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Auf Grund der Einzelbestimmungen des Ausschreibens und der ‚vorstehenden Gesichtspunkte folgte
nun eine von den Preisrichtern gemeinsam vorgenommene Einzelprüfung. der Entwürfe, bei der zunächst
23 (namentlich aufgeführte) Entwürfe ausgeschieden werden mussten, weil sie die für die Bausumme
mögliche Baumasse von 11000 cbm und damit die ausgesetzte Bausumme überschreiten.
Ferner waren 121 (namentlich aufgeführte) Entwürfe auszuscheiden, weil sie gegen wesentliche
Bestimmungen des Preisausschreibens und gegen ausschlaggebende Anforderungen an die Gestaltung der
Gesamtanlage verstiessen. Zu diesen gehörten auch diejenigen Arbeiten, welche. sich im Ganzen als unreif
erwiesen, Hiernach verblieben als für die Lösung der Aufgabe in Betracht kommend 51 (namentlich auf-
geführte) Entwürfe,
Die weitere Prüfung ergab sodann die Ausscheidung einer grösseren Zahl von Entwürfen, weil sie
gegen einen oder mehrere Punkte der Anforderungen des Preisausschreibens und der oben angegebenen
Gesichtspunkte verstiessen; insbesondere wiesen 35 (namentlich aufgeführte) Entwürfe vorwiegend Schwächen
in der Grundrissbildung und 7 (namentlich aufgeführte) Entwürfe vorwiegend Schwächen in der äusseren
Gestaltung des Hauses auf,
Zur engsten Wahl verblieben hiernach die Entwürfe: No. 38 „Wolfskopf‘“, No. 52 „Erstrebt“,
No. 97 „Akademisch“, No. 113 „Neues Bild“, No. ı21 „Am Königsplatz in Cassel“, No. 126 „Gold“,
No. 135 „Zentral“, No. 173 „Guten: Rutsch“.
Bei der nun vorgenommenen nochmaligen eingehendsten Prüfung in Bezug auf die Erfüllung aller
der auf Grund des Bauprogramms und der oben niedergelegten Gesichtspunkte zu stellenden Anforderungen
mussten wegen minder guter Lösung von einzelnem die Entwürfe No. 52 „Zrstrebt“ und No. 113 „Neues
zurücktreten; die übrigen sechs wurden sodann ihrem Werte nach in folgende Reihe gebracht:
No. 38 ,, Wolfskopf“, No. 173° „Guten Rutsch“, No. 135 „Zentral“, No. 97. „Akademisch“,
No. 121° „Am Königsplatz in Cassel“, No. 126 „Gold“.
Der Entwurf No. 38 mit dem Kennzeichen „ Wolfskopf‘“ musste an erste Stelle gerückt werden,
weil er neben völliger Erfüllung aller Erfordernisse die zur Ausführung am meisten geeignete Lösung dar-
stellt. Es muss besonders hervorgehoben werden, dass der Grundriss des Erdgeschosses eine umgemein
einfache, grossartige Einteilung von eigenartiger Form zeigt, welche grosse Helligkeit und Uebersichtlichkeit
verbürgt. Sie hat dabei den Vorzug, für die Ausbildung der oberen Wohnungen eine sehr gute Grundlage
zu bieten,
Am Aeusseren ist die Originalität und selbständige Geschlossenheit des Aufbaues, namentlich aber
auch die völlig eigenartige Charakterisierung der Bankräume zu rühmen,
Der Entwurf No. 173 mit dem Kennwort „Guten Rutsch“ zeigt im allgemeinen die gleichen Vor-
züge, nur in Bezug auf den Bankeingang ist zu bemerken, dass er in die Mitte der Seite an der Kölnischen
Strasse verlegt worden ist. Infolge davon hat sich der Bankraum nicht so gleichmässig grossartig durch-
bilden lassen. Es fehlt ferner die zweite Haustreppe. Besonders lobend hervorzuheben ist die starke
Betonung des Bankgeschosses und die sehr selbständige, wenn auch etwas eigenwillige Architektur.
Der Entwurf No. 135 mit dem Kennwort „Zentral“ ist akademisch vorzüglich angelegt; er leidet
aber an einer offenbaren Flüchtigkeit der Durcharbeitung, die sich besonders für die Wohnungen und die
Untergeschossräume der Bank störend fühlbar macht. Das Bankgeschoss verrät im Aeussern zu wenig
seine Bestimmung.
Der Entwurf No. 97 mit dem Kennwort „Akademisch‘“ «wird seinem Kennwort im vollsten
Malfse gerecht.
Bedauerlicherweise ist das geforderte dritte Obergeschoss zu Gunsten der ausserordentlich wirk-
samen, vornehmen Fassade zu einem Domestikengeschoss herabgedrückt.
Der Entwurf No. 121 mit dem Kennwort „Am Königsplatz in Cassel“ zeigt eine hervorragend
zweckmässige und verständnisvolle Durchbildung der Grundrisse. Das Aeussere entbehrt trotz gewisser
Vorzüge charakteristischer Ausgestaltung und auch der Durchbildung.
Der Entwurf No. 126 mit dem Kennwort „Gold“ ist in dem an sich stattlich angelegten Grundriss
etwas summarisch behandelt. Das Aeussere muss wegen seiner grossen ruhigen Einheit und vorzüglichen
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Verhältnisse grosses Lob erhalten.