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WÜRTTEMBERG1SCHE BAU2EITUNG,
Nr. 10.
Neubau zeigt somit einen westlichen Turm, der im Erdgeschoß
die Vorhalle enthält; daran anschließend ein großes, rechteckiges
Langhaus von 17 m Länge und Ilm Breite mit
einem halbkreisförmigen Chorabschluß von 4,50 m Tiefe, an
zur Kanzel, die an der südöstlichen Wand sich befindet.
Zur Beleuchtung sind Lampen mit Auer-Spiritusbrennern
angebracht. Unter der Sakristei befindet sich ein kleiner Keller
zur Aufbewahrung von Brennmaterialien und Geräten.
PUHIIM
Schnitt.
Grundriß.
welchen sich an der Südseite ein Sakristeianbau mit kleiner
Vorhalle anlehnt.
Auf der südwestlichen Seite neben dem Turm und Langhaus
befindet sich ein runder Treppenturm,
der den Aufgang auf die westliche
Orgelempore und in den Turm
vermittelt. Vor dem neuen Turm, der
nun auf der Mitte der Längsachse steht,
entstand somit an Stelle der alten
Kirche ein geräumiger Vorplatz.
Die Kirche enthält zu ebener
Erde 320 Sitzplätze und 80 Sitzplätze
auf der Empore, zusammen also
400 Sitzplätze, oder mit dem freien
Raum um Taufstein und Altar und
bei der Orgel mindestens 450 Sitzplätze.
Geheizt wird die Kirche durch einen
großen Wasseralfinger Ofen, der neben
dem Chorbogen steht, als Gegenstück
Seitenansicht.
Der Bau ist in Backsteinrohbau ausgeführt, welcher durch
einzelne verputzte Stellen belebt wird. Der Dachstuhl, ein
Hängewerk, ist im Innern teilweise sichtbar, so namentlich
die Bundbalken und Hängesäulen, die den Dachstuhl Zusammenhalten.
Durch diese Konstruktion erhalten die Außenwände keinen
Schub, sondern sind lediglich auf Vertikaldruck in Anspruch
genommen; die Umfassungswände konnten daher schwächer
gehalten werden, als dies sonst nötig gewesen wäre. Der
31 m hohe Turm ist durch Steingurten belebt und schließt
mit einem 8 m hohen Helm und eisernen Kreuz ab. Nachdem
nunmehr zu den vorhandenen Glocken noch eine neue
11 Zentner schwere angeschafft wurde, besteht das Geläute
aus 3 Glocken.
In der Bemalung des Innern wurde das Langhaus einfach,
der Chorbogen und Chor reicher gehalten.
Die Fenster sind in hellem, halbdurchsichtigem Antikglas
mit reicher Verbleiung ausgeführt; die zwei seitlichen Chorfenster
zeigen Teppichmuster, das mittlere den auferstandenen
segnenden Christus.
Die Unternehmer der Bauarbeiten
sind: Grab-, Betonierund
Maurerarbeit Werkmeister Ernst
Imle in Ludwigsburg und Maurermeister
Wagner in Pflugfelden; Zimmerarbeit
Werkmeister Christian
Strecker in Ludwigsburg; Schmiedarbeit
Schmiedmeister Heinrich Eble
in Pflugfelden; Flaschnerarbeit Flaschnermeister
Heinrich Bonnet in Zuffenhausen;
Gipserarbeit Gipsermeister
August Kling in Ludwigsburg; Schreinerarbeit
C. Sauter, mechanische
Bauschreinerei Stuttgart - Ostheim ;
Schlosserarbeit Ernst Seeger, Bauschlosserei
in Zuffenhausen; Glaserarbeit
und Glasmalerei V. Saile, Glasmalerei
und Kunstverglasung in Stuttgart;
Bodenbelag Felix Müller in
Stuttgart; Lignolithbelag OttoSchmohl
in Stuttgart. Die Kunststeine lieferte
die Süddeutsche Steinfabrik Eislingen;
die Backsteine und die Dachdeckung
die Ziegelwerke Ludwigsburg;
Glockenstuhl und neue Glocke Heinrich
Kurtz, Glockengießerei in Stuttgart.
Die Turmuhr hat Eugen Baur,