Full text: Süd- und Mitteldeutsche Bauzeitung (1919/20)

BAUZEITUNG 
Nr. 14/15 
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Wirkung ist nur bedingt richtig und weiß das der Hei- 
zungs- und Lüftungsfachmann am besten. Eine Luftheiz 
ung wäre gar nicht möglich, wenn die Luft in Hohlräumen 
unter allen Umständen isolieren würde. Nur stagnierende 
Luft wirkt isolierend gegen Temperatureinflüsse, dagegen 
wirkt bewegliche Luft direkt Wärme leitend. Unter stag 
nierend wird ein Zustand bezeichnet, bei dem sich die 
Luft in einem bestimmten Raum nicht bewegen kann, we 
der durch äußere, noch durch innere Einflüsse. Aeußere 
Einflüse sind einseitige Drücke, wie Windströmungen und 
Reibungen an den Raumwänden. Innere Einflüsse werden 
wachgerufen durch das Auftreten einseitiger Temperatur 
unterschiede. Die Bewegungsgesetze der Luft sind ähn 
liche wie die des Wassers. Bei der Bewegung von Luft 
in geschlossenen Leitungen unterscheidet man ebenfalls 
eine variable Größe in den Geschwindigkeitsformeln, wie 
der hydraulische Radius eine variable Größe ist in den hy 
draulischen Berechnungen. Die Gleichung für die Luft 
bewegung infolge innerer Einflüsse lautet: 
V 2 XR . / ! 1 \ 
1 + 0,0037 t j \ 1 + 0,0037 1 0 1 + 0,0037 lj 
wobei V = Geschwindigkeit in m/Sekunde 
1 o = Außentemperatur in Cels. 
U = Innentemperatur in Cels. 
h = Luftsäulenhöhe in m 
r = t x r X h worin u = Querschnittsumfang 
in m, f = Querschnitt in qm, r = eine Reibungsziffer. 
Die Geschwindigkeit V ist nun abhängig von der 
Kanalhöhe h und der variablen Größe R. Um nun ein 
möglichst kleines V zu erhalten muß h klein und R groß 
sein. Hieraus folgt weiter, daß die Luft in kleinen Räumen 
mit ungünstigem Verhältnis ^ am ruhigsten bleibt, auch 
bei größerem Temperaturunterschied. Das langgestreckte 
Rechteck ist beispielweise ein sehr ungünstiger Querschnitt 
für Luftkanäle in Bezug auf die Geschwindigkeit, denn 
da ist- der Umfang im Verhältnis zum Querschnitt groß. 
Die Wolle z. B. ist nur deshalb Temperaturisolierend, 
weil sich im Gewebe viel kleine Hohlräume befinden, 
welche mit stagnierender Luft angefüllt sind. Die Räume 
weisen alle kleine Höhen und verhältnismäßig viel 
Reibungsumfang auf. Wenn wir nun dem von der Natur 
gegebenen Fingerzeig folgen wollen, so müssen wir 
bestrebt sein in den Bauteilen möglichst niedere Hohl 
räume und möglichst solche mit großem ^ zu erzielen. 
Folgendes Beispiel möge im weiteren Sinne erklärend 
wirken: Eine Hohlmauer von 25 cm Stärke enthält Hohl 
räume von 0,10 m Breite und 0,40 m Länge, die Stock 
werkshöhe werde mit 2,50 m Höhe angenommen. Es 
soll nun untersucht werden, welchen Einfluß die Hohl 
räume haben in Bezug auf die Wärmetransmission. Die 
Rauhigkeitsziffer r sei 0,09 nach Ritschel für gemauerte 
Kana'leitungen. 
R - 2 0°4 X 2 ’ 50 X °-°° 9 - M 
Außentemperatur t 0 = — 10°, Innentemperatur tj = + 15°. 
V 2 X 5,5 
1 + 0,0037 • 15 
2,50 ( 
1 
1 
1 +0,0037-0 1 +0,0037- 25} 
0,202. 
V = V 0 ’ 202 = 0,20 m/s. 
5,25 
Die Berechnung des Wärmedurchgangs durch die 
Mauer ergibt sich wie folgt: 
Die Mauer besteht aus zwei parallelen Schichten 
von den Dicken d! 0,075 m und d 3 = 0,075 m, welche 
durch eine Luftschicht von der Dicke d 2 = 0,10 m ge 
trennt sind. Der Wärmetransmissionskoeffizient berech 
net sich aus der Gleichung 
1 1 - l di ^ d ;! ] d 2 1 
Km 3 i a a 1 1 1 2 3 2 
a i und a 3 sind die Wärmeübergangszahlen für die 
Flächen der Innen- und Außenwände, und a 2 die
	        

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