Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085,4-11,1914
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1914/250/
242 
BAUZEITUNG 
Nr. 31 
3. Wirtschafts- und Festbetrieb. Die lange Form des 
Saales ist für musikalische Aufführungen nicht zweckmäs 
sig, weil die Solisten allzu weit von den hintersten Sitz 
reihen entfernt sind. 
Bei der Anordnung der Festgarderoben würde Wert 
darauf zu legen sein, durch reichliche Zugänge den starken 
Andrang vom Südwestportal zu vermeiden. 
Die Zentralisierung der grossen Abortanlagen auf der 
oberen Schmalseite erscheint nicht praktisch. 
Die Anordnung der Küche und ihrer Nebenräume 
samt Buffet usw. ist mit Rücksicht auf die grosse Entfer 
nung vom gegenüberliegenden Saalende ebenfalls nicht 
zweckmässig. 
Berechnung und Konstruktion von 
Gebäuden in Erdbebengegenden 
Bei den Erdbebenstößen finden gewöhnlich vertikale und 
horizontale Stöße statt; im Epizentrum, d. h. im Zentrum 
des Stosses sind die horizontalen Erschütterungen sehr 
klein, und umgekehrt nehmen die vertikalen Stösse mit 
der Entfernung vom Epizentrum ab, so daß, je nach der 
Intensität des Stosses, deren Wirkung bald sehr klein wird. 
In der Regel brauchen die Gebäude auf vertikale Stöße 
nicht berechnet zu werden, da nur ausnahmsweise, auf 
Grund bisheriger Beobachtungen, deren Intensität so gross 
wird, dass Gebäude senkrecht in die Höhe geschleudert 
werden. 
Die gefährlichsten Stösse sind die horizontalen. 
Es gibt zwei Stosskräfte-Maxima: Das eine Maximum 
tritt ein, infolge der Beschleunigung der Erdoberfläche 
bei deren Bewegung in einer Richtung; das zweite bei der 
Umkehrung der Schwingungsbewegung aus der einen 
Richtung in die entgegengesetzte. Theoretisch könnte 
dieses letztere Maximum den Wert unendlich gross an 
nehmen; in Wirklichkeit tritt aber niemals eine plötzliche 
.Bewegungsänderung aus der einen Richtung in die ent 
gegengesetzte ein, infolge des elastischen Verhaltens des 
Bodens und aus anderen Gründen. In den meisten Fällen 
dürfte das erste Maximum das ausschlaggebende sein Die 
Gebäude pflegen daher ausschließlich unter zu Grunde- 
legung dieses Maximums berechnet zu werden. 
Das erste Maximum hat die Form p m, wo m die 
Masse des Gebäudes und p die maximale Beschleunigung 
des Bodens darstellt; diese maximale Beschleunigung ist 
je nach der Stärke des Bebens sehr verschieden. Die Wir 
kung dieser Kraft K=p • m hängt von der Art, Beschaffen 
heit und Stellung des Bauwerkes zur Stossrichtung ab. 
Bei schwächeren Beben kann p g (g=der Erdbeschleu 
nigung) genommen werden; bei stärkeren wächst p auf 
i und noch mehr; ich selbst habe seiner Zeit bei einem 
starken Beben p zu ^ bis ~ von g berechnet. 
Der Angriffspunkt der Stoßkraft K hegt auf der Fun 
damentsohle; hier tritt K stoßartig, ruckartig auf und ruft 
auch dementsprechende innere Spannungen im Bauwerk 
Halber III. Preis Kennwort: „Horizontale“ 
Erdgeschoßgrundriß
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.