Volltext : Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft I (1,1)

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62)  u  =  |  (1  —  cos  2«)
also  für  a  —  o,  u  =  o  und  für  «  —  90°,  wie  es  sein  muss,
u=fc  wird  und  dass  in  der  neutralen  Schichte,  für
welche  wieder  k  =  o,  mithin  lang  2a  =  oo,  also  «  =  45°  ist,
63)  Umax  —-  1)

beträgt,  also  die  grösste  schräge  Zug-  oder  Druckspannung
daselbst  mit  dem  Horizonte  einen  Winkel  von  45°  einschliesst
  und  der  horizontalen  Scheerspannung  gleich  ist.
Aus  der  Gleichung  (59)  folgt,  dass  u max  in  allen,
zwischen  den  neutralen  und  den  äussersten  Fasern  gelegenen, ­
  Schichten  ()  und  Je  übertrifft.
Werden  desshalb  für  alle  übrigen  Abstände  y s  und  y v
von  der  neutralen  Axe  die  Werthe  von  Umax  ermittelt,  so
erhält  man  die  sämmtlichen,  grössten  schrägen  Zug-  und
Druckspannungen  im  Querschnitt.
Alsdann  ist,  wenn  wieder  ö  die  Dicke  der  Vertical-,
rippe,  v  die  Scheerfestigkeit  und  I;  die  grösste  Zugoder ­
  Druckfestigkeit  p.  Quadrat-Cmtr.  bezeichnet,  entweder ­

64)  d>  traax
v
oder
65)  Ö>  U “ as  •
Um  die  beiden  letztgenannten  Untersuchungen  zu  umgehen, ­
  erscheint  es  vortheilhaft,  die  grössten  Schrägspannungen ­
  in  den  Zwischenschichten  durch  die.  Annahme  einer
grösseren  Eisenstärke  zu  vermindern,  also  hei  der  Berechnung
den  Werth  von  fj  in  der  neutralen  Axe  relativ  kleiner  als
denjenigen  von  k  zu  wählen,  wesshalb  Laissle  und  Schiibler  *)
66)  '  .  1;  <  0,6  s  <  0,6/3  <  350  Kg.  p.  Quadrat-Cmtr.
setzen.
5.  Berechnung  der  Nietverbindungen.
Ist  z.  B.  für  Quer-  oder  Schwellenträger  die  grösste,
dem  Auflagerdruck  A  gleiche  verticale  Scheerkraft  V 0  für
x  =  o  ermittelt,  so  ergiebt  sich  die  Querschnittsfläche

67)  f= Vo
und  die  für  diesen  Verticalschnitt  erforderliche  Zahl  der
meist  doppelschnittigen  Anschlussnieten  mit  dem  Durchmesser ­
  d
v  f
68)  n  =  —.  »
'  n  d 2
oder,  wenn  n  angenommen  wird,  der  erforderliche  Nietdurchmesser ­

69)  d=\/  v l.
r  nn
Wird  die  Abscheerungsfestigkeit  des  Lochquerschnitts
eines  Niets  mit  v,  bezeichnet,  so  ist  auch,  wenn  die
früheren  Bezeichnungen  beibehalten  werden,  die  Nietenzahl
70)  n  =  vjö
oder,  wenn  n  angenommen  wird,  der  Nietdurchmesser
71)  <2  =  Fo ,,
nv\0
ebenso,  wenn  für  den  verticalen  Abstand  y  von  der  neutralen ­
  Schichte  und  für  die  laufende  Einheit  die  grösste
horizontale  Scheerkraft
72)  H 0 =  V -~?  =  Vo
t  c
bestimmt  ist,  die  grösste  zulässige  Entfernung  der  Nieten
7  .  7t  vd 2
7i)  e *4  ‘  H,
und  wenn  die  Nietentfernung  angenommen  wird,  der  kleinste
Durchmesser  der  Nieten

74)  d-  \/  4  .  E ° e .
V  n  v
Die  zulässige  Anspruchnahme  gegen  Abseite ­
  eren*)  beträgt  für  Quadrat-Cmtr.  bei

Walzeisen,  gewöhnliche  Sorte  600  Kg.
bestem  Nieteisen  800  „
Gusseisen,  gute  Sorte  220  „
Gussstahl,  gewöhnliche  Sorte  800  »

ITT.  Construction.

