Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 6 
Wettbewerb „Badische Kleinwohnungshäuser“, Einfamilienhaus (Doppelhaus) II. Preis 
Verfasser: Architekt Friedrich Imbery-Karlsruhe-Stuttgart 
und von Wandschränken an geeigneter Stelle ist er 
wünscht. d) Bei den Bauten a, b, c sind Aborte mit ge 
wöhnlichen Gruben vorzusehen. Die Aborte dürfen 
nicht entfernt vom Hause auf dem Hofe angeordnet wer 
den, sondern müssen von der Wohnung unmittelbar zu 
gänglich sein. Beim Mietshaus (d) können Aborte mit 
Wasserspülung angenommen werden, e) Für jede Fami 
lie ist bei den Bauten a, b und c ein kleiner für 2 Schweine 
oder 2 Ziegen oder 1 Kuh bestimmter Stall samt dem 
nötigen Futtervorratsraum vorzusehen, f) Jede Wohnung 
des Mietshauses (d) soll für sich abgeschlossen sein und 
eine Veranda oder einen Balkon in Verbindung mit der 
Küche haben, g) Es genügt, wenn für die Wohnungen 
a, b, c zwei Kellerräume zur Verfügung stehen; es ist 
deshalb die vollständige Unterkellerung dann nicht not 
wendig, wenn in sonst einwandfreier Weise im Interesse 
der Gesundheit der Bewohner dafür Ersatz geschaffen ist. 
Für die Wohnungen bei d genügt je ein Kellerraum. 
Bei sämtlichen Häusern ist ein ausreichend großer 
Trockenspeicher vorzusehen. 
Dachverschneidungen sollen möglichst vermieden wer 
den; sie sind teurer in der Herstellung und Unterhaltung. 
Bei der architektonischen Durchbildung der Bauten 
ist der Hauptwert auf klaren Aufbau, schöne Umrißlmie 
und gute Verhältnisse zu legen. Es können die Wohn- 
sitten einer bestimmten Gegend zu Grunde gelegt werden. 
Wo das der Fall ist, soll der Erläuterungsbericht einen 
entsprechenden Hinweis enthalten. 
Bezüglich der Mindestanforderungen gelten die Be 
stimmungen der Landesbauordnung mit der Änderung der 
Verordnung vom 13. Januar 1913, welche den Kleinwoh 
nungsbau besonders berücksichtigt. 
In besonderen Fällen sei bemerkt: a) Für die Mauern 
über dem Kellersockel ist reines Backsteinwerk oder Fach 
werk anzunehmen, b) Die Treppen sollen, innerhalb der 
Zargen gemessen breit sein: bei dem Bau a und b 75 cm, 
bei dem Bau c 90 cm, bei dem Bau d 100 cm. c) Die 
lichte Höhe der Zimmer soll bei den Bauten a, b, c im 
Erdgeschoß 2,60 m betragen. Im Obergeschoß oder 
Dachgeschoß genügen 2,50 m. Im Falle d ist eine lichte 
Höhe von 2,80 m zu wählen. 
Vorliegende preisgekrönte Entwürfe zeigen vor allem 
eine gute architektonische Durchbildung. Bei aller Ein 
fachheit wurde bei den einzelnen Baugruppen auf eine 
malerische Gruppierung der Hauptwert gelegt. Das 
Preisgericht äußerte sich wie folgt; Die Grundrisse sind 
einfach, klar und übersichtlich, lassen indessen den Ge 
sichtspunkt der Wirtschaftlichkeit namentlich beim frei 
stehenden Einfamilienhaus etwas in den Hintergrund 
treten. Schön ist die Lage der Nebenräume in dem 
Sechsfamilienhaus, gut und zweckmäßig auch die Anlage 
der Veranden daselbst. Jedes der Zimmer in diesem 
Hause hat, was als Vorzug an diesen und anderen Ent 
würfen angesehen wurde, einen besonderen Eingang. Im 
Aeußeren sucht der Verfasser durch verhältnismäßig ein 
fache Mittel freundliche Wirkung zu erzielen, wobei ihm 
allerdings auch die geschickte Darstellungsweise sehr zu 
gute kommt. Nicht einwandfrei gelöst ist die Frage der 
gegenseitigen Gestaltung von Vorder- und Rückseiten des 
eingebauten Sechsfamilienhauses. Die Rückseite zeigt der 
Vorderseite gegenüber vollständig andere Architektur und 
bedeutet insofern eine Inkonsequenz, die in der Dachaus 
bildung, namentlich beim Anfang der Baugruppe in schäd 
licher Weise zum Ausdruck kommen kann. 
Einfamilienhaus (Doppelhaus) Erdgeschoß
	        

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