Full text: Süd- und Mitteldeutsche Bauzeitung (1919/20)

I./15. Okt. 1920. 
BAUZEITUNQ 
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Wohnhaus mit angebautem Stall. 
das Baugewerbe im November einen Abendkurs über 
„Kostenberechnung“ zu veranstalten und zwarje abends von 
7— V 8 10 am 3.,5.,8., 10., 12., 15., 17., 19.,22. u.24.Nov. 1920. 
Der Unterricht wird sich erstrecken auf die Ein 
leitung in das Kostenberechnen, Materialverbrauch und 
Materialkosten, Zeitaufwand und Arbeitslöhne, Geschäfts 
unkosten und Unterrnehmergewinn über Grab-, Beton-, 
Maurer-, Eisenbeton-, Zimmer-, Gipser-. Bodenbelag-, 
Dachdecker-, Kanalisations-, Glaser,- Flaschner-, In 
stallateur-, Schreiner- und Schloßerarbeiten. 
Als Kurslehrer wird ein Bauwerkmeister, der auf 
diesem Gebiete besonders vertraut ist tätig sein. 
Zu dem Kurse werden geprüfte und ungeprüfte Hoch 
bautechniker zugelassen. Das Kursgeld beträgtMk.20.—. 
Es ist am Tage des Kursbeginns im Unterrichtslokal 
(Untergeschoß des Ausstellungsgebäudes, Canzleistr. 28) 
zu bezahlen. 
Anmeldungen sind unter Angabe von Vor- und 
Zuname, Beruf, Lebensalter und Wohnort bei der Be 
ratungsstelle für das Baugewerbe in Stuttgart, Canzlet- 
str. 34 n , die zu jeder Auskunft bereit ist, spätestens bis 
26. Oktober 1920 einzureichen. 
Wettbewerb. 
Wettbewerb. Die Internationale Frauenliga für Frie 
den und Freiheit, Deutscher Zweig, erläßt durch Unter 
stützung des Vereins Württemb. Kunstfreunde Stuttgart 
an württembergische Künstler und Künstlerinnen ein 
Preisausschreiben zur Erlangung einer Siegelmarke. Als 
Preise sind festgesetzt: 1. Preis 400 Mark; 2. Preis 300 
Mark; 3. Preis 200 Mark; 4. Preis 100 Mark. Mit der 
Erteilung eines Preises wird für die Internationale Frauen 
liga das Verlagsrecht an der betreffenden Zeichnung in 
unbeschränkter Auflage erworben: Die Siegelmarke soll 
durch ihre Zeichnung ausdrücken, was die Internationale 
Frauenliga für Frieden und Freiheit erstrebt: Frieden und 
Freiheit. Als Inschrift wird eine tote Sprache gedacht; 
„Pax et Liberias“, um in allen Ländern verstanden zu wer 
den. Die Einlieferung bis 1. Dezember an Verein der 
Württemb. Kunstfreunde, Stafflenbergstraße 64. Die Ar 
beiten sind mit einem Kennwort zu versehen, das auf 
einem Briefumschlag und dem Zettel mit Angabe der 
Adresse zu wiederholen ist. Das Preisrichteramt haben 
übernommen die Herren: Prof. H. H. Emst Schneider, 
Vorstand d. Graph. Abt. d. W. Staatl. Kunstgewerbe 
schule, Prof. R. Knorr, Kunstbildhauer, Lehrer an der W. 
Staatl. Kunstgewerbeschule, Fr. Frida Perlen, Vorsitzende 
der Internationalen Frauenliga, Gruppe Württemberg. 
Rundschau. 
Moderne Städtebaufragen. Ueber dieses Thema sprach 
der Leiter des Stadterweiterungsamtes Stuttgart, Herr 
Oberbaurat Muesmann, in der Technischen Hochschule 
zu den Mitgliedern des Bundes Deutscher Architekten 
und der Baukunstabteilung Württembergs'. Muesmanns 
Anschauungen sind durchaus modern und schieben den 
städtebaulichen Gedanken derart in den Vordergrund, daß 
eine individuelle Gestaltung der Bauten nur noch in ganz 
untergeordneter Weise möglich ist. An der Hand von 
Lichtbildern entwickelte er sein Programm, das von tiefem 
künstlerischen Verständnis getragen ist. Der vorgerück 
ten Zeit wegen mußte die Debatte auf einen späteren Zeit 
punkt verlegt werden. 
Die Bergarbeiteransiedlung. Seit einiger Zeit hat der 
Ruhrsiedelungsverband seine Tätigkeit aufgenommen. 
Die Geldbeschaffung soll zunächst aus den letzten Koh 
lenpreiserhöhungen erfolgen. 13 örtliche Treuhandgesell 
schaften sind die ausführenden Bauherren. Die Ver 
teuerung der Tonne um 6 Mark wirft in 12 Monaten zirka 
400 Millionen Mark für Bergmannswohnungen ab. Für 
ein Haus mit 70 qm nutzbarer Grundfläche, vier Wohn- 
räume enthaltend, einschl. Straßenbaukosten usw. schätzt 
man die Baukosten auf etwa 100 000 Mark (im Frieden 
6000 Mark). Für Miete sollen 700 Mark in Ansatz ge 
bracht werden. In diesem Jahre gedenkt man 3500 bis 
4000 Häuser fertig zu stellen. 
Württemb. Kunstverein Stuttgart. Vom 21. Oktober 
bis 18. November wird in den Räumen des Kunstvereins 
(Kunstgebäude) die II. Herbstschau neuer Kunst stattfin 
den. Es soll neben einer Auswahl auswärtiger neuer Kunst 
das einheimische neuzeitliche Kunstschaffen gezeigt wer 
den. Die künstlerische Leitung und alleinige Verantwor 
tung hat ein Arbeitsausschuß unter Führung der Uecht- 
Gruppe. Es werden alle neuzeitlich arbeitenden Künstler 
Württembergs aufgefordert, sich an dieser Ausstellung zu 
beteiligen. Anfragen sind an die Geschäftsstelle des Württ. 
Kunstvereins — Kunstgebäude — Stuttgart zu richten. 
Königstor Stuttgart! Vom Bund für Heimatschutz 
wird uns geschrieben: Der augenblicklich schwebende 
Wettbewerb für die Ausgestaltung des künftigen Bahnhof 
vorplatzes in Stuttgart gedenkt in seinem Programm auch 
des Königstores. Es können Vorschläge zu dessen gan 
zer oder teilweiser Erhaltung, oder zu dessen Verlegung 
oder Niederreißung gemacht werden. Es handelt sich 
um einen reichsdeutschen Wettbewerb. Wer das Königs 
tor kennt, weiß den historischen und den künstlerischen 
Wert desselben zu schätzen. Auch der Bonatzsche Bahn 
hofneubau mit seinen reckenhaften Formen hat mit dem 
seiner Turmachse vorgelagerten zarten und feinen Königs 
tor gut nachbarliche Beziehungen geschlossen, so daß 
in städtebaukünstlerischer Hinsicht die Verlegung des 
Königstores zu bedauern wäre. Es ist zu wünschen, daß 
auch die außerhalb Württembergs wohnenden Wettbe 
werbsteilnehmer den Wert des Königstores als Baudenk 
mal zu würdigen wissen. 
Vereinsmitteilungen. 
Verein staatlich geprüfter badischer Werkmeister, e. V., 
Karlsruhe. Nach Brasilien wird ein Hochbauwerk 
meister unter günstigen Bedingungen gesucht. Nähere 
Auskunft hierüber ist bei Herrn Kollege August Scherer,
	        

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