Full text: Süd- und Mitteldeutsche Bauzeitung (1919/20)

16/31. Okt. 1919. 
BAUZEITUNG 
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den Herren; Prof. Paul Bonatz, Architekt Albert Eitel, 
Freiherr Fritz von Gemmingen-Hornberg, Architekt Wilh, 
Kuli, Gemeinderat Polizeidirektor Dr. Ludwig, Stadtbau 
rat A. Muesmann, sämtlich in Stuttgart, und Oeheimrat 
Professor Dr. Friedrich von Thiersch, München, tagte am 
17. und 18. Oktober und erkannte zu: einen 1. Preis von 
3500 Mark dem Entwurf „Freie Wohnseiten“ von Adolf 
Abel und K. Böhringer, Architekten, Stuttgart, ein 2. Preis 
von 2500 Mark dem Entwurf „Generalidee“ von Professor 
M. Elsaesser, Architekt B, D. A„ Stuttgart, und einen 
2. Preis von 2500 Mark dem Entwurf „F. F. G. H.“ des 
Architekten Schneck, Obergeometer Schmelz und Archi 
tekt Keuerleber in Stuttgart. Angekauft wurden zum Preis 
von je 1000 Mark die Entwürfe: „Schöne Aussicht“ von 
G. Schaupp, Bauwerkmeister, Stuttgart, „Ungezwungen 
— sachlich“ von Ludwig Bührer, Architekt, Stuttgart, 
„Der Haken“ von Gerhard Planck, Architekt, Stuttgart, 
„Halt den Rand“ von Reg.-Baumeister Jost und Dipl.-Ing. 
Docker, Stuttgart, „Geländestufen“ von Friedrich Endreß 
und Hermann Moser, Architekten, Gablenberg-Untertürk- 
heim, „Nur Ruhe“ von Klaus Hoffmann und Dipl.-Ing. 
Walther Kruspe, Architekten, Stuttgart. Das weitere siehe 
die Bekanntmachung im Inseratenteil. 
Rundschau. 
Versorgung des württ. Handwerks mit Nutzholz. Der 
Abgeordnete Henne hat gemeinsam mit dem Abgeord 
neten Schüler die folgenden Anträge eingebracht: 
1. Der Landtag wolle beschließen, die Staatsregierung 
zu ersuchen, den Bedarf des Handwerks an Nutzholz 
frühzeitig feststellen zu lassen. 
2. Dem Handwerk das erforderliche Holz aus den 
Staatswaldungen zu einem zu vereinbarenden, angemesse- 
nert Preise aus den Winterholzschlägen im nächsten Jahre 
abzugeben. 
Vereinsmitteilungen. 
Württembergischer Ingenieurverein. Am Mittwoch, 
den 15. dieses Monats, sprach Herr Ingenieur Schlomann- 
München über: Die Bezwingung der Brennstoffnot eine 
Aufgabe der Technik. Er ging zunächst auf die llrsachen 
der Brennstoffnot ein. Von solchen erwähnte er die'Ver 
minderung der Bergbaugebiete, die Verkürzung der Ar 
beitszeit und die Verkürzung der infolgedessen für die 
Kohlenförderung verfügbaren Zeit. Namentlich der letz 
tere Umstand erfordert zu seiner Behebung durch das 
Niederbringen neuer Schächte viel Zeit und ungeheure 
Mittel. Vermehrung der Belegschaft würde nicht genügen. 
Auch sie ist natürlich erforderlich und macht die Erstel 
lung von Wohnungen nötig, was ebenfalls Zeit und Geld 
kostet, so daß insgesamt mit einem Milliardenaufwand ge 
rechnet werden muß. Er wandte sich sodann den Ersatz 
brennstoffen zu und betonte, daß diese bei richtiger Ver 
wendung und namentlich Aufbereitung nicht mehr als 
minderwertig bezeichnet werden dürften. Es sei als wich 
tige Aufgabe und zunächst aussichtsreicher Weg zu be 
zeichnen, die Förderung von Braunkohle und Torf zu stei 
gern. Der Ausbau der Wasserkräfte, so erstrebenswert 
er sei, könne den Ausfall der Kohlen bestenfalls bis zu 
6 Prozent decken (man vergleiche diese Zahl mit den 
sonst in der Oeffentlichkeit durch den Hinweis auf den 
Ausbau der Wasserkräfte erweckten übertriebenen Hoff 
nungen!). Auf diesem Wege sei z. B. Dänemark vorbild 
lich vorgegangen. Es sei heute, dank dem Ausbau seiner 
Torfmoore, von der Kohlenzufuhr fast unabhängig. Eine 
ähnliche Abhilfe sei auch bei uns in den torfreichen Ge 
genden möglich. Sie werde wenigstens die äußerste Not 
abwenden, wenn auch Kohlenknappheit noch sehr lange 
— er erwähnte als Schätzung einzelner Kreise 10 bis 15 
Jahre — herrschen werde. , Hierauf wandte er sich der 
Besprechung der in Bayern getroffenen Organisation zu. 
In Verbindung mit dem Ministerium und einer Reichsstelle 
ist ein Brennstoffamt geschaffen worden, das sich auf die 
bestehenden Verbände und Einrichtungen, insbesondere 
auf den Bayerischen Dampfkesselüberwachungsverein, 
stützt. Dieser Verein mit seinen langjährigen Erfahrungen 
auf dem Gebiete der Heizungsfragen und seiner eingehen 
den Kenntnis der Industrie wird dem neuen Brennstoffamt 
wichtige Dienste leisten. Den Beschluß des Vortrages 
bildete die Vorführung von Lichtbildern, die den Abbau 
der Moore und die dazu dienenden Einrichtungen, sowie 
die verschiedenen Aufbereitungsverfahren erkennen ließen.
	        

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