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BAUZEITUNG 
Nr. 20/21 
beamten-Verein anzuschließen. Es ist beabsichtigt, beim 
Neuaufbau des Staats eine Reihe wichtiger organisator 
ischer Aenderungen im Staatsbauwesen und Verbesser 
ungen unserer sozialen Stellung zu fordern, die dringend 
nötig sind. Solche Forderungen haben aber selbstver 
ständlich nur Aussicht auf Erfolg, wenn die mittleren be 
amteten Techniker geschlossen sich in unserem Verein 
zusammen finden. Werte Kollegen, jetzt muß sich zeigen, 
ob wir auch fernerhin das Aschenbrödel im Staate bleiben 
müssen. Die Mitglieder bezahlen einen Jahresbeitrag 
von 8 Mk. Nach dem 1. Juni eintretende Mitgl. bezahlen 
4 Mk. für das Eintrittsjahr. Diejenigen Mitgl., welche 
als Mitgl. eines andern Vereins, die Süd- und Mittel 
deutsche Bauzeitung beziehen, zahlen nur 4 Mk. Jahres 
beitrag, erhalten aber aus den Mitteln der Vereinskasse 
kein Vereinsorgan. Anmeldungen zum Beitritt wollen ge 
richtet werden an den Vorstand d. V. H. Burkhardt, 
Bezirksbaumeister, Stuttgart, Reuchlinstraße 29. 
An sämtliche Mitglieder! Um jedem unserer 
Mitglieder ein den heutigen Stand des Vereins enthaltendes 
Namenverzeichnis zustellen zu können, ist die Neu 
anfertigung eines solchen dringend nötig. Wir bitten da 
her jedes Vereinsmitglied gef. dem Unterzeichneten um 
gehend per Postkarte seine genaue Adresse u. seinen 
Titel mitzuteilen unter Beifügung, ob die Bauzeitung (unser 
Vereinsorgan) zur Zeit durch unsern Verein bezogen wird. 
Also kurz: Namen, Titel, Wohnung und Bauzeitung ja 
oder nein. Mit koll. Gruß R. Biermann, Bezirksbau 
meister, Stuttgart-Ostheim, Julien-Str. Nr. 10. 
Württb. Baubeamten-Verein E. V. Als Vereins 
mitglied wurde angemeldet Albrecht Herbolzheimer, Stadt 
baumeister in Calw. 
Württb. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt 
sind: Oelgemälde des Karlsruher Künstlerbundes, Karls 
ruhe i. B. und Prof. W. Georgi, Karlsruhe i. B. Oelge 
mälde und Studien von Prof. Rob. Pötzelberger, Stuttgart. 
Oelgemälde und Graphik von Helene Wagner, Stuttgart 
und aus dem Nachlaß von W. Schenk, Stuttgart. Stein 
zeichnungen (Italienmappe I) von Eugen Krauß, Stuttgart. 
Verein staatlich geprüfter badischer Hochbau- 
werkmeister in Karlsruhe. Geschäftsstelle: Lachner- 
str. 13. In den Vorstandssitzungen am 5. 4. 19.; 7. 4. 19.; 
14.4.19.; 17.4.19.; 28.4.19.; 29.4.19.; 5.5.19. und 
12.5. 19. beschäftigte sich der Vorstand mit nachfolgenden 
Angelegenheiten: 1. Informationen der Abgeordneten zur 
Sitzung des Vereins techn. Vereine betr. Neuregelung der 
Schulverhältnisse. 2. Aufstellung von Richtlinien zu obiger 
Frage. 3. Beratungen zur Eingabe der Bauschätzer. 
4. Beratungen zu einer Eingabe; „Die Lage der städt. 
Techniker betr.“ 5. Den einzelnen Bezirksvereinen sollen 
die stenographischen Landtagsberichte, sowie die Süd 
west-Deutsche Bauzeitung in je einem Exemplar zugehen. 
Die Beratungen zur Neuregelung und Organisation der 
Baugewerkschule haben vorerst ihren Abschluß erreicht 
und können wir im Großen Ganzen mit dem von unserm 
Verein Erzielten zufrieden sein. Sobald die Angelegenheit 
spruchreif geworden ist, werden wir unsere Mitglieder 
an dieser Stelle näher mit der Sache vertraut machen. 
Heute sei nur soviel darüber gesagt, daß sich auch 
bei diesen Beratungen wieder gezeigt hat, wie nötig 
der enge nnd restlose Zusammenschluß sämtlicher 
Kollegen und Vereine unter einander ist, denn leider müs 
sen wir feststellen, daß wir bei den Beratungen, von 
den akademischen Vereinen abgesehen, auch von „Tech 
nikerverband“ und „Bund techn. Industrieller“ nicht unter 
stützt wurden, ja in manchen Fragen direkt auf Gegen 
sätze stießen. Ferner machen wir unsern Mitgliedern die 
traurige Mitteilung, daß unser liebwerter Kollege Otto 
Bansbach, Baumeister der Landwirtschaftskammer in Karls 
ruhe verstorben ist. Der Verein hat den Hinterbliebenen 
sein Beileid ausgesprochen und war durch Vorstandsmit 
glieder bei der Beerdigung, die am 18. ds. Mts. in Eber 
bach stattfand, vertreten. Am Grabe widmete der 1. Vor 
sitzende Kollege Frischmuth dem Dahingegangenen einen 
warmen Nachruf und legte einen Kranz nieder. 
