Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1915/16)

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BAUZEITUNü 
Nr. 12/16 
Heimatschutz, Rottenburger Diözesanverein für christ 
liche Kunst, Verein für christliche Kunst in der evangeli 
schen Kirche Württembergs. Eingeladen dazu sind alle 
in Württemberg und Hohenzollern geborenen und ansäs 
sigen Deutschen, auch die zur Zeit im Felde stehenden. 
Um den letzteren die Teilnahme zu ermöglichen, wurde 
der Termin für Einlieferung der Entwürfe bis 1. Juni d. J. 
erstreckt. Die Wettbewerbsbedingungen können von den 
Geschäftsstellen der vier Vereinigungen und außerdem 
von der Geschäftsstelle des Württembergischen Kunst 
vereins, Stuttgart, Königliches Kunstgebäude, Schloßplatz, 
bezogen werden. An die letztgenannte Geschäftsstelle 
sind auch die Entwürfe einzusenden; sie wird auch in 
dankenswerter Weise die nach dem Spruch des Preis 
gerichts beabsichtigte Ausstellung der Entwürfe in ihren 
Räumen einrichten. Das Preisgericht wird laut einstimmigem 
Beschluß der veranstaltenden Vereinigungen außer dem 
Landeskonservator nur Künstler umfassen; eine Reihe 
bester Namen haben sich für dieses Ehrenamt zur Ver 
fügung gestellt. Bei den Vorarbeiten für das Unternehmen 
hat sich Herr Architekt Häuselmann betätigt; finanziell 
unterstützt ist es von dem K. Ministerium des Kirchen- 
und Schulwesens und der K. Zentralstelle für Gewerbe 
und Handel. Nicht Gegenstand des Wettbewerbs sind 
eigentliche Kriegerdenkmäler und größere Grabdenk 
mäler, beide Arten stellen überdies künstlerische Erzeug 
nisse dar, die für die Ausstellung an einer bestimmten 
Stätte, nicht allgemein für beliebige Orte entworfen werden 
sollten. Was die Veranstalter wünschen, sind Grabzeichen 
„für einfache Verhältnisse“ für unsere ländlichen Gottes 
äcker und die Gräberfelder der städtischen Friedhöfe, die 
umso mehr zum Besucher sprechen, je schlichter und 
sinniger der Schmuck des einzelnen Grabes ist; Unauf 
dringlichkeit ist das erste Erfordernis, Künstlerlaunen 
würden unerträglich wirken. Das Kreuz wird entsprechend 
dem Sinn unseres Volkes kaum bei solchen Grabzeichen 
fehlen dürfen, bezeichnet es doch auch unsere Krieger 
gräber auf dem Schlachtfeld. Je mehr sich Entwürfe 
einfinden, die nicht durch äußerliche Zutat Wirkung er 
zielen wollen, sondern das gewählte Motiv in möglichster 
Vereinfachung von innen heraus beleben und zum Sprechen 
bringen, desto mehr wird von dem Wettbewerb eine Be 
fruchtung unserer ganzen Friedhofkunst zu erwarten sein. 
Gewünscht sind ferner Kriegergedenktafeln für Kirchen, 
Rathäuser, Schulen, auch fürs Freie usw. Man darf sich 
vergegenwärtigen, daß dafür nicht in erster Linie die 
Marmor- oder Erztafel in Betracht kommt, die doch wohl 
für den einzelnen Fall besonders zu entwerfen wäre, 
sondern schlichtes Material. Wo Mittel zur Verfügung 
stehen, könnte auch an Malerei, Mosaik und Glasmalerei 
gedacht werden. Erwähnt sei noch, daß den Verfassern 
der preisgekrönten und angekauften Entwürfe das Urheber 
recht gewahrt werden wird; geplant ist daneben, soweit 
nötig an der Hand von durch den Künstler zu fertigenden 
Werkzeichnungen, eine Hinausgabe der hiefür geeigneten 
Entwürfe an die Handwerkerkreise des Landes. Für Ge 
meinden und Private, die eine einschlägige Bestellung 
beabsichtigen, dürfte es sich empfehlen, das Ergebnis 
des Wettbewerbs abzuwarten. 
