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BAUZEITUNG
Nr. 1/2
Ein 1. Preis „Jugendfreude“.
Architekt Eugen Steigieder, Stuttgart.
sonderer Weise zu widmen. Man kann sagen, dasjenige
Hans, bei dem die Summe aus Tilgung und Verzinsung
der Baukosten, sowie die laufenden jährlichen Betriebskosten
(in erster Linie Heizungs- und Wärmeversorgungskosten)
am niedrigsten sind, ist am billigsten. Die bekannten,
aus gebrannten Ziegelsteinen errichteten Häuser
sind ja in dieser Hinsicht ^ur Genüge ausprobiert.
Bei Verwendung der neueren Baustoffe, die heute überall
angepriesen werden, muß der Baumeister und Architekt
Vorsicht walten lassen, insofern, als er nicht nur die Haltbarkeit
und Festigkeit, sondern auch die Wärmedurchlässigkeit
des betreffenden Baustoffes genau untersuchen
oder von einem Sachverständigen untersuchen lassen
sollte.
Ein aus irgend einem neueren Baustoff errichtetes
Haus, das in der Herstellung an sich billig ist, dafür aber
alljährlich riesige Mengen Brennstoff verschluckt, weil die
Wärmedurchlässigkeit der Außenwände unverhältnismäßig
groß ist, weil die einzelnen Fenster unzweckmäßig
angeordnet, zu groß und auch undicht sind, weil die
Grundrißordnung bezüglich der Betriebskosten ungünstig
ist und weil letzten Endes die Heizungsanlagen schlecht
wirken, wird auf die Dauer unverhältnismäßig teuer. —
Wenn man bedenkt, daß 1 qm einfache Fensterfläche im
Winter bei — 20 Grad Außentemperatur und -j- 20 Grad
Innentemperatur etwa 200 WE (Wärme-Einheiten) je
Stunde erfordert, so muß man gerade auf die Fensteranlage
und -dichtung ein Hauptaugenmerk verwenden.
Im Hinblick darauf, daß 1 qm Doppelfensterfläche nur
etwa 92 WE erfordert, empfiehlt sich naturgemäß die Anordnung
derselben.
Die meisten neueren Baustoffe, von denen behauptet
wird, daß sie die denkbar günstigsten Wärmeeigenschaften
besitzen, zeigen in ihrem Innern ruhende Luftschichten.
Letztere müssen nun aber auch wirklich ruhende Luftschichten
darstellen, d. h. sie dürfen weder mit der Außenluft
noch mit der Innenluft in Verbindung stehen, weil
dadurch die isolierende Wirkung vollkommen aufgehoben
würde. So kommen heute vielfach Holzwände in mehreren
durch Lufträume von einander getrennten Lagen zur
Anwendung. An sich haben sich derartige Wände ja
seit vielen Jahren praktisch bewährt, trotzdem ist nicht zu
vergessen, daß die auftretenden Konvektionsströmungen
stark nachteilig auf die Isolierung solcher Wände einwirken,
insofern, als die eingeschlossene Luftschicht an
der einen Wandseite Wärme annimmt, wobei die Luft
hochsteigt und sie an der kalten Wandseite während des
Niedersteigens wieder abgibt. Durch Einlegen von Isolierpappen
und durch Unterteilen der Luftschichten in
senkrechter und wagrechter Richtung läßt sich dieser
Uebelstand bedeutend vermindern. Neben der Isolierpappe
verwendet man auch