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Setzt man — um die Spannungen in den übrigen 
Gurtstüeken und in den Verticalen des Mittelträgers 
sowie der Seitenträger durch Eigengewicht zu ermit 
teln — die Resultante ab, Fig. 7, mit der im Knotenpunkt 
I wirkenden halben Eigengewichtsbelastung von 4,1 tn 
zur Resultante ao zusammen, so ergiebt diese letztere 
durch Zerlegung in eine Yerticale od und in eine zum 
zweiten oberen Gurtungsstücke Parallele da die Spannung 
bzw. in der Yerticale I von 4,1 tn und des zweiten ober 
sten Gurtstückes von 134,03 tn. Auf ähnliche Weise 
ergeben sich die in Fig. 7 enthaltenen Spannungen von 
131,0; 128,4 123,07 tn in den übrigen (3 Polygon 
stücken und von je 4,1 tn in den folgenden Verticalen, 
während die Spannung der 8., unter dem Scheitelcharnier 
befindlichen gespaltenen Verticale 2,05 tn beträgt. 
Die graphische Berechnung der Grenzspannungen 
durch Verkehrslast in den einzelnen Theilen des Seiten 
trägers erfolgt mit Bezug auf das in Fig. 8 enthaltene 
Schema der ungünstigsten Belastungen. Die beiden Gurten 
des Seitenträgers sowie dessen Stäbe vom 4. bis 8. Felde 
erfahren nach a und b dieses Schemas die grössten Span 
nungen bei voller Belastung des Mittelträgers und Ent 
lastung des Seitenträgers. Der von dem Mittelträger auf 
den linken Seitenträger ausgeübte Zug ergiebt sich der 
Richtung und Grösse nach aus der Resultante bb' der von 
der vollen Verkehrslast erzeugten Stützenzüge und ist in 
der Richtung AB und in der Richtung /18, Fig. 7, der 
Pfeileraxe zu zerlegen, woraus sich der Stützendruck b'a 
und die Zugkraft ab, Fig. 5, auch der Grösse nach 
findet. Zerlegt man ab in eine Parallele bc, Fig. 5, zum 
oberen Gurtstück und in eine Parallele ac zur Diagonale 
im ersten Feld, s. Fig. 1, so erhält man die grösste Zug 
spannung des 1. oberen Gurtungsstückes von 159,37 tn 
und der 1. Diagonale von 71,35 tn. 
Zerlegt man letztere, also ac, Fig. 5, nach der Rich 
tung cd der ersten Verticale und nach der horizontalen 
Richtung ad der unteren Gurtung, so ergiebt sich die 
grösste Spannung in dem zweiten unteren Gurtungsstück 
zu 69,18 tn. Bildet man aus der Spannung cd der er 
sten Verticalen und cb des ersten oberen Gurtungsstückes 
die Resultante db und zerlegt dieselbe in eine Parallele 
be zum zweiten oberen Gurtungsstück und in eine Paral 
lele de zur zweiten Diagonale, so ergiebt sich die grösste 
Zugspannung des ersteren zu 177,56 tn. Bildet man aus 
der Spannung ad des zweiten unteren Gurtstückes und ed 
der zweiten Diagonale die Resultante ea und zerlegt die 
selbe in eine Parallele ef zur zweiten Verticale und in eine 
Parallele fa zur unteren Gurtung, so erhält man die grösste 
Druckspannnng im dritten unteren Gurtungsstücke zu 86,64 
tn. Bildet man aus der Spannung ef der zweiten Ver 
ticale und eb des zweiten oberen Gurtstückes die Resultante 
fb und zerlegt dieselbe in eine Parallele fg zur dritten 
Diagonale und bg zum dritten oberen Gurtstück, so erhält 
man die grösste Zugspannung des letzteren zu 166,45 tn. 
Bildet man aus der Spannung fg der dritten Diagonale 
und der Spannung fa des dritten unteren Gurtstückes die 
Resultante ga und zerlegt dieselbe in eine Verticale hg 
und in eine Wagrechte ha, so stellt die letztere die grösste 
Druckspannung des vierten unteren Gurtungsstückes von 
74,17 tn dar. Leitet man aus der Spannung hg der 
dritten Verticale und der Spannung des dritten Obergurt 
stückes deren Resultante hb ab und zerlegt dieselbe in eine 
Parallele hi zur vierten Diagonale und in eine Parallele 
ib zum vierten oberen Gurtstück, so stellt die erstere die 
grösste Zugspannung der 4. oberen Diagonale von 22,82 tn, 
die letztere die grösste Zugspannung des fünften obersten 
Gurtstückes von 148,03 tn dar. In ähnlicher Weise sind 
in Fig. 5 von Knotenpunkt zu Knotenpunkt des Seiten 
trägers fortschreitend die grössten Druckspannuugen der 
5. bis 8. Verticale zu 14,94; 17,42; 18,98 und 22,4 tn, 
die grössten Zugspannungen des 5. bis 8. oberen Gurtstückes 
zu 130,61; 116,12; 104,56 und 100,62 tn gefunden worden. 
Da die Diagonalen des 2ten und 3ten, sowie die Ver 
tikalen des 1., 2. und 3. Feldes bei den in Fig. 8 ange 
gebenen, abweichenden Belastungszuständen ihre grösste 
Spannung erfahren, so sind die letzteren in Fig. 4 beson 
ders ermittelt und hierbei, z. B. bei den Stäben des 3. 
Feldes, der folgende Weg eingeschlagen worden. Die 3. 