Neuzugetreten sind die Kollegen; Hugo Schäfer, Werk 
meister bei der Bezirks-Bauinspektion Konstanz (Jahrg. 
1914), Adam Scholl, Werkmeister beim Wohnungsamt 
Heidelberg (Jahrg. 1912), Martin Schreitmüller, Werk 
meister bei der Bezirks-Bauinspektion Singen-Hohentwiel 
(Jahrg. 1914). Ferner übersandte das Bankhaus Straus 
& Cie. in Karlsruhe unserer Geschäftsstelle eine Zeich 
nungseinladung 4% Badischer Staatseisen 
bahn-Anleihe von 1919, I. Ausgabe betr. Die Aus 
gabe erfolgt zum Kurse von 92 % für Schuldverschreib 
ungen, 91,80% für Schuldbucheintragungen mit 1 Jahr 
Sperre ohne Berechnung eines Schlußnotenstempels. Did 
Anleihe trägt Zinsscheine per 1. Januar und 1. Juli. 
Falls Mitglieder einen Betrag dieser Anleihe bei dem er 
wähnten Bankinstitut zu zeichnen beabsichtigen, bitten 
wir dies unter Berufung auf die an unsern Verein er 
gangene Einladung zu tun. 
Biertisch-Karlsruhe (Bezirk 111) Moninger Erdgeschoß, 
Eingang Karlstraße. Jeden Samstag Abend von 8 Uhr 
ab. Wir bitten um rege Beteiligung der Kollegen und 
deren Freunden. 
Die Bezirksbauschätzerstelle des Bezirks Kenzingen 
ist neu zu besetzen. Die Herren Kollegen, welche sich 
um diese Stelle bewerben, wollen Bewerbung mit Zeug 
nisabschriften an das Bezirksamt Emmendingen möglichst 
sofort einsenden. 
Die Unkosten der Arbeiterräte. 
In Unternehmerkreisen besteht vielfach Ungewißheit 
darüber, ob eine Firma verpflichtet ist, Aufwendungen, 
die Arbeitnehmer auf Grund ihrer Tätigkeit als Arbeiter 
räte gemacht haben, diesen Arbeiterräten auf Anfordem 
zu ersetzen. Die Betriebsräte berufen sich zur Geltend 
machung ihrer Forderungen zumeist auf die Verordnung 
vom 13. Januar 1919, Ziffer 6, betr. das Finanzgebahren 
der Arbeiter- und Soldatenräte, in der es heißt: „Soweit 
die Arbeiter- und Soldatenräte nicht ausschließlich für 
Reichsangelegenheiten eingerichtet und tätig gewesen sind, 
fallen die Kosten den Behörden (Staat, Gemeinde) oder 
den Unternehmungen zur Last, für die diese eingerichtet 
sind, oder in deren Interesse sie tätig geworden sind.“ 
Die Fassung dieser Verordnung ließ nun den Schluß zu, 
daß die Unternehmer verpflichtet seien, den Arbeiterräten 
die gemachten Aufwendungen zu erstatten. Die Frage, 
die bereits mehrfach die Gerichte beschäftigt hat, ist nun 
mehr durch ein Schreiben des Reichsministers der Finan 
zen an den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller ge 
klärt worden. In diesem Schreiben wird gesagt: „Die 
Verordnung schafft kein neues Recht für die Arbeiterräte 
auf Erstattung ihrer Aufwendungen durch die privaten 
Unternehmer; sie ist vielmehr lediglich für die Inanspruch 
nahme von Reichsmitteln durch die Arbeiter- und Sol 
datenräte maßgebend und fordert die Rechnungslegung 
über die verausgaben Beträge. Ziffer 6 soll die Ansprüche 
des Reiches auf Erstattung der Kosten sichern, wenn die 
Räte im Interesse anderer Stellen (Bundesstaaten, Kom 
munen, privaten Unternehmern) eingerichtet oder tätig ge 
worden sind, aus Reichsmitteln aber bezahlt wurden. Die 
Arbeiterräte können sich daher auf etwaige Forderungen 
an die Arbeitgeber nicht auf die Verordnung berufen. 
Daraus geht hervor, daß die Unternehmer nicht ver 
pflichtet sind, direkte Ansprüche der Arbeiterräte auf Er 
stattung der Aufwendungen zu befriedigen, daß dagegen 
das Reich berechtigt ist, sich von den Unternehmern, die 
in deren Interesse verauslagten Beträge ersetzen zu lassen. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart. Druck Gustav Stürner in Waiblingen
        

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