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vehindert, und es konnte erst am 23. Februar mit der Maerialförderung
begonnen werden. Von da an wurde trotz
ler nicht günstigen Witterung ohne Unterbrechung weiterzearbeitet,
und nach _45 Tagen, am 7. April 1892, war in
ler Tiefe 207,08 m der feste Untergrund in den harten Kalknergeln
der unteren Lettenkohle erreicht und die Sohle soweit
eingeebnet, dafs der Senkkasten mit Beton ausgefüllt
werden konnte. Da infolge anhaltenden Frostes in der Druck-‚uftleitung
an den Stellen, wo die Leitungen nach dem Senkkasten
und nach der Luftmaschine in der Arbeitskammer
«bzweigten, sich leicht Eis bilden konnte, so mufsten die
Abzweighähne und Ventile überdeckt werden, aufserdem erwies
sich die Erwärmung derselben durch einen kleinen Ofen
als zweckmäßig.
Nachdem der Senkkasten 7 m unter Wasser versenkt
war, mufsten mit Rücksicht auf die allzu grofse Belastung
ler Gerüste die Aufhängevorrichtungen abgenommen werden.
eich zu Anfang der Versenkung hatte sich eine kleine Verschiebung
des Pfeilers gegen den Neckar bemerklich gemacht;
lieselbe ist auf den einseitigen Erddruck, den das Fundanent
durch das Vorland auszuhalten hatte, zurückzuführen.
Beim Schlufs der Versenkung hatte die Verschiebung 20 cm
setragen. Bezüglich der ausgehobenen Bodenmasse und des
Fortschritts der Versenkung enthält die nachstehende Tabelle
Für diesen und die andern Pfeiler die nöthigen Angaben.
Tabelle über die Arbeitsleistung‘ hei der Druckluftgründung.
ah. ze] Aushub unter Druckluft
A
Sn Ar note) 24 Dauer ei 8
anschicht.)
_| Tage | cbm_| ecbm__
zechter Flufspfeiler
. 0 | 45 [1145 | 25,4
lechter Trep- ] .
penpfeiler 3,53' 221, | 38 | 1223 | 32,2
inker Fluls- ; .
pfeiler. . 242 3,03| 20 45 | 1388 | 30,8
inker Treppenpfeiler
. 254 179,53| 26 37 | 1367 | 37,0
‚urchschnittl. 1. — | 244 |—|22 | . 31
Der linke Flußpfeiler konnte in gleicher Tiefe wie der
‚echtsseitige unter Niederwasser aufgesetzt werden, doch war
{er Aushub hier des näher gelegenen Ufers wegen um 243 cbm
vröfser als am rechten Flufspfeiler; trotzdem wurde die Grünlung
vom 10. Juni an in derselben Zeit, in 45 Tagen, auszeführt.
Hier wurde das Ablassen des Senkkastens in der
Weise bewerkstelligt, dafs man die 6 Schraubenschlüssel auf
äUner Langseite zusammenkoppelte und alle 6 mittels eines
an einer gewöhnlichen Bauwinde befestigten Drahtseiles anog.
Hierzu waren nur 2 bis 3 Arbeiter zum Aufwinden
ınd 2 weitere zum Zurückziehen der Schraubenschlüssel
1öthig. Um einer etwaigen Verschiebung des Pfeilers gegen
len Neckar Rechnung zu tragen, wurde der Senkkasten
20 cm von seiner richtigen Lage seitlich gegen das Vorland
‚ufgestellt. Wegen eines alten Pfahles jedoch, der hart unter
ler landeinwärts gelegenen Senkkastenschneide sals und nur
stückweise während der Versenkung entfernt werden konnte,
war die Verschiebung thatsächlich eine nur unbedeutende.
Jie Senkkasten der. beiden ganz auf dem Vorlande stehenlen
Treppenpfeiler sind ohne Aufhängevorrichtungen niedergelassen
worden. Dieselben wurden über den auf ebener
Erde gelegten Montageböden aufgestellt und hernach mittels
Ketten auf die Sohle der bis Niederwasserhöhe offen ausgegrabenen.
Baugruben abgelassen. In der Zeit vom 22. April
is 29. Mai 1892, also in 38 Tagen, war die Versenkung
ım rechten Treppenpfeiler bis 207,45 m, d.i. 8,53 m unter
Niederwasser, und vom 1. August bis 6. September. also in
‚7 Tagen, die Versenkung des linken Treppenpfeilers auf
'06,45 m, d. i. 9,53 m unter Niederwasser, ausgeführt, Bei
‚en Grabarbeiten ist mit der gröfsten Vorsicht verfahren worden,
‚m. ein ungleichmäfsiges Setzen der Pfeiler zu verhindern.
