Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNO

Nr.  8/10

Hypotheken  für  Kleinhausbauten  durch  die  Angestelltenversicherung. ­
  Der  Verwaltungsrat  der  Angestelltenversicherung ­
  hat  dem  Direktorium  empfohlen  durch
Hergabe  von  Hypotheken  die  Kleinwohnungsherstellung
zu  fördern.  Neben  privaten  Bauunternehmern  sollen  hierbei
grundsätzlich  solche  Körperschaften  berücksichtigt  werden,
die  1.)  die  Kleinwohnungsbeschaffung  auf  gemeinnütziger
Grundlage  betreiben  oder  das  Wohnungs-  und  Siedlungswesen ­
  durch  den  Flachbau  fördern  und  2.)  ihre  Siedelungen ­
  gegen  spekulative  Veräußerung  sicher  gestellt  haben.
Auch  wurde  das  Direktorium  gebeten,  bei  Stundung  von
Zinsen,  oder  Fälligkeit  von  Hypotheken  dem  durch  die
gegenwärtige  Zeit  teilweise  in  Notlage  befindlichen  Grundbesitzerstande ­
  möglichst  entgegen  zu  kommen.
Bochum.  In  einer  Versammlung  der  Haus-  und  Grundbesitzer ­
  in  Bochum  wurde  mit  allen  gegen  eine  Stimme
beschlossen,  die  Mietpreise  für  Drei-  und  Vierzimmerwohnungen ­
  um  vorläufig  20—25%  heraufzusetzen.  Die
Verluste  durch  die  Kriegseinwirkungen  und  die  erhebliche
Verteuerung  der  Unkosten  ließen  eine  solche  Erhöhung
als  durchaus  gerechtfertigt  erscheinen.
Elberfeld.  Gründung  einer  Hausbesitzerbank.  Der
Elberfelder  Haus-  und  Grundbesitzerverein  hat  unter  dem
Namen  „Bergische  Bürgerbank“  eine  Hausbesitzerbank
als  eingetragene  Genossenschaft  mit  beschränkter  Haftung
ins  Leben  gerufen.  Die  Stadt  Elberfeld  hat  tatkräftige
Unterstützung  zugesagt  und  bereits  beschlossen,  sich  mit
einem  Kapital  von  50000  Mark  an  der  Bank  zu  beteiligen.
Die  neue  Bank  wird  Bürgschaften  für  Hypotheken  und
sonstige  Grundstückslasten,  Ausbietungsgarantien  für  Hypotheken ­
  und  Vermittelung  von  Hypotheken  übernehmen.
Düsseldorf.  Städtische  Fürsorge  für  den  Hausbesitz. ­
  Der  Oberbürgermeister  in  Düsseldorf  kam  in  einer
Sitzung  auf  die  Erhaltung  des  Hausbesitzes  zu  sprechen.
Er  führte  dabei  aus:  „Die  Hilfe  der  Stadt  kann  auf  diesem
Gebiet  naturgemäß  nur  begrenzt  sein.  Was  aber  möglich
war  und  in  verständlicher  und  nützlicher  Weise  hat  geschehen ­
  können,  um  dem  Hausbesitz  die  erwünschte  Hilfe
zu  bringen,  ist  geschehen.  Gerade  die  umfassende  Fürsorge ­
  für  die  kriegsunterstützten  Familien,  denen  die  zur
Mietzahlung  erforderlichen  Beträge  nach  Maßgabe  des
Bedürfnisses  zur  Verfügung  gestellt  werden,  und  die  Maßnahmen, ­
  die  getroffen  sind,  um  die  Zahlung  der  Mietzinsen
an  die  Hausbesitzer  sicher  zu  stellen,  die  Gewährung
von  Mietunterstützungen  auch  für  Werkstätten  der  Handwerker, ­
  an  Junggesellen  und  zur  Erhaltung  besserer  Wohnungen ­
  in  geeigneten  Fällen  ist  unserem  Hausbesitz  in
hohem  Maße  zustatten  gekommen.  Es  ist  Bestimmung
getroffen  über  die  Erweiterung  von  Gewährung  zweiter
Hypotheken.  Das  errichtete  Mieteinigungsamt  hat  sich
bewährt,  ist  sehr  stark  in  Anspruch  genommen  und  hat
eine  sehr  umfangreiche,  gemeinnützige  Wirksamkeit  entfaltet. ­
  Dazu  darf  hier  erwähnt  werden  die  Beratungsstelle
für  Hypotheken,  die  Beteiligung  der  Stadt  an  der  Sparund ­
  Darlehenskasse  des  Düsseldorfer  Haus-  und  Grundbesitzervereins, ­
  die  Errichtung  der  städtischen  Darlehenskasse ­
  für  Hausentwässerung,  ferner  die  besonderen
Maßnahmen  einer  schonenden  Rücksichtsnahme  auf  die
Verhältnisse  der  Hausbesitzer  bei  der  Verwaltung  unseres
Hypothekenamts,  der  städtischen  Sparkasse  und  des
städtischen  Grundstücksamtes.“
Württ.  Kunstverein.  Neu  ausgestellt:  Oelgemälde
aus  dem  Nachlaß  von  F.  A.  Wicki;  Oelgemälde  und  Radierungen ­
  von  Hans  Rohm;  Oelgemälde  von  Martha  Buhl;
Oelgemälde  von  Helene  Kirschke;  Oelgemälde  von  Maria
Krauskopf;  Pastell  und  Aquarell  von  K.  Fuchs,  Eßlingen.
Yereinsmitteilun^en.
Württembergischer  Baubeamten-Verein.  Von  verschiedenen ­
  Seiten  wurde  angeregt  die  für  dieses  Frühjahrin ­
  Ausicht  genommeneMitgliederversammlung  nochmals