1.  Allgemeine  Anordnung  der  geschlossenen
Balkenbrücken.
Die  geschlossenen  eisernen  Balkenbrücken  werden  in
der  Kegel  eingeleisig  ausgeführt,  s.  Taf.  1—5.
Bei  unbeschränkter  Constructionshöhe  werden  die
Fahrbahnen  am  einfachsten  über  den  Trägern,  ferner  nur
zwei  Träger  im  Abstande  von  je  1,5  Mtr.  der  Geleisestränge
oder  von  je  2  Mtr.  angenommen.  Auf  jene  werden  behufs
gleichzeitiger  Bildung  der  Bankette,  wegen  einer  zweckmässigeren
  Querverbindung  und  der  Verhinderung  des  Durchbrechens ­
  im  Falle  der  Entgleisung  eines  Zuges,  4  bis  4,5  Mtr.
lange,  15  bis  18  Cmtr.  starke,  30  bis  40  Cmtr.  breite  und
2  bis  2,5  Cmtr.  von  einander  entfernte  Querschwellen
gelegt  und  diese  mittels  besonderer,  an  die  Gurtung  jener
Träger  angenieteter,  etwas  verkröpfterLaschen  aufgeschraubt,
an  den  Enden  aber  durch  je  ein,  mit  ihnen  verschraubtes
Eisenband  oder  durch  je  einen,  mit  ihnen  verschraubten
Unterzug  verbunden  und  hierdurch  in  einer  Ebene  erhalten
(s.  Taf.  1.  Aa  und  b.  Taf.  2.  A).  Die  zur  Herstellung  der
nöthigen  Stabilität  erforderlichen  Quer  Verbindungen  der
Träger  werden  an  den  Enden  und  den  geeigneten  Zwischenstellen ­
  angenietet  und  dienen  zugleich  für  den  Anschluss
eines  oberen,  eines  unteren  oder,  bei  grösseren  Trägerhöhen,
eines  oberen  und  unteren  Kreuzverbandes  zugleich,  während
zwischen  ihnen  noch  die  nöthigen  Aussteifungen  der  Ver-*)
  A.  a.  0.  S.  4■>.

ticalrippen  durch,  gewöhnlich  innen  angenietete,  Winkeloder ­
  T-Eisen  angebracht  werden.
Bei  beschränkter  Constructionshöhe  werden  die
Fahrbahnen  zwischen  die  Träger  gelegt,  welche  entweder
A)  zu  zwei  und  zwei  gekuppelt  sind  und  je  eine
Fahrschiene  aufnehmen  (Zwillingsträger)  (s.  Taf.  1,
B  a  und  b)  oder
B)  einfache  sind,  an  welche  man  entweder
a)  nur  Querträger  nietet,  auf  welche  die  Fahrschienen ­
  entweder  direct  mittels  Schienenstühlen
  (s.  Taf.  3.  A)  oder  indirect  mittels
Langschwellen  (s.  Taf.  5.  B)  geschraubt
werden,  oder
b)  Querträger  mit  Schienenträgern  nietet,
auf  welche  letztere  die  Fahrschienen  entweder
a)  direct  mittels  Schienenstühlen  (s.  Taf.
4.  A  und  B)  oder
ß)  indirect  mittels  Querschwellen(s.Taf.2.1?,
Taf.  3.  B,  Taf.  5.  A  und  Taf.  6.)  geschraubt
werden.
Die  normale  Entfernung  und  Höhenlage  der  Hauptträger ­
  über  Schienenoberkante  hängt  von  dem  in  Textfigur  6
dargestellten  Normalprofile  des  lichtenB  ahnraumes
ab,  welches  zwischen  und  über  denselben  Platz  finden  muss.
*)  A.  a.  0.  S.  59.  Nach  der  auf  Seite  6  angeführten  österreichischen ­
  Ministerialverordnung  soll  die  Abscheerungsfestigkeit
der  Nieten  nicht  über  6  Kg.  p.  □  Mmtr.  angenommen  werden.

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