Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNO 
Nr. 18/19 
Ausschußmitglied Wasser eingehend über die Tätigkeit des 
Verbandes württ. Beamten-, Lehrer- und Unterbeamten- 
Vereine betreffend: Kriegsteurungszulagen, vierteljährliche 
Gehaltszahlung, Schaffung von Etatsstellen usw., worüber 
auch der Vorsitzende des Verbandes württ. Beamten-, 
Lehrer- und Unterbeamten-Vereine am 19. Mai d. J. im 
Bürgermuseum in Stuttgart Bericht erstatten wird. 
Am Samstag den 19. Mai d. J. abends 8 Uhr, findet im 
Saale des Bürgermuseums ein Vortrag des Vorsitzenden 
des Verbandes württ. Beamten-, Lehrer- und Unterbeamten- 
Vereine Herrn Oberbahnsekretär Baumann statt über das 
Thema: Nach Warschau und an die Ostfront, mit Vorführung 
von Lichtbildern. Hierzu werden die Vereinsmitglieder mit 
ihren Angehörigen freundlich eingeladen. Nach Schluß des 
Vortrags wird über die Tätigkeit des Verbandes Bericht er 
stattet. Tagesordnung: 1. Kriegsteuerungszulagen, 2. Vier 
teljährliche Gehaltszahlung, 3. Schaffung von Etatsstellen. 
Wegen Erhöhung der unzureichenden Reisediäten für 
mittlere techn. Beamte sollen vom Vorsitzenden des Ver 
einsweitere Schritte unternommen werden, ebenso soll im 
Verein mit dem Bauwerkmeisterverein eine Eingabe um 
Erhöhung der Gebühren der Wasserbautechniker gefertigt 
und vorgelegt werden. Der Kassier wird beauftragt 
50 Mk. für die U-Bootspende auszubezahlen. Anfang Ok 
tober d. J. soll die nächste Ausschußsitzung stattfinden, 
der sobald es die Kriegszeit erlaubt, auch eine Mitglieder 
versammlung folgen soll, damit eine Neuwahl des Aus 
schusses vorgenommen werden kann. Nachdem sodann 
noch beschlossen war, den im Feld stehenden Vereinsmit 
gliedern wieder Liebesgaben zuzusenden, soweit deren 
Feldadressen der Redaktion der Bauzeitung bekannt sind, 
schloß der Vorsitzende die Sitzung. 
Bargeldloser Zahlungsverkehr und Bezahlung der 
Dienst- und Ruhegehaltsbezüge. Der Verband württ. 
Beamten-, Lehrer- und Unterbeamten-Vereine hat folgende 
Eingabe an das K. Staatsministerium gerichtet: 
Um den Metallgeld- und Notenumlauf, d. h. den Bar 
geldverkehr auf das äußerste einzuschränken, sind die Be 
amten, Lehrer und Unterbeamten des Staates aufgefordert 
worden, in ihrem Teil zur Verminderung des Bargeldver 
kehrs dadurch beizutragen, daß sie sich ein Konto bei einer 
Bank, einer Sparkasse oder bei dem Postscheckamt eröff 
nen und ihre Bezüge ganz oder wenigstens zu einem Teil 
auf ihr Konto überweisen lassen. 
Die in den beteiligten Kreisen über diesen Gegenstand 
gepflogene Beratung hat ergeben, daß die Beamten zur 
Erfüllung dieser Pflicht gegen das Vaterland sehr gerne 
bereit wären, daß sie sich aber hievon nur einen verhält 
nismäßig geringen Erfolg versprechen, weil bei den weit 
aus meisten Beamten, Lehrern und Unterbeamten der be 
scheidene Gehalt zur Bestreitung der laufenden Ausgaben 
des Haushalts nötig ist, also im Laufe des Monats mit 
Ausnahme des Betrags, welcher von vielen zur Mietzins 
zahlung zurückgehalten werden muß, wieder von der Bank 
abgehoben werden müßte. Dieser Umstand würde den 
Banken eine unverhältnismäßig große Steigerung des Ge 
schäftsverkehrs bringen, so daß denselben die Beamten als 
Kunden wenig willkommen wären. 
Allgemein wird daher in unseren Kreisen als Voraus 
setzung einer wirkungsvollen Teilnahme der Beamten am 
bargeldlosen Verkehr die vierteljährliche Vorauszahlung 
des Gehalts angesehen, welche ausnahmsweise zuzulassen 
in dem Abs. 2 des Art. 12 des Beamtengesetzes dem Ver 
ordnungswege Vorbehalten ist. 
Diese Art der Gehaltszahlung besteht schon zum Teil 
in Preußen und im Reich, und sie wird, wie wir hören, 
von den Beamten anderer Bundesstaaten ebenfalls ange 
strebt. Auch die Städte Stuttgart und Ulm zahlen denjeni 
gen Beamten, die ihren Gehalt an die städtische Sparkasse 
überweisen lassen, den Gehalt vierteljährlich voraus. 
