Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1915/16)

16 /31. März 1916 
BAUZEITUNO 
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form mit unter kegel- oder pyramidenartigem Abschluß. 
Die Fenster gegen die Straßenseite sind mit hölzernen Ver 
gitterungen, Muscharabis, versehen. Sonst sieht man von 
der Straße aus allenfalls noch einige Kamine, die in zahl 
reichen Formen und in reizvoller Ausbildung vertreten 
sind. Veranden, Loggien und offene Sitzplätze (Divan- 
hana), sowie die Räume, in denen sich die Frauen aufhal 
ten oder zu tun haben, befinden sich in den von der Straße 
abgelegenen Teilen des Hauses. 
Die Grundrißformen sind sehr mannigfaltig und läßt 
sich eine bestimmte Norm hierüber nicht aufstellen. Bei 
reicheren türkischen Häusern findet man umfangreiche An 
lagen mit eigenen Gebäuden für Männer und Frauen, 
Küchen und Vorratsräume, sowie für Dienstboten usw. 
Die innere Einrichtung ist sehr wohnlich; eine be 
sondere Sorgfalt ist der Einrichtung der Bäder und Wohn- 
räume gewidmet; vor allem weisen die Tischlerarbeiten 
einen hohen Grad von Vollendung auf. An den Wänden 
sich hinziehende, niedrige Sofas mit darübergebreiteten 
farbenprächtigen Teppichen, eingebaute Kästen, die mit 
geschnitzten Holzplättchen in verschiedenen Mustern und 
Formen belegt sind, die durch Messingzwecken auf der 
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Abb. 9. Wohnhaus bei Kiseljak. 
Unterlage befestigt sind, hölzerne Decken und Vertäfe 
lungen, in der gleichen Technik ausgeführt, originell ge 
staltete Türen mit geschnitzten Bogenanfängern, eigenartig 
geformte weiß und grün gemusterte Kachelöfen, in denen 
zugleich das Wasser für das Bad gewärmt wird, verleihen 
den Räumen ein wohnliches und komfortables Aussehen. 
Die Abbildungen 4 und 5 stellen Beispiele für städti 
sche türkische Wohngebäude aus Sarajevo und Umgebung 
dar. 
Abb. 11. Alte Brücke in Konjiza. 
Außer der städtischen Wohnung besitzen viele reiche 
türkische Grundbesitzer auch Sommerwohnhäuser auf 
dem Lande. Diese, die sogen. Kulas, wurden früher wegen 
der durch Räuberbanden usw. hervorgerufenen allgemei 
nen Unsicherheit befestigt angelegt. Manche haben mit 
Schießscharten versehene Verteidigungstürme, in die sich 
der Grundbesitzer mit seinen ringsum wohnenden Kmeten 
im Fall eines feindlichen Angriffs zurückzog. 
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Abb. 8. Kula bei Kalinovik. 
Abb. 10. Wohnhaus bei Kiseljak.
	        

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