Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 10 
Berlin. Für den Wettbewerb um Entwürfe zu Klein 
möbeln, den der Verein für Deutsches Kunstgewerbe zu 
Berlin anf Anregung seines Mitgliedes, Herrn Carl Jacob 
in Berlin erlassen hat, sind 1586 Wettarbeiten eingegangen. 
Das Preisgericht hat je einen ersten Preis von 400 M. 
dem Architekten Paul Buhrom in Berlin und dem Archi 
tekten Erich Knüppelholz in Berlin-Friedenau, je einen 
zweiten Preis von 200 M. dem Architekten W. von Nessen 
in Neukölln, dem Kunstgewerbezeichner Wilhelm Kienzle 
in München und dem Architekten Paul Buhrow in Berlin, 
je einen dritten Preis von 100 M. dem Kunstgewerbe 
zeichner Wilhelm Kienzle in München, Walter Kostka in 
Berlin-Südende, dem Architekten W. von Nessen in Neu 
kölln und Max Müller in Berlin zugesprochen. Ferner 
sind auf Vorschlag des Preisgerichtes achtzehn und frei 
händig noch sechs Entwürfe zu je 50 M. angekauft und 
30 Entwürfe durch eine lobende Erwähnung ausgezeichnet 
worden. 
Zu dem Botschaftsneubau in Washington sollen 
sicherem Vernehmen nach, die Architekten Duelfer, von 
Ihne und Möhring zu einem engeren Wettberb aufgefor 
dert werden. 
Kleine Mitteilungen 
Stuttgart. (Künstlerische Fragen im Stadtbau.) Die 
neue Ortsbausatzung, die gegenwärtig in den bürger 
lichen Kollegien zur Beratung steht, wird auch eine Reihe 
von Vorschriften enthalten, welche die künstlerische Ge 
staltung des Ortsbildes betreffen sollen. Um das Ver 
ständnis für diese Probleme in unserer Stadt zu ver 
breiten, hat der Bund für Heimatschutz eine den 
ersten Autoritäten Deutschlands auf dem Gebiete der! 
Stadtbaukunst hieher berufen : Professor Dr. A. E. Brinck-! 
mann von der Technischen Hochschule in Karlsruhe wird! 
nächsten Montag abend im Sieglehaus über künstlerische! 
Fragen im Stadtbau sprechen, wobei er insbesondere 
auch die mögliche Gestaltung des Geländes vor dem 
neuen Hauptbahnhof behandeln wird. Die vorzuführenden 
Lichtbilder sind eigens für den Vortrag aufgenommen. 
Der Reichsbund baugewerblicher Arbeitgeberver 
bände (Sitz Berlin) hat am 27. Februar unter Leitung 
seines Vorsitzenden, Baumeister L. Popp-Nürnberg, in den 
Kammersälen zu Berlin seine 2. ordentliche Bundesver 
sammlung abgehalten. Dem Bund gehören Arbeitgeber 
zentralverbände an, deren Mitglieder rund 700 Millionen 
Mark Löhne im Jahre auszahlen. (Hochbaugewerbe 360 
Mill., Tiefbaugewerbe 145 Milk, Holzgewerbe 70 Milk, 
Malergewerbe 60 Milk, Klempnergewerbe 25 Milk, Dach 
deckergewerbe 10 Milk, Stuckgewerbe 15 Milk, Stein 
setzergewerbe 15 Milk) Es konnte mit Befriedigung fest- 
Altes Fachwerkhaus aus Weißenburg (Elsaß) Erbaut 1535 
Schnitzereien 1599 Nach Aufnahme von Bauwerkmeister 
H. Wacker-Feuerbach 
gestellt werden, daß sich nach dem Vorbild des Reichs 
bundes und auf dessen Anregung im vergangenen Jahre 
in zahlreichen größeren Städten örtliche Kartelle des Bau 
gewerbes mit den Baunebengewerben gebildet haben, 
die ebenfalls als ihre Aufgabe die Förderung der gemein 
samen Arbeitgeberinteressen betrachten. Der Bundes 
versammlung wurde von der Geschäftsstelle eine Denk 
schrift über „Die Erneuerung der Tarifverträge im Bau 
gewerbe und in den Baunebengewerben im Jahre 1913“ 
vorgelegt, die zu einer Erörterung über die wichtigsten 
Lehren aus der letzten Tarifbewegung Veranlassung gab. 
Im übrigen hatte sich die Bundesversammlung nach der 
Tagesordnung mit Verwaltungs- und Fachangelegenheiten 
— u. a. auch mit der Sicherung der Bauforderungen — 
zu beschäftigen. 
Eine Mahnung 
Mit 3 Skizzen 
Ich hatte Gelegenheit an einem etwa vor 40 Jahren 
erbauten Hause mit einer Renaissance-Fassade aus Werk 
steinen zu beobachten, wie die Zierstücke, Spitzen, 
Kugeln, Profile anfangen zu verwittern und eine Gefahr 
für die an dem Hause Vorübergehenden werden. An dem 
Balkon (s. Skizze 1) fiel vor einigen Wochen die linke 
Kugel herunter, glücklicherweise in einem Moment, als 
gerade Niemand vorbeiging. Die Kugel, in einem Durch 
messer von 25—30 cm, hätte einen Menschen erschlagen 
können. Vor einigen Tagen ging es mit einer solchen 
Kugel am Torpfeiler (s. Skizze 2) genau so, auch sie 
fiel herunter ohne weiteren Schaden zu verursachen. 
Man kann nicht sagen, daß das Haus nicht im Stande 
Skizze 2
	        

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