Full text: Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn

eine Mauer außerhalb, die einen namhaften Theil der nächsten Umgebung des 
Klosters einschloß; dieselbe lief oberhalb der Klosterweinberge hin, weiter über den 
Damm am tiefen See bis zum Iudrnthurm, von da hinunter gegen die Land 
straße, wo stezum Theil noch sichtbar, ivriter am Efelslhurm vorbei bis zu der 
fog. Schießmauer und oberhalb der Kapellengärten hin biszum Klosterthor; 
hier schloß sie sich den inneren Befestigungen des Klosters an und, diese beinr 
Hexenthurm wieder verlassend, lief ste wieder die Klosterweinberge hinauf. Die 
Figur dieser äußersten Umfriedigung nähert sich einem Busdrak. 
Das vollständige KIvsterwappen ist: Ein Zwerchbalken mit rothen und 
silbernen Rauten durchschneidet den quartierten Schild nach links. Im ersten 
Ouartier ist ein Brunnen auf Gold, inr zweiten und dritten ein schwarzes Feld, 
das vierte Ouartier hat im ersten und dritten Viertel einen silbernen Fisch auf 
Gold, im zweiten und dritten eine goldene Krone mit goldenem Kreuz auf blauem 
Feld. (Chorographie von Württemberg, 2. Theil 1591, von David Wolleber. 
Manusc. der össentl. Bibliothek in Stuttgart.) 
Tafel IV. gibt im Grundriß a) sämmtliche Klostergebäude innerhalb der Ring 
mauer: 
1) Thor. 2) Ehemalige Dreifaltigkeitskapelle, jetzt Ruine. 3) Gasthaus und 
Stallungen, jeßt Apotheke. 4) Frühmeßerhaus, mit Ansähen des innersten Thores. 
5) Wagnerei. 6) Schmiede. 7) Oekonomiegebäude. 8) Hexenthurm. 9) Melker- 
stall. 10) Klostermühle sammt Mühlethurm. 11) Pfisterei. 12) Haberkasten. 
13) Marstall (jetzt Rathhaus). 14) Speisemeisterei. 15) Gesindehaus. 16) Rame- 
ralaml, erbaut 1742. 17) Küferei. 18) Fruchtkasten und Keller. 19) Weingart- 
meisterei. 20) Kirche. 21) Sakristei. 22) Vorrathskrller der Laienbrüder, oben 
Winterspeifefaal. 23) Refektorium der Laienbrüder, oben einst die Wohnung 
derselben. 24) Küche. 25) Herren - Refektorium. 26) Kalesaktorium (Wärm 
stube). 27) Kreuzgang mit Vrunnenkspelle. 28) Kapiielfasl mit Johanniskapelle. 
29 und 30) Ehem. Bruderhalle. 31) Großer Retter der Mönche, oben Dorment 
derselben. 32) Parlatorium, oben Oratorium. 33) Ehem. Abtswohnung, später 
Prälatur, Ruine. 34) Herrenhaus. 35) Herzogliches Schloß. 36) Pfründhaus 
(Krankenkaus). 37) Faustthurm. 38) Scheerbrunnen im früheren Herrenkirch 
hof. b) Außerhalb der Ringmauer: 39) das frühere Klosterwirthshaus, jetzt 
Gerberei, das, schon im Jahr 1504 von den Mälzern verbrannt, bald wieder auf 
gebaut wurde und noch alte Reste in sich birgt. 40) Haus des Thorwarts am 
jetzt verschwundenen äußersten Thor. 
Zur Vergleichung geben wir eine ideale Vogelperspektive von Maul 
bronn und (nach Viollet le Duc) eine Vogelperspektive des im Jahr 1098 
gegründeten Klosters C i t e a u x, des Ausgangspunktes des Cisterzienser- 
ordens, weil dasselbe große Aehnlichkeit mit der Anlage von Maulbronn zeigt. 
Durch das äußere Thor (0) trat man in Cileaux in den Vorhof, an den links 
die Kapelle (D) stößt, und dann durch das innere Thor (E) in den Hauplhof (A). 
Dies Alles scheint in Maulbronn ganz ähnlich gewesen zu sein; am Frühmeßer- 
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