Title:
Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn
Creator:
Württembergischer Alterthums-Verein Paulus, Eduard
Shelfmark:
S Mau 403/430
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1516267921934/69/
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Hilfsrippen mit dreieckiger, die Querrippen mit rechteckiger, breiter, auch von 
Rundstäben gesäumter Leibung. 
Im Vergleich mit denen der Vorhalle wurden sie bedeutend reicher, im Ver 
gleich mit denen des Herrenrefektoriums bedeutend zarter und nobler gebildet; 
auch die Schlußsteine zeigen z. Th. eine beträchtliche Verfeinerung, ein Fort 
schreiten zu der eigentlichen gothischeir Verzierungsweise. Alles ein Beweis, 
daß dieser südliche Kreuzgangsstügel das jüngste Glied jener drei Rebergangs- 
baulen ist. 
Die Säulenfüffchen (in der Südwestecke noch mit dem Eckblatt) haben ganz 
den schönen, elastischen Umrist, die Kapitäle ganz die erstaunliche Abwechselung 
und den genialen Gedankenreichthum derer an der Vorhalle. Man betrachte noch 
Krru;g»ng, Südwrstrcke. Säulchrn im Südpügrl de» Arruzgangs, 
besonders die austerordentlichc Durchbildung jener Knospen, in welche die ein 
zelnen Blätter stch aufrolleir. 
Knoergestlich ist der Eindruck, wenn man aus dem nördlichen Seitenschiff 
der Kirche hinaustritt und in diesen Krenzgangsstügel hinabblickt. Die Menge, 
cs sind über anderthalbhundert, der edlen, schlanken, mit den herrlichsten Blumen- 
knäufen versehenen Säulen, über denen so reiir und stolz die starken sechstheiligrn 
Ripxengewölbe aufsteigen und in prächtigen Blätterkränzen stch zusaminenschliesten; 
dazu das mild und reich aus den hohen Fensterbögen einströmende Licht. Auch 
das Aeustere dieses Kreuzgangsflügels ist von hoher und eigenartiger Schön 
heit. Die Wand zwischen den ganz wie am Paradies gehaltenen, etwas derben 
Strebepfeilern ist vollständig aufgelöst in je zwei, von gewirtelten Säulchen um 
rahmte Bogenfenster, die Bögen sind kaum zugespitzt; oben läuft wieder das Kranz- 
gesims mit den Halbmondkonsolen; die lichte Höhe der Fenster beträgt 2 /s der Ge- 
sammthöhe der 20 Fuß hohen, in schönen Verhältniffen aufgeführten Faffade, die 
Tiefe der Strebepfeiler das Doppelte ihrer Breite.
        

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