Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNG 
Nr. 43/47 
eingehend über die Ausführung der Beschlüsse in der I. 
Ausschußsitzung und gedachte sodann in warmen Wor 
ten der uns in letzter Zeit durch den Tod entrissenen Ver 
einsmitglieder, StadtbaumeisterWäschlein Rottweil, Ober 
amtsbaumeister Schmauck in Weinsberg und Oberamts 
baumeister E c k e rt in Heilbronn. Austrittserklärungen sind 
eingelaufen von 4 Mitglieder. Bei diesem Anlaß wurde 
beschlossen bei der nächsten Mitgliederversammlung eine 
Satzungsergänzung zu beantragen, nach der zur Ruhe ge 
setzte Beamte die vorher dem Verein angehörten als Ver 
einsmitglieder weitergefühlt werden, ohne, daß für sie 
eine Vereinsbeitragspflicht besteht. Aus dem nun bekannt 
gegebenen umfangreichen Einlauf ist hier zu erwähnen ein 
Erlaß des K. Ministeriums des Innern, Abt. für den Stra 
ßen- und Wasserbau, nach dem mit Wirkung vom 1. Juli 
d. J. die Diäten der Straßen- und Flußmeister erhöht wor 
den sind. Von der Vereinigung der mittleren nicht etats 
mäßigen technischen Beamten im würltb. Staatsdienst ist 
eine Mitteilung eingelaufen, daß Herrn Bauwerkmeister 
Knorzer zum Vorstand dieser Vereinigung gewählt wor 
den sei. Es wird auf Antrag beschlossen denselben als 
stimmberechtigtes Mitglied bei den Auschußsitzungen bei 
zuziehen. Der Wortlaut einer in Gemeinschaft mit dem 
Bauwerkmeister-Verein gefertigten Eingabe an das Kgl. 
Ministerium des Innern betreffend Erhöhung der Gebühren 
der Wasserbautechniker wurde genehmigt. Die Eingabe 
soll gleich fertiggestellt und vorgelegt werden. Ueber 
die Tätigkeit des Verbands württb. Beamten-Lehrer- und 
Unlerbeamten-Vereine wurde von dem Vorstand, sowie 
von den Ausschußmitgliedern Krassel und Wasser ein 
gehend berichtet und eine Eingabe vom 28. Sept. 1917, 
an das Kgl. Staatsministerium, betreif: „Teurungszulagen“ 
bekanntgegeben. Auf Anregung von Herrn Knörzer er 
klärte sich der Vorstand bereit, die Bestrebungen der 
Vereinigung der mittleren nicht etatsmäßigen technischen 
Beamten im württb. Staatsdienst durch persönlichen Be 
such zu unterstützen. Nach eingehender Berichterstattung 
des Vorstandes über die Bauzeitung und nach längerer 
Beratung wurde beschlossen künftig dafür Sorge zu tra 
gen, daß die Bauzeitung von Seiten des Vereins und 
besonders auch von den einzelnen Mitgliedern, mit 
Artikel u.s.w. unterstützt werden soll. Der Mietvertrag 
mit dem Gesellschaftsbaus der Bauhütte soll in einem 
Punkt ergänzt werden. Die ausmarschierten Vereinsmit 
glieder werden wieder mit einer Weihnachtsgabe erfreut 
werden. Der Kassier wird beauftragt, dem Vaterlands 
dank 50 Mark zu übersenden. Im Frühjahr 1918 soll wenn 
halbwegs möglich eine Mitgliederversammlung stattfinden 
um Neuwahlen vornehmen zu können, bis dahin besorgen 
die seitherigen Ausschußmitglieder ihre übernommenen 
Verpflichtungen. Vor der Mitgliederversammlung ist noch 
eine Ausschußsitzung abzuhalten, die Bestimmung von Zeit 
und Ort derselben wird dem Vorstand überlassen. Nach 
dem noch Herrn Knörzer gebeten hatte, die Bestrebungen 
der unständigen Techniker auch fernerhin zu unterstützen, 
was ihm zugesagt wurde, schloß der Vorstand die Sitzung. 
Hierauf fand ein gemeinsames Mittagessen statt, das aller 
seits hoch befriedigte. Daran anschließend wurden unter 
kundiger Führung verschiedene Besichtigungen in Nür 
tingen vorgenommen, denen ein gemütlicher Abendschop 
pen folgte. 
Herrn Oberamtsbaumeister Gwinner in Nürtingen 
sei auch an dieser Stelle herzlicher Dank für seine treff 
liche Fürsorge und Führung gesagt. P. 