Vereinsmitteilungen 
Württembergischen Baubeamten-Verein. Nach Be 
schluß des Ausschusses soll die diesjährige Mitgliederver 
sammlung bis auf weiteres verschoben werden, die Ver 
einsmitglieder erhalten deshalb den Rechnungs-und Kassen 
bericht per 1914, der von 2 Ausschußmitgliedern geprüft 
und richtig befunden wurde, mit dieser Zeitung als Beilage 
zugesendet. 
Aus dem Rechnungs- und Kassenbericht ist zu ent 
nehmen, daß trotz der erheblichen Ausgaben für die Rote 
Kreuz-Spende und für die Liebesgaben, die regelmäßig 
an die ausmarschierten 46 Vereinsmitglieder abgehen, 
doch noch mit einer Zunahme des Vereinsvermögens 
von 356 M. 30 Pf. abgeschlossen werden konnte. Dem 
Kassier unseres Vereins Herrn Bezirksbaumeister Grotz in 
Cannstatt, wollen wir aber auch an dieser Stelle für seine 
aufopfernde selbstlose Tätigkeit unseren herzlichsten Dank 
darbringen. 
Württembergischer Baubeamten-Verein. Mit dem 
Eisernen Kreuz II. Kl. wurde ausgezeichnet; Vereinsmitglied 
Bahnmeister Kurz in Gmünd. 
Der Verband württ. Beamten-, Lehrer- und Unterbe- 
amten-Vereine hat über die Kriegsdauer eine 
Beratungsstelle 
eingerichtet, die den Mitgliedern und ihren Hinterbliebenen 
Rat erteilen wird in allen vermögensrechtlichen Ansprüchen 
gegenüber der Militärverwaltung, Anfragen sind schrift 
lich unter genauer Angabe der Verhältnisse an die Ad 
resse des Verbandes Stuttgart, Gymnasiurastr. 30. II zu 
richten. Der Verbandsvorstand. 
Bücher 
Leitfaden des Eisenbahnhochbaues bearbeitet von Kgl. Bau- 
gewerkschul-Oberlehrer Max Friedrich Lutze, Gr. 8°, 65 Seiten. 
108 Abbildungen. Kart. M. 1.30, Verlag von H. A. Ludwig Degener, 
Leipzig. Das interessante Buch mit seinen vielen hübschen Abbil 
dungen behandelt die verschiedenen Hochbauten, welche in dem 
Bereich der Eisenbahnverwaltung zur Ausführung kommen können 
in der Form eines kurzen Abrisses. Der Stoff ist derart gegliedert, 
daß jedesmal die Bauten, welche für einen bestimmten Zweck zu 
errichten sind, in einem Abschnitt zusammengefaßt sind, so z. B. 
die Bauten für den Personenverkehr, für den Güterverkehr, für das 
rollende Material usw. 
Diese Einteilung ist streng durchgeführt, bei den Bestimmungen 
sind alle einschlägigen Verordnungen berücksichtigt unter besonderer 
Betonung der wesentlichsten Vorschriften, so daß jeder, dem die 
Aufgabe zufällt, eines der Bauwerke aus dem Gebiete des Eisen 
bahnhochbaues zu projektieren, sich schnell und leicht unterrichten 
kann. | 
In dem bekannten bautechnischen Verlage von A. H. Ludwig 
Degener, Leipzig, ist soeben ein äußerst interessantes Buch unter 
Titel: Der Wasserbau von Dipl -Ing. Kgl. Oberlehrer Jobs. Hentze, 
(Gr. 8°, 260 Seiten 358 Abbildungen im Text und 3 farbigen Tafeln, 
in Halbleinenband M. 5.—) erschienen. Aus zwei Teilen bestehend, 
behandelt der erste die Grundlagen des Wasserbaues und allles 
das, was in weiterem Sinne zum Flussbau gehört, während der 
zweite über Wehre, Schleußen, künstliche Wasserstraßen, wie See 
häfen, spricht. Am Schluß des Ganzen ist noch eine Abhandlung 
über das Wichtigste aus dem Gebiete des Meliorationswesens 
von dem dafür besonders sachkundigen Herrn Dipl.-Ing. Kgl. Ober 
lehrer H. Koller beigefügt worden.^ 
Das Buch ist seiner ganzen Anlage nach für mittlerere Tech 
niker bestimmt. Es liegt indessen in der Natur der Sache, daß 
der angehende Bauingenieur selbiges ebenso mit Vorteil zur Ein 
führung in den Wasserbau benutzen kann. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. 
Druck: Gustav Stfirner in Waiblingen.
	        

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