Diagonale erfährt die grösste Zugspannung, wenn der 
Mittelträger ganz und der Seitenträger vom 3. bis ein 
schliesslich zum 7. Knotenpunkt durch Verkehr belastet 
ist. Der Mittelträger übt auf den Seitenträger in der 
Richtung AB den Druck ef aus, welcher dem in Fig. 5 
bereits gefundenen Druck ab nach Richtung und Grösse 
gleich ist. Die Verkehrslasten in den Knotenpunkten 3 
bis- 7 erzeugen in C, Fig. 1, einen lothrecht aufwärts ge 
richteten Gegendruck gh = fi, welcher wie folgt gefunden 
wird. Construirt man nämlich mit Hülfe der 7 Verkehrs 
lasten von je 6 tn und des Pols f das Seilpolygon fl, so 
stellt 11 den rechtsseitigen lothrechten Auflagerdruck und 
n2 den rechtsseitigen, von den in den Knotenpunkten 1 
und 2 wirkenden Verkehrslasten herrührenden lothrechten 
Anflagerdruck, mithin, wenn Im — n2 gemacht wird, 11 — 
Im — ml den rechtsseitigen, von den Verkehrslasten 3 bis 
7 erzeugten Auflagerdruck dar. Wird der Rest ml von 
den durch gh dargestellten 5 Lasten von je 6 tn abge 
zogen, so stellt gh—fi den von ihnen erzeugten loth 
rechten Gegendruck im linken Auflager C dar. 
Wird fi mit der zu ab, Fig. 5, gleichen und paral 
lelen Kraft fe, Fig. 4, zusammengesetzt und zu der hier 
aus gefundenen, in B wirkenden Resultante ie der äusseren 
Kräfte eine Parallele Bo, Fig. 1, gezogen, welche dieVer- 
längerung der dritten Diagonale in o schneidet und der 
Schnittpunkt o mit dem Durchschnittspunkte p, Fig. 1, der 
beiden mitdurchschnittenen Gurtungsstücke verbunden, so 
lässt sich die äussere Kraft ie in eine Parallele ge, Fig. 4, 
zu op und in eine Parallele ig zur dritten Diagonale zer 
legen, welche letztere die gesuchte Spannung von 15,83 
tn darstellt. In ähnlicher Weise wurde in Fig. 4 die Span 
nung der zweiten Diagonale 35,84 tn gefunden. 
Die 3. Verticale erfährt nach Fig. 8 die grösste 
Druckspannung, wenn der Mittelträger ganz und der Sei 
tenträger vom 4. bis zum einschliesslich 7. Knotenpunkt 
durch Verkehr belastet ist. Der von dem Mittelträger auf 
den Seitenträger ausgeübte Druck ist die oben ermittelte 
Kraft ef. Die Verkehrslasten in den Knotenpunkten 4 bis 
7 erzeugen in G, Fig. 1. einen lothrecht aufwärts wirken 
den Gegendruck st = fr, welcher mit Hülfe des in Fig. 4 
enthaltenen bekannten Kräftepolygons, wie folgt, gefunden 
wird. In diesem Kräftepolygon stellt x3 den von den La 
sten 1, 2, 3 im rechtsseitigen Auflager erzeugten loth 
rechten Gegendruck, mithin, wenn Iw — x3 gemacht wird, 
11—Iw — wl den rechtsseitigen, von den vier Verkehrs 
lasten 4 bis 7 erzeugten lothrechten Gegendruck dar. Wird 
der Rest wl von den durch sh dargestellten vier Lasten 
abgezogen, so stellt st = fr den von ihnen erzeugten loth 
rechten Gegendruck im linken Auflager C dar. Wird fr 
mit fe zu der in B wirkenden Resultante re zusammen 
gesetzt, zu der letzteren durch B eine Parallele gezogen, 
welche die verlängerte Verticale in u trifft, und u mit dem 
Durchschnittspunkte Fig. 1, der beiden mitdurchschnitte 
nen Gurtungsstücke verbunden, so lässt sich die äussere 
Kraft er in eine Parallele ev, Fig. 4, zu up, Fig. 1, und 
in eine Verticale rv zerlegen, welche letztere die gesuchte 
Verticalspannung von 5,35 tn darstellt. In ähnlicher 
Weise wurden in Fig. 4, unter Zugrundelegung der zuge 
hörigen, in Fig. 8 dargestellten ungünstigsten Belastungen, 
die grössten Druckspannungen auch der 1. und 2. Verticale 
ermittelt und bzw. zu 12,71 und zu 4,28 tn gefunden. 
Die grössten Spannungen in den einzelnen Theilen 
des Mittelträgers sind unter Zugrundelegung der in 
Fig. 9 zusammengestellten Schemata der ungünstigsten 
Belastungen zu bestimmen und sollen nachstehend bei 
spielsweise für die Gurtstücke und Stäbe des 3. Feldes 
ermittelt werden. 
Die grösste Zugspannung im 3. oberen Gurtstück 
entsteht, nach Fig. 9 a 8, wenn die Knotenpunkte 3 bis ein 
schliesslich 1 durch Verkehr belastet sind. Diese Lasten 
rufen im Aufhängepunkt A einen Zug hervor, dessen Grösse 
und Richtung durch die Resultante ab der Polygonstücke 
3 bis I, Fig. 6, in dem Polygon der Stützenzüge darge 
stellt ist. Zieht man durch A, Fig. 2, eine Parallele zu 
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