bisHerbst  dieses  Jahres  zu  verschieben  und  werden  deshalb
diejenigen  verehrten  Vereinsmitglieder,  die  Einwendungen
gegen  diese  Verschiebung  haben,  hiemit  aufgefordert
dieselben  ohne  weitere  Begründung  dem  Vereinsvorstand
Palm  Birkenwaldstraße  42  B  in  Stuttgart  bis  längstens
15.  April  d.  J.  kurz  mitzuteilen,  damit  sodann  noch  im  Laufe
des  Monats  Mai  d.  J.  eine  Mitgliederversammlung  angeordnet
werden  kann.  Die  nächste  Ausschußsitzung  findet  Sonntag
den  6.  Mai  d.  J.  vormittags  10%  Uhr  im  Vereinszimmer
Gesellschaftsbaus  Bauhütte  in  Stuttgart  statt,  zu  der  noch
besondere  Einladungen  in  die  nächste  Nummer  dieser
Zeitung  erfolgen  werden,  auch  haben  sämtliche  Vereinsmitglieder
  das  Recht  dieser  Ausschußsitzung  mit  beratender
Stimme  beizuwohnen.
Personalien
Verliehen.  Dem  Direktor  Dr.-lng.  von  Neuffer,  Vorstand  der
Bauabteilung  der  Generaldirektion  der  Staalseisenbahnen,  anlässlich
seiner  Zuruhesetzung  den  Titel  eines  Präsidenten  mit  dem  Rang  auf
der  dritten  Stufe  der  Rangordnung.
Befördert.  Den  Oberbaurat  Lupf  er  bei  der  Generaldirektion
der  Staatseisenbahnen  auf  die  hiedurch  erledigte  Direktorstelle  bei
dieser  Behörde.
Verliehen.  Dem  Vorstand  des  Bauamts  für  das  öffentliche
Wasserversorgungswesen,  Baurat  Groß,  den  Titel  Oberbaurat.
Verliehen.  Dem  Baurat  Kallee  in  Jagstfeld  das  Ritterkreuz
erster  Klasse  des  Friedrichs-Ordens  anlässlich  seiner  Zuruhesetzung.
Uebertragen.  Dem  Regierungsbaumelster  Krautmann  die  neuerrichteie
  Stelle  eines  etatsmäßigen  Regierungsbaumeisters  bei  dem
Verwaltungsrat  der  Gebäudebrandversicherungsanstalt.
Die  im  Monat  Februar  abgehaltene  Bauwerkmeisterprüfung
haben  bestanden:  Bacher,  Ernst,  von  Kirchheim  u.  T.;  Breitenmoser, ­
  Anton,  von  Steinberg,  OA.  Laupheim;  Bührer,  Ludwig
von  Stuttgart;  Ebner,  Johannes,  von  Stuttgart;  Kiemle,  Eugen,
von  Oberriexingen,  OA.  Vaihingen;  Kl  um  pp,  Heinrich,  von
Stuttgart;  Kolb,  Erwin,  von  Haubersbronn,  OA.  Schorndorf;
Maier,  Max,  von  Ulm;  Pfeifer,  Gustav,  von  Reutlingen;
Riecker,  Otto,  von  Herrenberg;  Schweizer,  Franz,  von  Stuttgart-Cannstatt;
  Von  ier,  Franz,  von  Dietmanns,  OA.  Waldsee;  Wurster,
Ernst,  von  Stuttgart.
Zeichnet  die  sechste  Kriegsanleihe.
Die  Kriegsopfer  für  alle  Völker  abzukürzen,  hat  Kaiserliche ­
  Großmut  angeregt.
Nun  die  Friedenshand  verschmäht  ist,  sei  das  deutsche
Volk  aufgerufen,  den  verblendeten  Feinden  mit  neuem
Kraftbeweis  zu  offenbaren,  daß  deutsche  Wirtschaftsstärke,
deutscher  Opferwille  unzerbrechlich  sind  und  bleiben.
Deutschlands  heldenhafte  Söhne  und  Waffenbrüder
halten  unerschütterlich  die  Wacht.  An  ihrer  Tapferkeit
wird  der  frevelhafte  Vernichtungswille  unserer  Feinde
zerschellen.  Deren  Hoffen  auf  ein  Müdewerden  daheim
aber  muß  jetzt  durch  die  neue  Kriegsanleihe  vernichtet
werden.
Fest  und  sicher  ruhen  unsere  Kriegsanleihen  auf  dem
ehernen  Grunde  des  deutschen  Volkvermögens  und
Einkommens,  auf  der  deutschen  Wirtschafts-  und  Gestaltungskraft, ­
  dem  deutschen  Fleiß,  dem  Geist  von  Heer,
Flotte  und  Heimat,  nicht  zuletzt  auf  der  von  unseren
Truppen  erkämpften  Kriegslage.
Was  das  deutsche  Volk  bisher  in  kraftbewußter  Darbietung ­
  der  Kriegsgelder  vollbrachte,  war  eine  Großtat
von  weltgeschichtlich  strahlender  Höhe.
Und  wieder  wird  einträchtig  und  wetteifernd  Stadt
und  Land,  Arm  und  Reich,  Groß  und  Klein  Geld  zu  Geld
und  damit  Kraftzu  Kraftfügen—zum  neuen  wuchtigen  Schlag.
Unbeschränkter  Einsatz  aller  Waffen  draußen,  aller  Geldgewalt ­
  im  Innern.  Machtvoll  und  hoffnungsfroh  der  Entscheidung ­
  entgegen!

Verantwortlich:  Karl  Schüler,  Stuttgart.
Druck:  Gustav  Stürner,  Waiblingen.
            
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