Full text: Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn

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Per quem testudo precelsior et laterales 
Sunt quoque perfecte taliter ecclesie. 
Conversis operis Bertholt, Ulrichque magistris, 
Alter depictat, sed prior edificat, 
Yirginis ad laudem Matris Prolisque perennem, 
Qui socient patriae nos hilares latriae. 
Äechts oben unter der hölzernen Bedachung steht: 
Dithems ahdas primus loei huius. 
Also im Jahre 1424 malte Meister Ulrich dieses Bild, somit begann der 
umfangreiche Umbau der Klosterkirche durch Laienbruder Bertholt einige Jahre 
früher, etwa im Jahre 1421. 
Der in der Inschrist er 
wähnte Günther Graf von Lei- 
ningen stimmt nicht zu; nach Ärm 
ling, Geschichte der Bischöfe zu 
Speier I., 381, war Günther ein 
Graf von Henneberg. Mit dem 
Stiftungsjahr 1138 ist die erste 
Stiftung der Abtei zu Eckenweiler 
gemeint; die zu Maulbronn ge 
schah erst 1146-1147. 
An der nördlichen Wand ist 
von demselben Meister Maria mit 
dem Jesuskinde gemalt, vor ihr 
die drei Weisen aus dem Mvrgeu- 
land. Der eine kniet vor dem 
Knäblein, küßt seine Füfze und hat 
neben sich ein Schahkästchen, der 
zweite hält einen Scepter und will eben niederknieen, der dritte läßt sich von einem 
Diener Kostbarkeiten ans einem goldenen Gefäste geben. Jm Hintergrund hält 
ein zweiter Diener die drei Pferde der Weisen; auch sieht man zwei Kameele, das 
eine weidend, das andere mit dem Kopf in der Höhe. Unter dem Gemälde steht: 
Solem stella parit, aurora diem, petra fontem, 
Patrem nata Deum (?), femina virgo virum. 
Illius Imperium reges venerantur, adorant, 
Stupent et dotant tale puerperium. 
Duxit stella pios Christi nascentis ad ortum 
Tres super apparens ex Oriente magos. 
Melchior anterior, post Balthasar, hinc quoque Caspar 
Aurum, thus, mirram, tres tria dona ferunt. 
Mortuus in mirra Christus Signatur, in auro 
Rex, in thure Deus, sunt tria forma trium. 
Konsole im nördlichen Seitenschiff der Kirche. 
(Meister Bertholt.)
	        

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