Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 22 
Bürogebäude der Mannesmannröhren-Werke Düsseldorf 
Architekt: Professor Peter Behrens-Neubabelsberg 
kung in die Ferne nicht notwendig ist, wirken auch schon 
Schaufenster von mäßiger Breite. Solch eine enge Straße, 
wie wir sie namentlich in alten Stadtteilen finden, hat auch 
dann, wenn sie ganz kunstlos angelegt ist, etwas Trau 
liches. Diese Stille soll nicht durch lautes Geschrei ge 
stört werden. Der Baukünstler muß es verstehen, seine 
Architektur ebenso der Stimmung einer alten Stadt, wie 
dem rauschenden Leben einer Hauptverkehrsstraße in der 
modernen Großstadt anzupassen. Der rechte Architekt 
wird seine Aufmerksamkeit niemals ausschließlich auf d a s 
Objekt beschränken, mit dem er es gerade zu tun hat; er 
wird auch an die Umgebung denken, an den Rahmen, 
an die Straße, an die Landschaft, in welche er sein Werk 
hineinsetzen will; und er wird in diesem Sinne auch den 
Bauherrn zu beeinflussen streben. Es wird ihm auch ge 
lingen, den gebildeten Kaufmann zu überzeugen, daß eine 
Ladenfront, die marktschreierisch aus der Architektur der 
Straße heraustritt, eines vornehmen Hauses durchaus un 
würdig ist und keineswegs das Ansehen desselben zu för 
dern vermag. 
UnerlaubteNachbildungeineskünst- 
lerischen Wandfrieses zu 
Dekorationszwecken 
sk. Ein interessanter Streitfall aus dem Grenzgebiet 
des gewerblichen und künstlerischen Urheberrechts 
schutzes lag jetzt dem 2. Strafsenat des Reichsgerichts zur 
Entscheidung vor. Es handelte sich um ein Urteil des 
Landgerichts Halle a. S. vom 5. Februar 1914, durch wel 
ches der Dekorationsmalermeister Walter Walther wegen 
Vergehens gegen §§ 17, 32 des Kunstschutzgesetzes vom 
9. Januar 1907 zu 50 M. Geldstrafe verurteilt worden war 
auf Grund folgendem, von der Strafkammer für erwiesen 
erachteten Sachverhalts; 
Der Architekt K. in Halle, der im Sommer 1913 beim 
Bau des dortigen Cafe „Freischütz“ die Dekorations 
arbeiten leitete, hatte dem Walther die Malerarbeiten und 
die Herstellung eines Weinlaubfrieses in Auftrag gegeben. 
BÜROGEBÄUDE CXR MANNESMAWRÖFKEN-'M'ERKE DÜSSELDORF 
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Bürogebäude der Mannesmannröhren-Werke Düsseldorf 
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Grundrisse 
Architekt: Professor Peter Behrens-Neubabelsberg
	        

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