Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 14 
Weitere im Wege der Verordnung tut, um den Baubeam 
ten die Freude an ihrem schweren und verantwortungs 
vollen Beruf zu erhalten. 
Hessischer Techniker-Verband. 
Bericht über die XV. ord. Haupt- 
versammlungdesDeutschen Arbeit 
geberbundes in Eisenach 
Der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe 
hielt am 25. und 26. März ds. Js. seine 15. ordentliche 
Hauptversammlung in Eisenach im Kurhaus, Hotel Fürs 
tenhof, in Anwesenheit von mehr als 300 Vertretern der 
Bezirks-, Landes- und Ortsverbände des Bundes ab. Auch 
die Bauarbeitgeberorganisationen der Nachbarstaaten, mit 
denen der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe 
im Kartellverhältnis steht, hatten ihre Vertreter entsandt. 
Schweden war vertreten durch Herrn Generaldirektor 
Hjalmar von Sydow, Norwegen durch Herrn Direktor, 
Ingenieur Axel Krefting, Dänemark durch Herrn Direktor 
Weitemeyer, Oesterreich durch Herrn Dr. von Hornberg- 
Wien, Ungarn durch Herrn Direktor Farkas, und die 
Schweiz durch Herrn Präsident Piquet und den Verbands 
sekretär Dr. Cagianut. Die Versammlung leitete der bis 
herige erste stellvertretende Vorsitzende des Bundes, Herr 
Architekt und Maurermeister Behrens-Hannover, der seit 
dem am 9. Juli 1913 erfolgten Tode des Bundesvorsitze" 
den, des Königlich Sächsischen Baurats Otto En 
zig, mit der Leitung der Bundesgeschäfte betraut v 
begrüßte die Anwesenden und hieß insbesondere g 
wärtigen Gäste willkommen. Vor Eintritt in die lages- 
ordnung gedachte der erste stellvertretende Vorsitzende 
des schweren Verlustes, den der Deutsche Arbeitgeber- 
Abb. 4. Canterburg, Krämergäßchen 
Bauaufseher führt, verbunden mit einem auffällig geringen 
Gehalt, das schon lange vorgesehen war zu erhöhen, so 
scheint es nicht unbegreiflich, daß es einer sparsamen Re 
gierung bei einer Gleichstellung mit den anderen mittleren 
Beamten bange werden muß vor der bedeutenden Hebung 
der Baubeamten, selbst dann auch, wenn schon vorher 
deren Prüfungsanforderungen nicht unerheblich gesteigert 
worden sind und es dabei aus Sparsamkeitsrücksichten 
unterblieben ist, mit den erhöhten Anforderungen an die 
Ausbildung das Gehalt entsprechend zu erhöhen. Und 
wenn weiter in der Regierungsvorlage der Besoldungsord 
nung die anderen Aufseher und Ober-Aufseher so um die 
Oehaltsklasse 15 herum eingereiht sind, die Hochbau-Auf 
seher aber in Klasse 40, so ist es auch den Abgeordneten 
der Ständekammern nicht zu verübeln, wenn sie trotz 
vieler eingehend begründeter Eingaben nicht einzusehen 
vermögen, daß bei einer Zusammenlegung der von der 
Regierung vorgesehenen 81 Gehaltsklassen auf 51 auch 
die neuen Klassen 25 und 26 zweckmäßig noch zusammen 
gelegt gehörten, um die mittleren Baubeamten den anderen 
mittleren Beamten gehaltlich näher zu bringen. 
Den mittleren Baubeamten Hessens fehlt in erster Linie 
ein zeitgemäßer Amtstitel, als welcher der in den angren 
zenden Bundesstaaten bereits lange schon eingeführte 
Titel „Bausekretär“ zweifellos als geeignet angesehen wer 
den kann; weiter die alsbaldige Einreihung mit den ande 
ren mittleren Beamten bezüglich der Tagegelder, Reise 
kosten und Umzugskosten und endlich die Schaffung der 
Möglichkeit des Einrückens in Vollstellen und gehobene 
Stellen, wie solche den anderen mittleren Beamten in sicher 
erreichbarer Aussicht stehen. 
Zu der Großherzoglichen Regierung, die ein mög 
liches getan hat, die Besserstellung der mittleren Baube 
amten in der neuen Besoldungsvorlage herbeizuführen, 
wird man das Vertrauen haben dürfen, daß sie auch das 
Abb. 5. Oslfenster des Münsters zu York
	        

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