Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNO 
Nr.14/15 
erstatten, selbstverständlich nur soweit es sich um Bau 
ausführungen handelt, die vor der Neubewilligung vergeben 
worden sind. Es ist zu erwarten, daß bis zu der am 
19. April in Berlin stattfindenden diesjährigen Hauptver 
sammlung des Arbeitgeberbundes die obersten Reichs 
und Staatsbehörden hierzu für die nachgeordneten Behörden 
die Zustimmung geben und auch die Unternehmungen 
der Rüstungsindustrie zu einer gleichen Stellungnahme 
verlassen. Die Mitglieder des Arbeitgeberbundes sind 
von diesem angewiesen, die Beschlüsse ihrer Haupt- 
versammlung|abzuwarten, eigenmächtig also das Abkommen 
vom Mai 1916 nicht abzuändern. 
Vereinsmitteiluiigen. 
Württembergischer Baubeamten-Verein. Einladung zu 
einer am 6. Mai d. J. vormittags 10 Va Uhr im Vereins 
zimmer Gesellschaftsbaus Bauhütte in Stuttgart Büchsen 
straße 53 stattfindenden Ausschußsitzung. Wegen Beratung 
wichtiger Vereinsangelegenheiten ist das Erscheinen sämt 
licher Ausschußmitglieder dringend erwünscht, ebenso 
werden die übrigen Vereinsmitglieder eingeladen dieser 
Sitzung mit beratender Stimme beizuwohnen. 
Personalien 
Versetzt; den tit. Baurat Hauser bei der Generaldirektion der 
Posten und Telegraphen auf eine Eisenbalinbauinspektorstelle des 
inneren Dienstes bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen 
ohne Aenderung seines Titels, den Postbaumeister, tit. Bauinspektor 
Bihler bei der Generaldirektion der Posten und Telegraphen auf 
eine Abteilungsingenieurstelle bei der Generaldirektion der Staast- 
eisenbahnen mit dem Titel Eisenbahnbauinspektor, den technischen 
Postsekretär, tit. technischen Oberpostsekretär Rühle und die 
technischen Postsekretäre Heberle, Roller, Boßhardt und 
Hoffman n bei der Qeneraldirektion der Posten und Telegraphen 
auf Stellen von technischen Eisenbahnsekretären bei der General 
direktion der Staalseisenbahnen, Rühle unter Verleihung des Titels 
eines technischen Oberbahnsekretärs, die technischen Eisenbahn 
sekretäre Müller und Lindner in Jagstfeld zu der Eisenbahn 
bauinspektion Heilbronn 
Verliehen: Dem Bauamtswerkmeister Göser, in Heil 
bronn. Haaf, Bauamtswerkmeister in Heiligkreuztal. Heeß.Bau- 
aratswerkmeister, tit. Inspektor in Ludwigsburg das Verdienstkreuz. 
(Unlieb verspätet.) 
Bücher 
Wohnungsfürsorge und Ansiedelung nach dem Kriege. Von 
Dr. H. Kampffmeyer und Baurat A. Stürzenacker G. Braun- 
sche Hofbuchdruckerei und Verlag. Karlsruhe 1. B. 1917. Preis 50 Pf. 
Die Beschaffung guter und preiswerter Wohnungen für die min 
derbemittelte Bevölkerung ist eine der wichtigsten sozialen Aufgaben. 
Ihre Lösung wird künftig noch dringlicher sein, denn die ungeheueren 
Opfer, die der Krieg uns gebracht hat, zwingen uns, eine planmäßige 
Bevölkerungspolitik zu treiben, deren wichtigste Maßnahmen in der 
Gesundung der Wohnungsverhältnisse bestehen muß. Der Vorbe 
reitung auf diese Aufgabe soll die vorliegende Schrift dienen. 
Sie erörtert zunächst die Frage, wie sich voraussichtlich die 
wirklichen Verhältnisse nach dem Kriege gestalten werden und gibt 
der Befürchtung Ausdruck, daß wie anderwärts auch in badischen 
Städten ein erheblicher Wohnungsmangel nach dem Kriege eintreten 
wird. Es folgt dann eine übersichtliche Darstellung der wichtigsten 
Maßnahmen, die zur Beseitigung dieses Wohnungsmangels dienen 
können. Hierzu gehört die Einrichtung städtischer Wohnungsnach 
weise mit Meldezwang um eine möglichst vollständige klare Ueber- 
sicht in Wotfnungsbedarf zu erhalten. Der Neubau von Kleinwoh 
nungen soll durch eine planmässige Bodenpolitik der städtischen 
und staatlichen Behörden, durch Verbilligung der Geländeaufschlie- 
ßung und Verbilligung und Verbesserung des Bauens gefördert werden, 
Hierbei wird der Ministerialerlaß vom II. September 1916 abgedruckt, 
der wichtige Anregungen für die Förderung, vor allem für die Ver 
billigung des Kleinwohnungsbaues nach dem Kriege bietet. 
