Volltext : Süd- und Mitteldeutsche Bauzeitung (1919/20)

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BAUZEITUNG

Nr.  46/47

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Gemüsehalle  Cannstatt.
Architekten:  Karl  Oelkrug  und  Karl  Lederer,  Stuttgart.

Der  Würftembergische  Ingenieurverein  hielt  am  Sonntag, ­
  den  23.  d.  M.,  seine  stark  besuchte  Jahresversammlung ­
  ab.  Nach  Erledigung  des  geschäftlichen  Teiles  und
Erstattung  des  Jahresberichtes  und  des  Kassenberichtes
berichtete  Herr  Oberbaurat  Stöcker  über  die  Denkschrift, ­
  betreffend  die  Elektrizitätsversorgung  Württembergs, ­
  die  von  einem  durch  den  Verein  berufenen  Ausschuß, ­
  in  dem  alle  sachverständigen  Kreise  vertreten  waren, ­
  in  fast  zweijähriger,  gründlicher  Arbeit  verfaßt  worden ­
  ist.  Die  dreiviertel  Stunden  währenden  Ausführungen
fanden  die  volle  Aufmerksamkeit  der  zahlreichen  Versammlung, ­
  in  der  viele  Vertreter  der  Verwaltungen,
Werke,  Verbände  usw.  zu  begrüßen  waren.  An  den  Bericht ­
  schloß  sich  eine  sehr  angeregte  Erörterung,  an  der
sich  die  Herren  Dr.  E.  Junghans,  Präsident  v.  Leibbrand,
Direktor  Monath,  Fabrikant  Gminder,  Direktor  Lind,
Oberbürgermeister  Lautenschlager,  Bürgermeister  Sigloch,
  Staatsrat  v.  Bach,  Oberingenieur  Büggeln  und  Oberingenieur ­
  Pütz  beteiligten.  Schließlich  wurde  einstimmig
beschlossen,  die  in  der  Denkschrift  dargelegten  Ziele  gutzuheißen ­
  und  die  Denkschrift  mit  tunlichster  Beschleunigung ­
  an  die  Regierung  und  Landesversammlung  gelangen
zu  lassen.  Sodann  gaben  zwei  Herren  aus  der  Industrie
ihrem  Bedauern  Ausdruck,  daß  an  die  Spitze  des  neuen
Brennstoffamtes  ein  Nicht-Sachverständiger  berufen  worden ­
  sei.  Auch  das  Fehlen  des  eigentlichen  Sachverständigen ­
  im  Beirat  wurde  hervorgehoben.  Nach  lebhafter
Erörterung  wurde  einstimmig  beschlossen,  an  das  Arbeitsministerium ­
  ein  Schreiben  zu  richten,  in  dem  auf  die
Tätigkeit  des  Württ.  Revisionsvereins  hingewiesen  wird,
dessen  Ingenieure  die  Industrie  des  Landes  genau  kennen
und  über  diejenigen  Erfahrungen  technischer  und  wirtschaftlicher ­
  Art  verfügen,  ohne  welche  eine  nutzbringende

Tätigkeit  des  neuen  Amtes  überhaupt  nicht  erfolgen  kann.
Nachdem  in  Baden  und  Bayern  diese  Mitarbeit  der  Revisionsvereine ­
  und  der  Techniker  voll  gewürdigt  worden
sei,  werde  es  wohl  nur  dieser  Anregung  bedürfen,  um
zu  bewirken,  daß  das  Ministerium  einen  Vertreter  des
Württ.  Revisionsvereins  mit  Sitz  und  Stimme  in  den  Beirat
beruft  und  außerdem  dafür  besorgt  ist,  daß  an  die  Spitze
des  Amtes  so  rasch  als  möglich  eine  mit  solchen  technischen ­
  und  wirtschaftlichen  Fragen  vertraute,  bewährte
und  sachverständige  Persönlichkeit  gestellt  wird.
Hierauf  sprach  Herr  Oberingenieur  Huzel  von  der
Firma  Friedr.  Krupp  A.-G.  in  Essen  über  die  Kinematographie ­
  im  Dienste  der  Technik  und  Wissenschaft.  Seine
äußerst  lehrreichen  Darlegungen  waren  von  trefflichen
Laufbildern  begleitet,  die  zeigten,  daß  die  Firma  Krupp
auf  dem  Gebiete  der  Lehrlings-  und  Belehrungsfilms
schon  über  ein  reiches  Bildmaterial  verfügt.  Reicher  Beifall ­
  lohnte  den  Vortragenden,  dem  der  Vorsitzende  ebenso
wie  der  Firma  Krupp  den  herzlichen  Dank  des  Vereins
aussprach.  —  Den  Abschluß  des  Tages  bildete  ein  gemeinsames ­
  Mittagsmahl,  das  die  Teilnehmer  bis  gegen
4  Uhr  beisammenhielt.
Reichsverband  des  deutschen  Handwerks.  In  der
Presse  wird  unter  dem  Stichwort  „Handwerk  und  Politik“
ein  Nachwort  zur  Gründung  des  Reichsverbandes  des
deutschen  Handwerks  verbreitet.  Hierin  heißt  es,  der
Reichsverband  sei  ein  Fachverband  mit  der  ausgesprochenen ­
  Ausicht,  die  fachlichen  Interessen  von  Handwerk
und  Gewerbe  zu  vertreten;  das  Handwerk  müsse  aber
aus  den  reinen  Fachverbandsfragen  heraus  und  an  der
Beeinflussung  der  allgemeinen  Wirtschaftspolitik  beteiligt
werden,  von  der  die  Fachfragen  nur  einen  Teil  bilden.
Wenn  diese  Meinung  über  Art  und  Aufgaben  des  Reichs-
            
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