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BAUZEITUNQ 
Nr. 31/3 2 
nicht um den gefährlichen echten Hausschwamm, sondern 
um den verhältnismäßig leicht zu beseitigenden Keller- 
schwamm handle, nach dessen Beseitigung von einem mer 
kantilen Minderwerte des Hauses, wie ihn die Vorinstanz 
annehme, keine Rede sein könne. Das Reichsgericht habe 
ja auch in einem anderen Falle in Uebereinstimmung mit 
dem Kammergericht den Anspruch des Käufers eines mit 
Kellerschwamm behaftet gewesenen Hauses auf diesen mer 
kantilen Minderwert zurückgewiesen. Indessen blieb die 
Revision des Beklagten gegen das ihn verurteilende Er 
kenntnis ohne Erfolg. Die Vorinstanz — so führte das 
Reichsgericht aus — verkennt nicht, daß es sich 
hier um den verhältnismäßig leicht zu beseitigenden Keller 
schwamm handelt; sie nimmt aber trotzdem einen Minder 
wert an, weil die örtliche Erfahrung lehre, daß 
Kaufliebhaber, wenn sie hören, daß Schwamm vorhanden 
gewesen sei, zurückschreckten, ohne nach der Art des 
Schwammes zu fragen, und daß sie selbst auf fachmän 
nische Beratung mißtrauisch blieben. Diesem Umstande 
werde von der Mehrzahl der Baupraktiker und Immo 
bilienmakler ein Einfluß auf den Wert des Hauses einge 
räumt. Gegen diese Ausführungen, die sich völlig im 
den Anspruch für berechtigt erachtet. Nach den getroffenen 
Feststellungen und auf Grund der Gutachten der vernommenen 
Sachverständigen kann cs einem Zweifel nicht unterliegen, daß 
infolge des bleihaltigen Leitungswassers Bleierkrankungen vor 
gekommen sind und daß dies auch bei den Klägern der Fall war. 
Für den dadurch entstandenen Schaden hat die Gemeinde auf- 
zukommen. Das zwischen den Klägern und der Beklagten hin 
sichtlich der Benutzung der Wasserleitung bestehende Rechts 
verhältnis ist als ein vertragsähnliches anzusehen. Legt eine 
Gemeinde eint Wasserleitung an, so geschieht dies in Erfüllung 
einer öffentlichen Pflicht und in der Absicht, die Mitglieder der 
Gemeinde aus Gründen der Gesundheitspflege mit gutem Trink 
wasser zu versehen. Die Anlage einer solchen dem Qemeiu- 
wohle dienenden Wasserleitung, die die Einwohner des betref 
fenden Ortes vielfach zwingt, ihr Trinkwasser ausschließlich 
aus der Leitung zu entnehmen und ihnen die Möglichkeit einer 
anderweitigen Versorgung gar nicht .beläßt, begründet die Ver 
pflichtung der Gemeinde, nur gutes, der Gesundheit zuträgliches 
Wasser zu liefern. Sie übernimmt mit dem Abschlüsse eines 
solchen önentlich-rechtlichen Wasserentnahmevertrages die Ga 
rantie dafür, daß ihre Gemeindemitglieder durch den Genuß des 
Wassers, auf das jedermann unbedingt angewiesen ist, keinen 
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Abb. 6. 
Rahmen des § 287 der Zivilprozeßordnung bewegen, läßt 
sich nichts einwenden, so meinte der höchste Gerichtshof. 
— Zuzugeben ist dem Beklagten, daß das Reichsgericht 
ein Urteil des Kammergerichts gebilligt hat, in welchem 
der Anspruch des Käufers eines mit Kellerschwamm be 
haftet gewesenen Hauses wegen merkantilen Minderwerts 
zurückgewiesen wurde. Indessen hat das Reichsgericht 
in seinem Urteil ausdrücklich darauf hingewiesen, daß eine 
derartige Entscheidung nur für die vom Kammergericht 
festgestellten örtlichen Verhältnisse gelten könne. — Im 
vorliegenden Falle aber hat die Vorinstanz ausdrücklich 
festgestellt, daß nach der örtlichen Erfahrung nicht nur 
Privatleute, sondern auch Baupraktiker und Makler dem 
Umstande, daß in einem Hause einmal Kellerschwamm 
vorhanden gewesen sei, einen wertmindernden Einfluß ein 
räumten. Mit Recht ist also dem Kläger der Befrag zu 
erkannt, um den das Haus auch nach Beseitigung des 
Schwammes im Verkehr dauernd im Wert gemindert ist. 
(Nachdr. verboten.) 
Haftpflicht der Gemeinde wegen Oesundheitsschädlgimg von 
Gemeindeangehörigen durch bleihaltiges Leitnngswasser. 
Schaden an ihrer Gesundheit erleiden, und sie haftet ,wenn das 
Wasser Gift enthält. Diese Haftung folgt ohne weiteres aus dein 
öffentlich-rechtlichen Vertragsverhältnisse, ohne daß es des 
Nachweises eines Verschuldens auf Seiten der gesetzlichen Ver 
treter der Gemeinde bedürfte, zumal dieser Nachweis in vielen 
Fällen von dem Betroffenen gar nicht erbracht werden könnte. 
Das Reichsgericht bestätigte dieses Urteil .(Reichsg. VI. 465^19). 
Falschs Angaben über die Größe eines zum Verkauf gelangenden 
Grundstücks. 
Der Beklagte hatte mit dem Kläger über den Verkauf seines 
Grundstückes verhandelt und hierbei wiederholt erklärt, das 
Gelände sei etwa 450 Morgen groß; allerdings kenne er das 
Grundstück nicht so genau, er verkaufe es in den Grenzen, wie 
er es besessen habe. 
Als der Käufer nun später feststellte, daß das Grundstück 
nur 42.3 Morgen groß sei, verlangte er entsprechende Minderung 
des Kaufpreises. Da indessen der Beklagte dartat, daß er eine 
bestimmte Größe des Grundstückes nicht zugesichert habe, und 
auch von einer arglistigen Vorspiegelung einer bestimmten Größe 
keine Rede sein könne, so wurde in erster Instanz der 
Anspruch des Klägern abgewiesen. Dieses Urteil wurde vom 
Oberlandesgericht Marienwerder zu Gunsten des Klägers abge 
ändert. Dieser Gerichtshof war nämlich der Ansicht, daß der 
Verkäufer die wirkliche Größe des Grundstücks genau gekannt 
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