Volltext : Württembergische Bauzeitung : Wochenschrift für Architektur und das gesamte Baugewerbe (1903/04)

74

WÜRTTEMBERG1SCHE  BAU2EITUNG,

Nr.  10.

Neubau  zeigt  somit  einen  westlichen  Turm,  der  im  Erdgeschoß
die  Vorhalle  enthält;  daran  anschließend  ein  großes,  rechteckiges ­
  Langhaus  von  17  m  Länge  und  Ilm  Breite  mit
einem  halbkreisförmigen  Chorabschluß  von  4,50  m  Tiefe,  an

zur  Kanzel,  die  an  der  südöstlichen  Wand  sich  befindet.
Zur  Beleuchtung  sind  Lampen  mit  Auer-Spiritusbrennern
angebracht.  Unter  der  Sakristei  befindet  sich  ein  kleiner  Keller
zur  Aufbewahrung  von  Brennmaterialien  und  Geräten.

PUHIIM

Schnitt.

Grundriß.

welchen  sich  an  der  Südseite  ein  Sakristeianbau  mit  kleiner
Vorhalle  anlehnt.
Auf  der  südwestlichen  Seite  neben  dem  Turm  und  Langhaus ­
  befindet  sich  ein  runder  Treppenturm, ­
  der  den  Aufgang  auf  die  westliche ­
  Orgelempore  und  in  den  Turm
vermittelt.  Vor  dem  neuen  Turm,  der
nun  auf  der  Mitte  der  Längsachse  steht,
entstand  somit  an  Stelle  der  alten
Kirche  ein  geräumiger  Vorplatz.
Die  Kirche  enthält  zu  ebener
Erde  320  Sitzplätze  und  80  Sitzplätze ­
  auf  der  Empore,  zusammen  also
400  Sitzplätze,  oder  mit  dem  freien
Raum  um  Taufstein  und  Altar  und
bei  der  Orgel  mindestens  450  Sitzplätze. ­

Geheizt  wird  die  Kirche  durch  einen
großen  Wasseralfinger  Ofen,  der  neben
dem  Chorbogen  steht,  als  Gegenstück

Seitenansicht.

Der  Bau  ist  in  Backsteinrohbau  ausgeführt,  welcher  durch
einzelne  verputzte  Stellen  belebt  wird.  Der  Dachstuhl,  ein
Hängewerk,  ist  im  Innern  teilweise  sichtbar,  so  namentlich
die  Bundbalken  und  Hängesäulen,  die  den  Dachstuhl  Zusammenhalten. ­

Durch  diese  Konstruktion  erhalten  die  Außenwände  keinen
Schub,  sondern  sind  lediglich  auf  Vertikaldruck  in  Anspruch
genommen;  die  Umfassungswände  konnten  daher  schwächer
gehalten  werden,  als  dies  sonst  nötig  gewesen  wäre.  Der
31  m  hohe  Turm  ist  durch  Steingurten  belebt  und  schließt
mit  einem  8  m  hohen  Helm  und  eisernen  Kreuz  ab.  Nachdem ­
  nunmehr  zu  den  vorhandenen  Glocken  noch  eine  neue
11  Zentner  schwere  angeschafft  wurde,  besteht  das  Geläute
aus  3  Glocken.
In  der  Bemalung  des  Innern  wurde  das  Langhaus  einfach,
der  Chorbogen  und  Chor  reicher  gehalten.
Die  Fenster  sind  in  hellem,  halbdurchsichtigem  Antikglas
mit  reicher  Verbleiung  ausgeführt;  die  zwei  seitlichen  Chorfenster ­
  zeigen  Teppichmuster,  das  mittlere  den  auferstandenen ­
  segnenden  Christus.
Die  Unternehmer  der  Bauarbeiten ­
  sind:  Grab-,  Betonierund
  Maurerarbeit  Werkmeister  Ernst
Imle  in  Ludwigsburg  und  Maurermeister ­
  Wagner  in  Pflugfelden;  Zimmerarbeit ­
  Werkmeister  Christian
Strecker  in  Ludwigsburg;  Schmiedarbeit ­
  Schmiedmeister  Heinrich  Eble
in  Pflugfelden;  Flaschnerarbeit  Flaschnermeister ­
  Heinrich  Bonnet  in  Zuffenhausen; ­
  Gipserarbeit  Gipsermeister
August  Kling  in  Ludwigsburg;  Schreinerarbeit ­
  C.  Sauter,  mechanische
Bauschreinerei  Stuttgart  -  Ostheim  ;
Schlosserarbeit  Ernst  Seeger,  Bauschlosserei ­
  in  Zuffenhausen;  Glaserarbeit ­
  und  Glasmalerei  V.  Saile,  Glasmalerei ­
  und  Kunstverglasung  in  Stuttgart; ­
  Bodenbelag  Felix  Müller  in
Stuttgart;  Lignolithbelag  OttoSchmohl
in  Stuttgart.  Die  Kunststeine  lieferte
die  Süddeutsche  Steinfabrik  Eislingen;
die  Backsteine  und  die  Dachdeckung
die  Ziegelwerke  Ludwigsburg;
Glockenstuhl  und  neue  Glocke  Heinrich ­
  Kurtz,  Glockengießerei  in  Stuttgart. ­
  Die  Turmuhr  hat  Eugen  Baur,
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.