Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNO 
Nr. 14/15 
Wettbewerbe. 
Wettbewerbe für kleinere Kriegs- und Kriegerdenk 
mäler, ausgeschrieben vom Bund Deutscher Gelehrter und 
Künstler (Kulturbund). Für diesen Wettbewerb wurden 
904 Arbeiten mit durchschnittlich 10 Blatt eingereicht. — 
Es kamen 5 erste, 10 zweite und 25 dritte Preise zur Ver 
teilung, außerdem wurden 34 Arbeiten ehrenvoll erwähnt; 
endlich wurden noch eine Anzahl Entwürfe angekauft und 
eine Reihe weiterer Entwürfe wurde zur Veröffentlichung 
in einem Sammelwerk in Aussicht genommen. — Von süd 
deutschen Künstlern erhielten Architekt Ch. Hacker 
und Bildhauer W. R e s c h einen zweiten Preis, mit dritten 
Preisen wurden ausgezeichnet; Adolf Theiß, Darmstadt, 
und Prof. P. Bon atz, Stuttgart; ehrenvoll wurden fol 
gende süddeutsche Künstler erwähnt: Regierungsbau 
meister Alfred Müller, München; Otto Roth, Karls 
ruhe ; Karl B a u r, München; F. M ä c k 1 e, Stuttgart; 
Architekt Oskar Pfennig, Stuttgart; Prof. E. Pfeif 
fer, München; W. R e s c h, München; Prof. P. B o n a t z, 
Stuttgart; F. Wörner und R. Gebhardt, Stuttgart. 
Verschiedenes. 
Wohnungsämter in Bayern. Eine Ministerial-Ent- 
schließung des kgl. bayerischen Ministeriums des Innern, 
die kürzlich erlassen wurde, erkennt die Notwendigkeit 
des Ausbaus der Wohnungsaufsicht rückhaltlos an. Es 
heißt darin: „Es ist geboten, daß Gemeinden mit mehr 
als 100 000 Einwohnern ein eigenes Wohnungsamt er 
richten, das mit dem erforderlichen Personal zu besetzen 
ist und das insbesondere die notwendige Zahl von berufs 
mäßigen Wohnungsinspektoren im Hauptamte besitzt. 
Das gleiche wird notwendig für Gemeinden zwischen 
50 000 und 100 000 Einwohner, deren Bevölkerungszahl 
sich dieser oberen Grenze nähert, oder für die aus beson 
deren Gründen (z. B. sehr hoher Bestand von Kleinwoh 
nungen, starke Zuwanderung von Arbeiterbevölkerung, 
rasche Zunahme der Industrie u. a.) die Errichtung eines 
eigenen Wohnungsamtes notwendig erscheint. Jedenfalls 
müssen auch diese Gemeinden Wohnungsinspektoren im 
Hauptamt und in der erforderlichen Anzahl bestellen. Für 
Gemeinden mit mehr als 10 000 bis 50 000 Einwohner 
wird die Aufstellung von Wohnungsinspektoren — sei es 
im Haupt- oder im Nebenamt — notwendig werden. Für 
den Betrieb des Wohnungsamtes sind die erforderlichen 
Satzungen und Dienstvorschriften (Wohnungsordnungen) 
zu erlassen. 
Zum Bauverbot der Generalkommandos. Das Bau 
verbot der Generalkommandos hat verschiedene Baupoli 
zeibehörden veranlaßt, auch die Prüfung und Genehmi 
gung von Bauplätzen einzustellen. Daraufhin hat der 
Bund deutscher Architekten eine Eingabe an den Kriegs 
minister gerichtet und den Bescheid erhalten, daß eine der 
artige Verfügung nicht erlassen worden sei. Auch sei den 
Kriegsamtsstellen und den stellvertretenden Generalkom 
mandos nahegelegt worden, die Einreichung und Prüfung 
von neuen Gesuchen für solche Bauten bei der Polizei 
behörde zu gestatten, deren Inangriffnahme unmittelbar 
nach Beendigung des Kriegszustandes im öffentlichen In 
teresse liegt, insbesondere aber für Bauten, die Wohn 
zwecken zu dienen bestimmt sind. 
Mietssteigerungsverbot in Oesterreich. Durch eine 
kaiserliche Verordnung vom 27. Januar sind in Oester 
reich verboten worden „willkürliche und unberechtigte 
Mietzinserhöhungen für kleinere Wohnungen und Ge 
schäftsräumlichkeiten und die Erhöhung des Zinsfußes 
von Hypotheken“. Diese Verordnung gilt vorläufig bis 
zum 31. Dezember 1918 und erstreckt sich auf Woh 
nungen, für die nicht mehr als 2500 Kronen, in Wien 3000 
Kronen bezahlt werden. 
Städtischer Landwirtschaftsbetrieb. Die Gemeinde 
Wilhelmsburg bei Harburg hat beschlossen, ein 136 Hek 
tar großes Bauerngut in Wenzendorf im Kreise Harburg 
für 240 000 Mk. anzukaufen und selbst zu bewirtschaften. 
Die Ernteerträgnisse sollen der Bevölkerung von Wil 
helmsburg zugute kommen. 
Wohnungs- und Siedelungsfragen in Bayern. 
Der bayerische Landesverein zur Förderung des Woh- 
nuungswesens hat eine ausführliche Denkschrift über 
Wohnungs- und Siedlungsfragen ausgearbeitet und das 
Ergebnis in 14 verschiedene Anträge zusammengefaßt. 
Zum Schlüsse dieser an die Kgl. Staatsregierung gerichte 
ten Denkschrift heißt es: „Zur Beratung aller für die künf 
tige Wohnungs- und Siedlungspolitik in Bayern ein 
schlägigen Fragen bitten wir die Kgl. Staatsregierung, 
baldtunlichst eine Versammlung der staatlichen und ge 
meindlichen Fachleute, der Vertreter des Landtags, dann 
der Vertreter von Industrie, Landwirtschaft und Handel, 
Federzeichnungen von Arthur List, Heilbronn, 
z. Zt. im Felle.
	        

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