Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZE1TUN0 
Nr. 19 
Bücher 
Der Baumeister. Halbmonatshefte für Architektur und Bau 
praxis, herausgegeben von Architekt Herrn. Jansen-Berlin. Viertel 
jährlich 6 M., einzelne Hefte mit zirka 40 Abbildungen und 10 
Tafeln) 1,50 M. Verlag von Georg D. W. Callwey-München. 
Die Halbmonatshefte 11 und 12 des „Baumeister“ bringen viele 
interessante Neubauten und projektierte Bauten. So ist Heft 11 zur 
Hauptsache drei studentischen Verbindungshäusern, dem Württem- 
bergerhaus, dem Rothenburgerhaus und dem Haus der Burschen 
schaft „Palatia“ in Tübingen gewidmet. Ein höchst lesenswerter 
Aufsatz von Regierungsbaumeister R. Dollinger-Stuttgart über alle 
die Punkte, die besonders beim Bau von Burschenschaftshäusern 
berücksichtigt werden müssen, bildet eine wertvolle Ergänzung zu 
den Abbildungen. Außerdem bringt das Heft noch das Reform 
realgymnasium in Stuttgart und als Beilage den zur Zeit sehr 
interessierenden Entwurf des Geheimen Baurats Dr.-Ing. Ludwig 
Hoffmann-Berlin, für das neue Kgl. Opernhaus in Berlin. 
Heft 12 zeigt Wohnhäuser in Holzminden von Architekt Reg.- 
Baumeister Gustav Hecht in Holzminden, ein Pfarrhaus in Stadt 
oldendorf von demselben Architekten, ferner das Kinderschutzhaus 
in Leipzig-Eutritzsch, (Architekten Kgl. Bauräte G. Weidenbach 
und R. Tschammer-Leipzig), Haus Högg in Radebeul, (Architekt 
Professor Emil Högg-Dresden), das Sporthotel in Oberwiesental 
von Professor R. Bachant-Essen a. d. Ruhr und die chemische 
Fabrik Human & Teisler in Dohna von Architekt Ernst Weegmann- 
Dresden. Allen Bauten sind kurze Erläuterungen beigegeben. 
Von den Artikeln ist noch besonders der des Architekten B. D. 
Frank über „Die Industrie als Kulturträger“ zu erwähnen. 
Sprechsaal 
Anfrage. Wie viel Prozent können für die techn. Vorarbeiten 
bestehend aus Entwurf, Kostenanschlag und Bauvorlage, zur Er 
bauung einer Schlachthofanlage mit maschineller Einrichtung 
berechnet werden, wenn für die ganzen Arbeiten, also Vorarbeiten 
und Ausführungsarbeiten zusammen 5% vorher vereinbart worden 
sind. Die Bausumme beträgt einschließlich maschineller Einrich 
tung und Ausrüstung laut Kostenanschlag: 50000 M. 
Antwort. Sie berechnen 40°/o des aus der Bausumme (ohne 
Maschinen) sich ergebenden Gesamthonorars. 
Anfrage. Ich habe ein Haus in freier Lage erbaut und das 
Dach mit roten Biberschwänzen eingedeckt. Dem Bauherrn ist 
nun die rote Farbe zu grell und möchte ich daher anfragen, ob 
es ein Mittel gibt, um das fertiggedeckte Dach braun zu färben, 
ohne daß man Gefahr läuft, daß der Regen diese Farbe wieder 
abwascht. A. C. 
Antwort. Hier müßte es darauf ankommen einen neuen Ver 
such zu wagen, ob sich dieser aber lohnen würde, das erscheint 
uns recht fraglich. Die Firma Gebrüder Simon-Stuttgarl würde 
Ihnen jedoch zu einer Probe mit einem Siderosthen-Lubrose-An- 
strich ein Gratismuster zur Verfügung stellen. Die Firma glaubt, 
daß ein solcher Anstrich auch für den angefragten Zweck geeig 
net ist. 
Anfrage, ln einem Fischbassin kommt es immer wieder vor, 
daß Fische eingehen. Dieselben erhalten Ausschläge, die wie F'ilze 
aussehen. Kommt diese Fischsterblichkeit durch den Zement, 
oder liegt wohl ein anderer Grund vor? Welche Vorkehrungen 
können in dem Bassin getroffen werden, damit die Fische darin 
leben können? Fließendes Wasser steht den ganzen Tag zur 
Verfügung. A. C. 
Antwort. Die Fischsterblichkeit rührt m. E. von Parasiten her 
und hat mit dem Zement nichts zu tun. Lieber Ursachen und Be 
kämpfung der Krankheit wird wohl nur ein Fischereisachverstän 
diger bei Betrachtung an Ort und Stelle ein Urteil abgeben können. 
Frischer Zementmörtel gibt allerdings Aetzkalk an das Wasser 
ab und könnte infolgedessen vielleicht ungünstig wirken. Diese 
Erscheinung kommt aber von selbst schon nach kurzer Zeit zum 
Stillstand. O. S. 
Anfrage. Mit einem Schoferkamin, das insgesamt eine Höhe 
von 8,25 m aufweist und welches erst im Obergeschoß aufgesetzt 
und dessen Raucheinführung 2.40 m über dem Obergeschoß liegt, 
soll durch eine Rauchschiebevorrichtung der Rauch durch eine 
Räucherkammer hindurchgeführt werden. Der Rauchschieber müßte 
etwa 1.10 m höher als die Raucheinführung angebracht werden. 
Ich halte es bei der ohnedies kleinen Höhe des Kamins für aus 
geschlossen, daß trotz Verwendung eines sogenannten Sauger 
kaminkopfes (System Schofer) ein gutes Ziehen des Kamins (bei 
Benützung der Räucherkammer) erzielt werden kann. Obenstehende 
Skizze wolle zur Erläuterung dienen. N. R. 
Antwort. Durch den Einbau zweier Rauchschieber, wie sie 
Ihre Skizze zeigt, würde in das ohnehin schon niedrige Kamin 
verhältnismäßig viel kalte Luft eintreten und störend auf den Zug 
wirken. Ferner wirkt störend der horizontale Schieber, derselbe 
sollte schräg angeordnet werden, um dem Rauch zwangsweise die 
Richtung nach der Rauchkammer zu geben. 
Um diesen Uebelständen abzuhelfen, habe ich ein besonderes 
Formstück für solche Rauchkammern konstruiert (siehe unten 
stehende Abbildung), dasselbe schließt gegen die Außenluft voll 
ständig dicht ab und die Klappe kann beliebig schräg gestellt 
werden. Es empfiehlt sich, die Klappe derart schräg zu stellen, 
daß mindestens die Hälfte der abziehenden Rauchgase seinen un 
gehinderten Abzug hat, es wird dadurch der gute Zug des Kamins 
auf die vorteilhafteste Weise beibehalten. Bemerken will ich noch, 
daß die Klappe bei senkrechter Stellung (außer Betrieb) so tief in 
die Kaminwand einfällt, daß sie beim Reinigen der Kamine nicht 
hinderlich ist. Der Einbau eines solchen Formstückes geht rasch 
und ohne jede Schwierigkeit vor sich. Schofer. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. 
Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.
	        

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