Volltext: Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn

MIanldrorin. 3. Anst. 
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auch noch vier Fuß starken Umfassungsmauern massige Strebepfeiler gegen Ken 
Schub der Hauptrippen. Die Verhältnisse sind bereits hochgrstreckk, diesem ent 
sprechend die Fenster hochschlank, aber noch rundbogig, und die beiden Steingiebel 
noch im rechten Winkel — romanisch. Bei den Säulen kam schon im Laienre- 
fekiorium der neue Stil zum Durchbruch, hier geschieht dies nun auch bei den 
Gewölben, wenn auch nicht ohne die Baumeister des Saales bei der Dekenbildung 
in schwere Verlegenheiten zu verwickeln. In dem 40 Fuß breiten und 94 Fuß 
langen Saale stellte man nämlich drei starke Säulen die Mitte entlang als Träger- 
für die Kreuz- und Vuerrixpen des Gewölbes, aber diese Anordnung, die sich über 
dem ganzen Raum in acht recht 
eckigen Gewölbeseidern vertheilt 
hätte, erschien wohl zu kühn; die 
Spannungen der im Halbkreis 
geführten Kreuzripprn wären zu 
weit ohne Unterstützung gesprengt 
geworden; man stellte daher 
zmischen die drei starken Säulen 
je eine schwächere und sprengte 
von diesen aus je einen Hilfsgurt 
(Centralgurt) durch die Mitte 
jedes Kreuzgewölbes gegen die 
Wände hin. Cs sind dies die um 
jene Zeit so sehr beliebten sechs- 
thriligen Gewölbe, die so recht 
den Uebergang ins Gothische be 
zeichnen. — Zugleich aber mußte 
man die sieben Säulen, der Länge 
des Saales nach, unter sich ver 
binden. Hier herübergeschlagene 
Kund- oder Sxißbögen erreichten 
aber eine so geringe Scheitelhöhe, daß man über ihnen wohl eine starke und ge 
sicherte Widerlagerwand erhielt, aber auch eine Wand, welche den Kaum verbaut 
und den Eindruck eines frei überdeckten Saales zerstört hätte. Man nahm deß 
halb Kundbögen, unterstellte ihnen aber hohe Stelzen in der Form von Halbsäulen, 
so daß die Kämpfer derselben 8 Fuß über den Kapitälen der Säulen zu liegen 
kamen. Von den drei Hauptsäulen sprengen sich dann hohe spitzbogige Vuergurten 
gegen die Vündrlsäulchen an den Umfassungswänden und zwar so hoch, daß sie 
mit den im vollen Halbkreis geführten Kreuzgurlen dieselbe Scheitelhöhe gewannen. 
Ebenfalls im Spitzbogen wurde der hilfreiche Centralgurt, durch den die Ge 
wölbe fechstheilig werden» geführt, von deir Säulenkspitälen aus in überhöhtem 
Bogen, an den Umfassungswänden nur bis zur Tangente des Vogens und hier 
auf eine Konsole gestellt, so daß seine Kämpferlinie bedeutend höher liegt als die 
Säulrnbaftn im Hrrrrnrrfeklormm.
	        

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