In Gemeinschaft mit dem Bauwerkmeisterverein Würt 
tembergs wurde in letzter Woche eine Eingabe an das 
Kgl. Ministerium des Innern betreffend Erhöhung der 
Gebühren der Wasserbautechniker, zur Vorlage gebracht. 
Bücher. 
Berliner Architekturwelt. 19. Jahrg. jährl. 12 Hefte M. 24.— 
Verlag Ernst Wasmuth A.—G. Berlin. Heft 8/9 enthält Berliner 
Kirchenbauten und zwar von Architekt Fritz Goltlob Berlin die 
Philipp-Melanchton-Kirche, die Nikodemus-Kirche in der Nansen- 
straße, die Martin-Luther-Kirche alle drei in Neukölln. Von Archi 
tekten Köhler und Kranz Charlottenburg die Ev. Glaubenskirche 
in Tempelhof, von Architekt Jürgen Kröger Berlin die Ev. Kirche 
in Tegel. Dann von Architekt Theodor Goecke Berlin die Kirche 
der Landesirrenanstalt Görden bei Brandenburg, die der Provinzial- 
ansfalt für Epileptische in Potsdam und von Architekt Wilhelm Fry- 
dag die Kath. St. Josephs-Kirche in Berlin, Müllerstraße 161. ln 
der Einleitung des Heftes wird den allerdings schon im April und 
Mai verstorbenen Berliner Architekten Ernst Eberhard von Ihne und 
Heinrich Kayser gedacht. Bei aller Würdigung dieser Männer als 
hervorragende Vertreter ihrer Zeit kommt der Beurteiler doch zu 
dem Schluß, daß Ihne und Kayser nur hervorragende Ausmünzer 
aber nicht Neupräger seien. Und das was z. B. über Ihnes größte 
Bauten das Kaiser-Friedrich-Museum, die Königl. Bibliothek, der 
Marstall, gesagt wird, sei hier wiederholt: „Es ist äußerlich 
„schöne“ Repräsentationskunst, ist Gebärde einer mehr lauten als 
innerlichen Zeit. Und da hilft nichts es muß um Deutschlands 
Neubesinnung willen gehofft werden, daß er der letzte Verkörperer 
einer solchen, wesentlich der „grandiosen“ Erscheinung dienenden 
Kunst war so voll man anerkennen mag, daß er dieser ein glän 
zend begabter und ehrlicher Diener war“. 
Personalien: 
Württemberg. Verliehen: Dem Baurat Gu nzen- 
hauser, Professor an der Baugewerkschule in Stuttgart, 
den Titel und Rang eines Oberbaurats, 
dem Oberamtbaumeister a. D. Weber in Tettnang das 
Ritterkreuz II. Kl. des Friedrichsorden. 
Uebertragen: Die Stelle eines etatsmäßigen Re 
gierungsbaumeisters bei dem ingenieurtechnischen Büro 
der Bau- und Bergdirektion dem Regierungsbaumeister 
Ehninger daselbst, 
je eine Bauamtswerkmeisterstelle 
bei dem Bezirksbauamt Gmünd mit dem Sitz in Gmünd 
dem Bauwerkmeister Angstenberger daselbst, 
bei dem Bezirksbauamt Ellwangen mit dem Sitz in Ell- 
wangen dem Bauwerkmeister Heinerich daselbst, 
bei dem Bezirksbauamt Heilbronn, mit dem Sitz in Heil 
bronn dem Bauwerkmeister Lang daselbst, 
bei dem hochbautechnischen Büro der Bau- und Berg 
direktion in Stuttgart dem Bauwerkmeister Wulle in 
Eßlingen, 
bei dem Bezirksbauamt Tübingen mit dem Sitz in Tü 
bingen dem Bauwerkmeister Weller daselbst, 
bei dem Bezirksbauamt Calw mit dem Sitz in Calw 
dem Bauwerkmeister Knecht daselbst und 
bei dem Bauamt des Staatstechnikers für das öffent 
liche Wasserversorgungswesen dem Bauwerkmeister G ü r r- 
bach bei diesem Bauamt. 
Briefkasten. 
B. C. In unserem Verlag sind erschienen: 
Ländliches Bauwesen von Paul Fischer, 
der Weg zum Eigenheim von Oberbürgermeister Jäkle 
Villen-Kolonie, Neu-Ostheim, 
Neckar-Korrektion, Tübingen, von Stadtbaumeister 
Landenberger, 
Neuer südd. Baukalender 
Bauzeitungsverlag Karl Schüler. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart. 
Druck; Gustav Stürner in Waiblingen.
	        

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