Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

19./31. März 1918. 
BAUZEITUNG 
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enthalten, daß nur Kleinhäuser zugelassen sind und wie 
weit in offener, halboffener oder geschlossener Bauweise 
zu bauen ist. Wo es die Verhältnisse ermöglichen, ist 
auch darüber Bestimmung zu treffen, daß es sich um einen 
Ortsteil handelt, in dem der landwirtschaftliche Betrieb 
vorherrscht, und daß durch die vorgeschriebene weiträumige 
Bauweise Gewähr für genügenden Licht- und Luftzutritt 
besteht (Art. 125 der Bau-Ordnung). 2. An die Anlegung, 
Einfriedigung, Unterhaltung und Benützung der Vorgärten 
oder Vorplätze dürfen keine zu großen Anforderungen ge 
stellt, vielmehr können für die Einfriedigung einfache Formen, 
auch Holzzäune und Hecken, für die Anlegung auch Nutz 
pflanzen und Lauben zugelassen werden, soweit sich die 
letzteren nicht als eigentliche Bauten im Sinne von Art. 
15 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 der Bau-Ordnung darstellen. 
3. Für Freiflächen im Innern von Baublöcken, können auf 
Grund von Art. 11 Abs. 4 und Art. 56 der Bau-Ordnung 
Bestimmungen über Größe und Benützung aufgestellt 
werden. 
G. Das baupolizeiliche Verfahren ist für den 
Ortsbauplan, die Ortsbausatzung und das einzelne Gebäude 
verschieden. Je gründlicher und sorgfältiger Ortsbauplan 
und Ortsbausatzung durchdacht und ausgearbeitet sind um 
so leichter und rascher wird sich das baupolizeiliche Ver 
fahren abwickeln. 1. Da sich das für die Siedlung ver 
fügbare Gelände meist in einer Hand, vielfach der Gemeinde, 
irgend einer Genossenschaft oder gemeinnützigen Vereini 
gung befinden wird, gestaltet sich die in Art. 3 Abs. 2 
Satz 3 und Art. 8 Abs. 1 Satz 2 der Bau-Ordnung vor 
geschriebene Benachrichtigung der Grundbesitzer und das 
ganze Einspracheverfahren höcht einfach. 2. Die baupoli 
zeiliche Prüfung und Genehmigung der einzelnen Bauge 
suche wird dadurch erleichtert und beschleunigt, daß es 
sich um eine beschränkte Zahl sich mit kleinen Abweich 
ungen wiederholender Hausformen und um lauter kleine 
einfache Bauten handelt. Diese Verminderung der Arbeit 
und die anzustrebende Erleichterung der Kleinhaussied 
lungen begründen auch einen möglichst niederen Ansatz 
der Gebühren für die Begutachtung der Baugesuche und 
die Beaufsichtigung der Bauausführung. 
Verschiedenes. 
Kleinhandelspreise für Zement. Die Reichsstelle 
für Zement hat an den Deutschen Wirtschaftsbund für das 
Baugewerbe, der von ihr beauftragt war durch seine ße- 
zirksverbände Vereinbarungen mit den Zementhändler-Or 
ganisationen über Kleinhandelspreise für Zement aus 
Kriegslägern zu treffen, folgenden Erlass gerichtet: 
Gegen die mitgeteilten Vereinbarungen, die zwischen 
Verbraucher- und Händlerverbänden über Kleinhandels 
preise für Zement bis jetzt getroffen worden sind, hat die 
„Reichstelle für Zement“ keine Bedenken. 
Sofern weiterhin eine Erhöhung der z. Zt. geltenden 
Zementnettopreise vorgenommen werden sollten, ist auch 
eine Erhöhung der vereinbarten Kleinhandelspreise nach 
Massgabe des von der „Reichsstelle für Zement“ festge 
setzten Zuschlages statthaft. Dagegen sind im Falle einer 
Herabsetzung der Zementpreise auch die Kleinhandelspreise 
im gleichen Masstabe zu vermindern. 
Für diejenigen Bezirke, in denen Vereinbarungen über 
Kleinhandelspreise noch nicht vorliegen, wird hiermit be 
stimmt, daß von den Händlern zu den Listenpreisen der Ze 
mentverbände für den in Frage stehenden Ort bei Einzel 
lieferungen ein Zuschlag erhoben werden darf. Dieser Zu 
schlag ist zu berechnen nach Hundertteilen der Nettopreise, 
die durch die „Reichsstelle für Zement“ jeweils festgeseztu. 
öffentlich bekanntgegeben sind, sie stellen also den Zement 
preis ohne Verpackung und Fracht dar. Der Zuschlag 
darf bei Abgabe bis zu 50 Sack nicht mehr als 30 v. H., 
bis zu 100 Sack nicht mehr als 20 v. H., bis zu 200 Sack 
nicht mehr als 10 v. H. betragen. Bei Lieferungen über 
200 Sack hinaus fällt der Zuschlag weg. Die Leistungen 
des Händlers werden in diesem Fall abgeglichen durch 
den von den Zementverbänden den Händlern gewährten 
Rabatt. Die festgesetzten Zuschläge bilden die Entlohnung 
für alle Leistungen des Händlers einschließlich Lagergeld 
bis zur Abfuhr des Zements nach der Verbrauchsstelle. 
Die Abfuhrkosten vom Lager zur Verbrauchsstelle unter 
liegen besonderen Vereinbarungen. 
Ueberschreitungen der vorstehend festgesetzten Klein 
handelspreise würden die Streichung in der Liste der 
Kriegslagerhalter und gegebenenfalls strafrechtliche Verfol 
gung nach sich ziehen. 
Diese Bestimmungen finden sinngemäß auch für den 
Handel mit ausländischem Zement Anwendung. 
Schaffung eines Blindenheims. Frau Geheimrat 
Paetsch-Porse hat der Stadt Magdeburg 100000 M. zur 
Verfügung gestellt zur Erbauung eines Blindenheims. 
Hypothekensicherungs-Oenossenschaft. ln Frei 
burg in Baden ist eine gemeinnützige Hypothekensicher- 
ungs-Genossenschaft G. m. b. H. gegründet worden. Die 
Stadt wird sich mit 100 Anteilen daran beteiligen. Sie 
verlangt aber, daß die Genossen 800 Anteile zu je 100 
M. und mit einer Haftsumme von je 500 M. übernehmen. 
Bis jetzt sind davon 786 Anteile gezeichnet worden. 
Außerdem wird die Stadt eine Nachhaftsumme von 
500000 M. übernehmen. Endlich steht der Genossen 
schaft die Summe von 500000 M. zur Begebung zweiter 
Hypotheken zur Verfügung, mit der die in Anlehnung an 
die städtische Sparkasse gegründete Häuserkasse ausge 
stattet ist. 
Arbeiterwohnhäuser. In Kalbe an der Saale hat die 
chemische Fabrik Karl Heinke ein größeres Gelände für 
119000 M. angekauft, um darauf Wohnungen für ihre Ar 
beiter zu errichten. 
Fragen des Bauschulunterrichts behandelt eine 
Eingabe, die der Innungsverband Deutscher Baugewerk 
meister in diesen Tagen an die zuständigen Stellen ein 
gereicht hat. Die darin gegebenen Anregungen und Vor 
schläge beziehen sich in erster Linie auf das Veran 
schlagungswesen und die Unkostenerrechnung. Mit 
Recht wird dabei die Vertiefung dieser Lehrfächer als 
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