6. Juni 1914
BAUZEITUNG
sinnter Geschäftsmann mag zurückstehen, wo es sich um
eine so viel bemerkte und so bedeutsame Repräsentation
des heimatlichen Landes und Namens handelt. Auch mit
den Arbeiten für die Bauten, deren Leitung sich in den
besten Händen befindet, wird sobald die Tiefbauarbeiten,
die vom städtischen Tiefbauamt gegenwärtig mit großem
Eifer betrieben werden, beendigt sind, begonnen werden.
München. Deutsche Ausstellung „Das Gas“. Für
die im Juli-August geplante Gasausstellung in München
auf der Theresienhöhe sind bereits 18000 qm Fläche
belegt worden. Es handelt sich bei dieser Veranstaltung
um die erste große deutsche Gasausstellung, die im Laufe
des hundertjährigen Bestehens der deutschen Gasindustrie
veranstaltet wird. Bei der großen Bedeutung der Gasindustrie
für die moderne Licht-, Wärme- und Kraftversorgung
wird die Ausstellung eine Fülle des Interessanten
bieten. Sie wird sich nicht nur auf das Gas beschränken,
sondern auch die Nebenprodukte einbeziehen. Besonderer
Wert wird überall darauf gelegt werden, daß neben
aus Agitationsinteresse verständlichen Unrichtigkeiten vermögen
wohl einen Augenblickserfolg vor einer an der
sozialen Fürsorge interessierten Masse zu erzielen, dem
Feuer einer ruhigen und sachlichen Nachprüfung halten
sie nicht stand. Die Rede des Hauptreferenten, des
Professor Francke, war von einer selbst in den Reihen
der Sozialreformer bisher unerreichten Einseitigkeit getragen,
die lediglich die Arbeiterinteressen anerkannte und
alle vor Ueberspannung der Sozialpolitik und vor einem
zu hastigen Tempo warnenden gemäßigten Elemente als
Kulturgegner ansprach, die den Arbeiter als den vom
Arbeitgeber und von der Gesetzgebung Geknechteten und
die anderen als die an der gedeckten Tafel Sitzenden
hinstellte. Ohne Wahl wurden von diesem Referenten,
der als 2. Vorsitzender in der Gesellschaft eine führende
Rolle hat, alle von den Angestellten und Arbeitern in
ihrem Interesse aufgestellten Wünsche und Forderungen
akzeptiert, und nicht mit einer Silbe wurde auch nur erwähnt,
ob derjenige, dem man diese Lasten auferlegen
Werkbund-Ausstellung Cöln 1914 Kaffeehaus
Architekt: Professor A. Niemayer und Hermann Haas-München
der technischen Seite auch die wirtschaftliche zu ihrem
Recht gelangt. Eine Reihe großer Vereine wird ihre
diesjährige Tagung nach München verlegen; auch aus
dem Auslande" liegen bereits Anmeldungen in größerer
Zahl vor. Namentlich aus Oesterreich-Ungarn, England,
Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Norwegen und
Schweden.
Die „bedrohte“ Sozialpolitik. Die öffentliche Kundgebung,
die die Gesellschaft für Soziale Reform in Berlin
als Protest gegen den „Stillstand“ der Sozialpolitik veranstaltete,
hat in der Oeffentlichkeit nicht den Widerhall
gefunden, den die Veranstalter dieser Demonstration erwartet
hatten. Das ist, wie Dr. Tänzler im „Arbeitgeber“
schreibt, verständlich, wenn man die maßlosen Oebertreibungen
beachtet, die die Gesellschaft für Soziale
Reform anwandte, um eine vollzählige Versammlung zu
erhalten. Die Worte des Staatssekretärs Delbrück, wonach
dem Subjekt und dem Objekt der sozialen Gesetzgebung
mal eine Atempause zu bewilligen sei, legte die
Gesellschaft so aus, als ob unsere gesamte soziale Fürsorge
zum Stillstand kommen, ja als ob das große Werk
unserer Sozialpolitik vernichtet werden solle. Solche nur
will, sie auch tragen kann. Das ist keine Sozialpolitik,
das ist die krasseste Interessenpolitik, und das ist nicht
Wahrheit und Wissenschaft, sondern wissenschaftslose
Tendenz. Solange sich die Gesellschaft für Soziale
Reform zu solchem Tendenzprogramm bekennt, ist, wie
es am Schlüsse des Artikels heißt, für praktische Arbeit
der Unternehmer in ihren Reihen kein Raum.
Personalien
Württemberg. Uebertragen: dem Bahnmeister K'ön.ig
in Gmünd eine technische Eisenbahnsekretärstelle bei der Oeneraldirektion
der Staatseisenbahnenlf seinem Ansuchen entsprechend.
Versetzt: der Bahnmeister Burkhardt in Neuenbürg nach
Horb seinem Ansuchen entsprechend. Auf eine Bauamtswerkmeisterstelle
bei dem Bezirksbauamt Ravensburg mit dem Sitz
daselbst der Bauamtswerkmeister Förster bei dem Bezirksbauamt
Hall. Versetzt in Ruhestand: der techn. Oberbahnsekretär
B r u k e r bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen
seinem Ansuchen entsprechend.
Hessen. Verliehen; dem Regierungs- und Baurat Hch.
Simon-Worms, Vorstand des Eisenbahnbetriebsamtes 1 der