In weiteren Kapiteln wird die Bauberatung, die Geldbeschaffung 
der Wohnungsbau der Gemeinden, die gemeinnützige Bautätigkeit 
und vor allem die Ansiedelung von Kriegsbeschädigten dargestellt. 
Die Schrift zeigt in 46 Abbildungen eine Reihe der besten Klein- 
Wohnungsbauten Badens und gibt zum Scijuß sorgfältig durchge 
arbeitete Vorschläge für die städtische und ländliche Ansiedelung 
nach dem Kriege. 
Dem Werkchen, das wertvolle Anregungen bietet, ist daher eine 
gute Verbreitung, auch außerhalb Badens, zu wünschen. 
Der Städtebau. (Verlag Ern st Wasm uth, Berlin) jährlich 12 
Hefte Mk. 24.— Das Heft 12. (Dez. 1916), das infolge der immer 
größer werdenden Schwierigkeiten in der Herstellung erst jetzt 
im April 1917 zur Ausgabe gelangte, hat zum Inhalt: die Wett 
bewerbsentwürfe für die Stadterweiterung Soest, die neue Staffel 
bauordnung von New-York — Betrachtungen über den Wieder 
aufbau Ostpreußens. 
Der Industriebau. Herausgeber Dir. Arch. E. Beuti nger, 
(Verlag Karl Scholtze, Leipzig) jährlich 12 Hefte Mk. 24.— 
Inhalt des 3. Heftes 1917. Bauten im Frankfurter Osthafen und 
zwar die Gasfabrik im Industriegelände Arch. Prof. PeterBehrens 
und Hans Das;en, städt. Baumeister, sowie weitere Arbeiten 
von Dasen. 
Hartig E. Flandrische Wohnhaus-Architektur. Preis geb. 
M. 16.—Verlag Ernst Wasmuth, A. Q. Berlin. Der Verfasser, 
Direktor der Königl. Baugewerkschule zu Aachen, bietet hier ein 
Werk, das zur rechten Zeit dem vorhandenen gesteigerten Interesse 
für Flandern und seiner Kultur enlgegenkommt. In kurzen, treffenden 
Zügen gibt der Verfasser einen geschichtlichen Ueberbiick über 
Flandern, das von den Ländern der Nordwestküste Europas in wirt 
schaftlicher und künstlerischer Hinsicht eine hervorragende Stelle 
einnehme. Durch ein reiches Anschauungsmaterial wird dies in 
erschöpfernder Weise erläutert. 
Briefkasten. 
Anfrage betr. Verjährung von Baugesuchen. Der Art. 117 
der Bauordnung bestimmt: 
„Wird ein für zulässig erkannter Bau binnen zwei Jahren 
„vor dem Eintritt der Rechtskraft der baupolizeilichen 
„Genehmigung an gerechnet, nicht in Angriff gnoramen, 
„so tritt die Genehmigung außer Wirkung.“ 
Es erhebt sich nun die Frage, ob bei vor dem Kriege genehmigten 
Bauwesen deren Frist inzwischen abgelaufen ist, unter den durch den 
Krieg geschaffenen Verhältnissen, die Frist nicht, wie bei anderen 
Rechtsfällen, ohnejweiteres fortläuft.ld h. eine Verjährung während der 
Kriegsdauer ausgeschlossen ist? Wenn dies nicht zutrifft, 1 ob für 
nachträgliche Fristverlängerung unter gleichbleibenden Verhältnissen 
und unveränderten Bauplänen für den Antragsfellereine neue Sportel 
pflicht eintritt? J. R. v. U. 
Antwort: Ist die zweijährige Frist ohne vorherige Verlängerung 
durch die zuständige Baupolizeibehörde (s. Art. 117 Abs. 1 Satz 
2 Bau-O.) abgelaufen, so ist damit zugleich die baupolizeiliche 
Genehmigung außer Wirkung getreten und kann nur noch die 
wiederholte Genehmigung des Baues (s. Kommentar von Kälber- 
Mörike Anm. 6 zu Art. 117 Bau-O. S. 329) in Frage kommen. Ein 
Ruhen des Fristenlaufs kennt der Art. 117 Bau-O. nicht. 
Die wiederholte Genehmigung (— nicht nachträgliche Ver 
längerung der abgelaufenen Frist, die es nicht gibt —) ist nach 
Nr. 9 Ziff. 2 des Allgemeinen Sporteltarifs bezw. Art. 123 Bau-O. 
Sportel- oder gebührenpflichtig. Kr. 
Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart. 
Druck: Gustav Stürner, Waiblingen.
	        

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