Die. Gründungsarbeiten dieses letzten Zwischenpfeilers
vraren durch grofse Hitze erschwert, deren Einwirkung auf
‚en ‚Innenraum durch Ueberdachung der Schleuse und Ar-‚eitskammer
und durch fortwährendes Begiefsen derselben
nit Wasser zu mindern gesucht wurde.
Wie schon erwähnt wurde, hat sich in keinem der vier
Senkkasten freie Kohlensäure gezeigt, wohl nur deshalb,
veil sie hier durch die Druckluft zurückgedrängt worden
st. Die Luftzufuhr war fortwährend eine reichliche, und
ur beim Ausbetoniren der Senkkasten, während welcher
Arbeit die Luft nicht mehr so rasch unter der Schneide des
jenkkastens entweichen konnte, pflegte es im Arbeitsraum
lumpfer zu werden.
In geognostischer Beziehung hat sich eine Uebereintimmung
der einzelnen Schichten und ihrer Aufeinanderfolge
n den vier Pfeilern mit den Ergebnissen in dem ersten
>robeschacht am rechten Neckarufer feststellen lassen. Vor
lem ist in keiner der vier Fundamentgruben eine zusammen-1ängende
Kiesfelsschicht angetroffen worden; lose Schalen
Olchen Kiesfelsens waren am rechten Flufspfeiler und am
inken Treppenpfeiler vorhanden. Auf 4,2 m bis 5,0 m
nächtige schlammige Sand- und Kiesablagerungen mit Brocken
ron. Sauerwasserkalk und Schlammgrund mit viel Keuperetten,
Brocken von Muschelkalk, Muschelkalkdolomit und
‘‚ettenkohlendolomit folgten starke Schichten blauen Lettens
zersetzten Lettenkohlenmergels) und darunter die anstehende
ettenkohle, deren obere, weiche Mergelbänke durchbrochen
‚urden, um in den tiefer liegenden, durch ausgelaugte Gipsrusen
characterisirten festeren Mergeln aufzusetzen. Diese
Iergelbänke fallen von der Cannstatter gegen die Stuttgarter
eite; am rechten Treppenpfeiler wurden sie schon in der
"iefe von 6,60 m, am linken Treppenpfeiler erst 7,60 m
ınter Niederwasser angetroffen.
Die Fundamentfläche liegt unter Niederwasser,
m linken Treppenpfeiler in der Tiefe 206,45 m oder 9,65 m ,
'inken Flufspfeiler „ „ »„ 207,07m „ 9,03m
‚echten Flufspfeiler „ „ „ 207,08m „ 9,02m
‚echten Treppenpfeiler „„ „ 207,45m „ 8,65m
Auch auf den festen Mergelschichten sind erst dann die
Tundamente aufgesetzt worden, nachdem man sich durch
>robegruben und Bohrlöcher von mindestens 2 m Tiefe davon
iberzeugt hatte, dafs sie zum Tragen grofser Lasten mächig
genug sind. Als die Sohle der Senkkasten verebnet und
ıergerichtet, und alles Geräth, Maschinen in einzelnen
;stücken aus dem luftverdichteten Raume entfernt worden
var, erfolgte das Ausfüllen der Senkkasten unter Druckluft
nit Beton aus 1 Theil Cement und_8—10 Theilen Kies
nit Sand. Der Beton wurde zuerst an‘ der Schneide ringsm
und auf dem Boden 60 cm hoch bis an die Träger ein-‚ebracht
und festgestampft; alsdann wurde von beiden Enden
les Senkkastens gegen dessen Mitte staffelförmig einbetonirt
nd der Beton mit hölzernen Spachteln satt unter die Decke
nd Seitenwände gestofsen. An den Lufteinlafsklappen ist
in Raum freigelassen, und von hier aus gegen den Schacht
un unter der Decke ein kleiner Canal hergestellt worden,
urch welchen die Luft zuströmen konnte. Beim Beginn
er Betonirung betrug die Zahl der Arbeiter 20, sie veringerte
sich mit dem Fortschreiten der Ausfüllung schlie[sch
bis auf einen Arbeiter, Von den elektrischen Lampen
:;onnte eine nach der anderen entfernt und so der grofse
Vorzug der. elektrischen Beleuchtung bis zum Schlusse erhalten
werden. Als Beleg für die sorgfältige Ausführung
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