Die Vorzüge der vierteljährlichen Gehaltszahlung, 
welche den auszahlenden Kassen eine wesentliche Oe- 
schäftsvereinfachung bringen und den Empfängern eine 
zweckmäßigere Einteilung der verfügbaren Mittel ermög 
lichen würde, sind so groß, daß ihnen gegenüber etwa 
bestehende kleinere Bedenken nicht ins Gewicht fallen. 
Unsere Bitte geht nun dahin: 
„Es möge denjenigen Beamten, Lehrern und Unter 
beamten des Staates, welche sich dem bargeldlosen Ver 
kehr anschließen, vierteljährliche Vorauszahlung ihrer 
Bezüge zugestanden werden.“ 
Personalien 
Württemberg: 
Befördert den Eisenbahnbauinspektor Nägele, Kollegialhilfs 
arbeiter bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, zum Baurat 
bei dieser Behörde; versetzt in Ruhestand Bahnmeister Schwarz, 
in Freudenstadt seinem Ansuchen entsprechend. 
Technische Hochschule, Stuttgart. 
Ergebniss der Diplomprüfungen. Den genannten Kanditaten 
wurde auf Grund der mit Erfolg abgelegten Diplomhauptprüfung in 
einer der unten bezeichneten Fachrichtnngen der Grad eines 
Diplom-lngenieures erteilt. 
1. Für Architektur. 
Fritz, Wilhelm, von Stuttgart, Fulda, Johannes, von Deufringen, 
OA.Böblingen, Meyer, Paul, von Schaffhausen, Schweiz, Schmidt, 
Alfred, von Stuttgart, Sommer, Hans, von Stuttgart. 
2. Für Bauingenieure. 
Bundschu, Felix, von Stuttgart, Diel, Josef, von Lorch a. Rh. 
Kießling, Hermann, von Heilbronn, Mayer, Karl, von Schura, 
OA, Spaichingen, Möhler, Benno, von Gmünd, Vogt, Friedrich, 
von Heilbronn, Vuille, Peter, von Genf, Schweiz. Staatsangehöriger. 
Bücher 
Kriegszeitung. Herausgegeben für die Kriegsteilnehmer von 
Junkers & Co. Dessau, Fabrik [für Prof. Junkers Apparate zur 
Warmwasserversorgung, Heizung Kühlung und Heizwertbestimmung. 
Die vorliegende Nr. 14, Märzheft 1917, dieser Kriegsschrift, die 
einen rein ideellen Zweck verfolgt, ist ungemein reichhaltig und 
interessant. Ein besonderer Vorzug der „Kriegs-Zeitung“ ist, daß 
sie Deutsches Wesen und Deutsches Gemüt zum Worte kommen 
läßt, daß sie nicht nur die schwere kriegerische Gegenwart berührt, 
sondern auch in die Vergangenheit zurückgreift und die furcht 
baren Heimsuchungen, denen Deutschland in früheren Zeiten 
unterworfen war, uns ins Gedächtnis ruft. So finden wir in dem 
Aufsatz „Das deutsche Gemüt“ eine Fülle entsprechenden und 
erhebenden Inhalts, wir blicken in das Heim einer Deutschen 
Familie, sehen das zarte Liebesband entstehen, [das zwei Herzen 
zum Bund fürs Leben vereinigt, stehen an der Wiege des Erst 
geborenen und lernen alle die Wechselfülle menschlichen Schicksals 
kennen, Freude und Schmerz. Durch eine Reihe stimmungsvoller 
Bilder werden Geschehnisse und Gefühle veranschaulicht. Ein 
lebendes Bild von dem deutschen Stadtleben zu Beginn des 17. Jahrh. 
hat G. Freytag in seinen Bildern aus der deutschen Vergangenheit 
überliefert, von denen der genannte Abschnitt abgedruckt ist. Was 
der 50jährige Krieg dann unheilvolles brachte und das blühende 
Land in Schutt und Trümmer verwandelte, wird in der historischen 
Erzählung „Frieden im Land“ von Robert Friedrich ergreifend 
geschildert. Wie eine erquickende Oase inmitten der Wüste mutet 
die liebliche Jdylle an, die der Pfarramtskanditat Pfannenstiel in 
Leipzig wenn auch nur kurze Zeit, erleben durfte, um in alle 
Schrecknisse und Wirrnisse des Krieges geschleudert zu werden. 
Das Heft enthält außerdem mehrere Feldpostbriefe, Danksagungen 
für Liebesgaben und Kriegszeitungs-Sendungen. Auch der Krieger 
humor und die Kurzweil kommen in verschiedenen Beiträgen zu 
ihrem Recht. Alles in allem eine ebenso unterhaltsame wie be 
lehrende, den vaterländischen Geist stärkende Zeitschrift. 
Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart. 
Druck: Gustav Stürner, Waiblingen.
	        

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