Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNO 
Nr. 11/ 1B 
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Federzeichnung 
von 
Arthur List, Heilbronn, 
z. Zt. im Felde. 
topf (Schlammfänger), für welchen das Einhängen eines 
herausnehmbaren Schlammeimers zu empfehlen ist. 
Der Hauskanal ist im allgemeinen geradlinig und auf 
kürzestem Wege, jedoch in schräger Richtung, in den 
Straßenkanal zu führen, und zwar so, daß das Wasser der 
Hauptleitung das abfließende Wasser der Hausleitung mit 
fortreißt, nicht aber entgegengesetzt, also nicht stauend 
wirkt. Knickpunkte sind tunlichst zu vermeiden und, falls 
solche nicht zu umgehen sind, leicht zugänglich zu 
machen, entweder durch Reinigungsstutzen oder durch 
Reinigungsschächte und dergleichen. 
Die Rohrleitungen im Innern der Grundstücke sind 
am besten aus gußeisernen, heiß asphaltierten Röhren her 
zustellen. Bleirohre sind tunlichst nur als Geruch 
verschlüsse oder für kurze Leitungen, wie an Ausguß 
becken und dergleichen, zu verwenden. Der lichte Durch 
messer solcher Abfallrohre soll für Küchen- und Bade 
wässer je nach der Geschoßzahl 5—7 cm, für Spülaborte 
10—13 cm betragen. Für die Ableitung etwaiger Kanal 
gase sind die Abfallrohre im Innern der Gebäude zweck 
mäßig, und zwar in voller Weite, offen über Dach zu füh 
ren und mit einem Regenschutzdach abzudecken. 
Alle Einlaßstellen für Brauchwasser sind unbedingt 
mit selbsttätigen Geruchanschlüssen zu versehen. Die 
Tiefe derselben soll für Küchen- und Badwasserabflüsse 
8—10 cm, für Spülaborte mindestens 5 cm betragen. Alle 
Regenrohre sollen ebenfalls in die Kanalleitung münden; 
sie können aber auch als selbstwirkende Reinigung in die 
Abortklärgrube — wo solche gestattet — geleitet werden. 
Münden die Rohre in unmittelbarer Nähe von Fenstern 
der Dachwohnungen, bewohnten Dachkammern usw., so 
sind auch diese Rohre mit einem frostfrei liegenden Ge 
ruchverschluß zu versehen. 
Für Leitungen mit sehr geringem Gefälle ist eine 
öftere Durchspülung sehr notwendig, damit sich etwaige 
feste Stoffe nicht an die Wandungen der Röhren festsetzen 
und diese verstopfen. Man ordnet deswegen unterhalb 
der Spül- oder sonstigen Wasserableitungen selbsttätige 
Kippkasten an. 
Die Befestigung der inneren Leitungsröhren geschieht 
mittels verzinkter oder mit Asphaltlack gestrichener eiser 
ner Rohrschellen, die aus praktischen Gründen mit Schar 
nieren versehen sind. Das Einmauern der Rohre, beson 
ders in Außenmauern, ist tunlichst zu vermeiden, ferner 
sind dieselben in entsprechender Weise gegen die Ein 
wirkung des Frostes zu schützen. Zu bemerken ist noch, 
daß, wenn die Kellersohle nicht mit entwässert werden 
soll, der Hauskanal im Innern des Gebäudes zweckmäßig 
über dem Kellerfußboden zu verlegen ist, damit bei 
etwaigen Störungen in der Leitung diese besser gefunden 
und beseitigt werden können. Bei längeren Leitungen 
empfiehlt sich die Anbringungen von Schlamm-, Sand- und 
Fettfängern, die meistens fertig bezögen werden können 
und aus Zement, gebranntem, glasiertem Ton, Gußeisen 
oder, Zenmentziegelmauerwerk bestehen. Dachabfallrohre 
sind aus dem gleichen Grunde mit Regenrohr- oder Laub- 
Federzeichnung 
von 
Arthur List, Heilbronn, 
z. Zt. im Felde.
	        

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