mit der kolonialen Wohnhaus-Aus- 
stellung verdient auch die Tatsache Beachtung, daß die 
an der Diamantgewinnung in Südwest-Afrika beteiligten 
Gesellschaften unter der künstlerischen Leitung von Prof. 
Lucas v. Cranach in der Abteilung für Schmuck und Edel 
steine in der großen Repräsentationshalle des Hauptaus 
stellungsgebäudes in einer eigenen Kollektion eine große 
Anzahl roher, geschliffener und künstlerisch gefaßter Dia 
manten und anderer Edelsteine aus Südwest-Afrika aus 
stellen werden. Hier wird zum ersten Male ein wirklich 
eindrucksvolles Bild von der Edelsteingewinnung in unse 
ren Südwestafrikanischen Kolonien geboten werden. 
• 
Personalien 
Württemberg. B e f ö r d e r t: die technischen Oberbahnsekretäre 
Fischer (Eugen) bei der Qeneraldirektion der Staatseisenbahnen 
zum technischen Oberbahnsekretär bei der Eisenbahnbauinspektion 
Stuttgart und Bückle bei der Eisenbahnbauinspektion Hall zum 
technischen Oberbahnsekretär bei diesem Amt. Erteilt: dem 
württ. Staatsangehörigen J. Schweitzer, Eisenbahndirektor und 
Baurat in Sommerfeld, Reg -Bez. Frankfurt a. O., die Erlaubnis zur 
Anlegung des ihm verliehenen Preuß. Roten Adlerordens 4. Klasse. 
Baden. Erteilt: dem Bauinspektor der Orientalischen 
Eisenbahnen Fr. Hafner in Salonik die Erlaubnis zum Tragen 
des Kommandeurkreuzes des K. Griech. Erlöserordens, ferner dem 
Regierungsbaumeister Dr.-lng. K. L. Imhoff in Essen die Erlaub 
nis zum Tragen des K. Preuß. Kronenordens 4. Kl. Versetzt: 
der Bausekretär Q. Westhöfer von Konstanz zur technischen 
Revision des Ministeriums. 
Hessen. Ernannt: zu Regierungsbaumeistern die Regierungs 
bauführer Fr. B i e I aus Frankfurt a. M., E. Hof mann aus Hatten 
heim (Rheingau), W. Kraus aus Mainz, R. Schreiner aus Feuer 
bach bei Stuttgart und K. Wolff aus Darmstadt. Befördert: 
zum Bahnmeister der Bahnmeisterdiätar Vogel zu Bingerbrück. 
Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. 
Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.
	        

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